Protokoll der Sitzung vom 26.06.2019

(Daniel Sieveke [CDU]: Die Frage?)

dem Kollegen Generalsekretär der CDU, Josef Hovenjürgen, der gemeinsam mit SPD und Grünen …

(Daniel Sieveke [CDU]: Was soll das denn? – Weitere Zurufe von der CDU und der FDP)

Herr Hübner, Sie stellen noch Ihre Frage?

(Dietmar Brockes [FDP]: Guter Mann!)

… eine Koalition darstellt, um die Schwierigkeiten beim RVR auszuräumen.

Ist das richtig? Habe ich mit der Annahme, dass Sie das Gespräch mit dem Vorsitzenden der Verbandsversammlung gesucht haben, zu viel erwartet?

Bitte schön, Frau Ministerin.

Vielen Dank, Herr Präsident. – Herr Abgeordneter Hübner, ich wiederhole es sehr gerne: Wir unterstützen behördlicherseits diejenigen, die sich behördlicherseits mit den Projekten auseinandersetzen.

Es ist keine neue Haltung, die wir hier vertreten, dass der Regionalverband Ruhr sich bei der Bundesgartenschaugesellschaft für die Ausrichtung der IGA beworben hat. Das haben Sie damals in Ihrer Regierungszeit mehr oder weniger begleitet bzw. nicht begleitet – keine Mittel zur Verfügung gestellt und selbst auch Qualifizierungen erwartet.

(Dietmar Brockes [FDP]: Genau! Nichts ge- tan!)

Davon wollen Sie heute wenig wissen, aber Sie haben damals eher verhalten reagiert.

Wir tun weitaus mehr, aber der Regionalverband hat die Koordinierungsfunktion für die Internationale Gartenausstellung. Diese hat er wahrzunehmen, und zwar im Sinne des Gelingens. Dafür werben wir.

Wir unterstützen derzeit massiv die Städte und Gemeinden dabei, die Anträge überhaupt zu qualifizieren, und wir unterstützen auch massiv dabei, zu einem irgendwie gearteten Konsens in der Frage zu kommen, wer was wo und wann macht. Wir tun dies, obwohl es eigentlich nicht in der Zuständigkeit der Landesregierung liegt. Wir tun es aber, weil wir wollen, dass die IGA ein Erfolg wird.

(Beifall von der CDU und der FDP)

Vielen Dank, Frau Ministerin. Sie haben bereits gesehen, dass eine Kurzintervention seitens der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen angemeldet worden ist. Sprechen wird Herr Remmel. Bitte schön.

(Josef Hovenjürgen [CDU]: Wieder nichts vorbereitet! – Zuruf von der FDP: Die Stimme des Ruhrgebiets! – Unruhe – Glocke)

Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrte Frau Ministerin! Herzlichen Dank für die Möglichkeit einer Kurzintervention. – Die folgende Bemerkung habe ich sowohl im Ausschuss als auch in einer Plenardebatte schon einmal geäußert: Man kann sich so oder so entscheiden. Schließlich handelt es sich um ein gewaltiges Projekt, und insbesondere die Finanzierung nötigt Respekt ab.

Wenn man sich allerdings dafür entscheidet – das hat die Landesregierung getan, und wir unterstützen das –, dann muss man es auch mit vollem Herzen und mit vollem Geldbeutel tun.

(Lachen und Zurufe von der CDU – Dietmar Brockes [FDP]: So wie bei Rot-Grün!)

Was mich an Ihrem Wortbeitrag irritiert …

(Fortgesetzt Zurufe von der CDU und der FDP – Glocke – Jochen Ott [SPD]: Ich kann ihn nicht verstehen, und dabei sitze ich so nah dran! Seid doch mal leise!)

Was mich an Ihrem Beitrag irritiert und, ich muss ehrlich sagen, auch enttäuscht, ist, dass Sie in die Vergangenheit – in welche Zeit auch immer – zurückfallen, indem Sie zwischen Gartenschau und Grün auf der einen Seite und harter Stadtentwicklung auf der anderen Seite trennen.

(Thorsten Schick [CDU]: Falsch!)

