Wenn man diesen Stolz sieht, muss man auch sagen: Auch die Aufmerksamkeit steigert sich