Jede Landesgartenschau, die wir in den letzten 20 Jahren in Nordrhein-Westfalen durchgeführt haben, war ein Projekt der Stadtentwicklung. Und wenn Stadtentwicklung zukünftig – und davon bin ich überzeugt – grün und nachhaltig sein soll, dann erwarte ich von der Landesregierung und vor allem von einer für Stadtentwicklung zuständigen Ministerin, dass sie auch eine eigene Vision entwickelt. Diese haben Sie heute aber leider nicht geliefert.

(Beifall von den GRÜNEN und der SPD)

Frau Ministerin, Sie haben 1 Minute und 30 Sekunden Zeit für eine Antwort. Bitte schön.

Herr Abgeordneter

Remmel, so viel zuerst: Ihr Wortbeitrag spricht für sich.

(Jochen Ott [SPD]: Ja, genau! – Beifall von der SPD)

Als früherer Staatsminister, der Verantwortung getragen hat, der die Dinge aber nicht geordnet, nicht sortiert und nicht organisatorisch vorbereitet hat, haben Sie leicht reden.

(Beifall von der CDU und der FDP – Josef Hovenjürgen [CDU]: Der nichts vorbereitet hat! – Jochen Ott [SPD]: Eiskalt!)

Und nun werfen Sie der nachfolgenden Landesregierung vor, was sie angeblich alles nicht tut.

(Mehrdad Mostofizadeh [GRÜNE]: Warum regieren Sie überhaupt, Frau Ministerin?)

Eine Gartenausstellung ist eine Leistungsschau; darüber sind wir uns, glaube ich, einig. Wenn Sie sich mit den Gegebenheiten auseinandergesetzt haben, wissen Sie – das ist nichts Neues –, dass die Projektlisten, die im Regionalverband Ruhr immer wieder beschlossen werden, sehr häufig nicht unter der Fragestellung, was eigentlich aus welchem Topf förderfähig ist, betrachtet worden sind. In diesen Listen stehen ganz viele Projekte, die dem Grunde nach in keines der vorhandenen Förderprogramme hineinpassen, weil sie die Kriterien nicht erfüllen.

Das ist ein Problem; denn Sie haben bei Städten und Gemeinden möglicherweise eine Erwartungshaltung an den Regionalverband Ruhr produziert, die weder Sie hätten halten können noch eine andere Landesregierung halten kann, zumal – das gehört zur Ehrlichkeit dazu – Sie wissen, dass die Städtebauförderung in der Bundesrepublik

Deutschland neu geordnet wird.

Wir kennen die neuen Kautelen also noch nicht, und Sie wissen, dass die europäische Strukturförderperiode 2021 anders aussehen wird als die gerade laufende.

Frau Ministerin, die Redezeit ist abgelaufen.

Wir unterstützen alles, was da ist, aber die Anträge müssen kommen, und leider liegt zur derzeitigen Förderperiode 2019 noch kein Antrag vor.

(Beifall von der CDU und der FDP)

Damit sind wir am Ende der Beratungen angelangt.

Wir kommen zur Abstimmung. Der Ausschuss für Heimat, Kommunales, Bauen und Wohnen empfiehlt in Drucksache 17/6475, den Antrag Drucksache 17/4794 abzulehnen. Wir kommen somit zur Abstimmung über den Antrag selbst und nicht über die Beschlussempfehlung. Wer also stimmt dem Antrag inhaltlich zu? – Bündnis 90/Die Grünen, die SPD-Fraktion sowie die AfD-Fraktion.

(Zurufe von der CDU: Oh!)

Wer stimmt gegen diesen Antrag? – CDU und FDP stimmen dagegen. Gibt es Enthaltungen? – Bei Enthaltung von Herrn Neppe, fraktionslos, stelle ich hiermit fest, dass mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen dieser Antrag Drucksache 17/4794 abgelehnt ist.

Ich rufe auf:

15 Sechstes Gesetz zur Änderung des Gesetzes

zur Ausführung des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch für das Land Nordrhein-Westfalen

Gesetzentwurf der Landesregierung Drucksache 17/5344

Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Arbeit, Gesundheit und Soziales Drucksache 17/6608

zweite Lesung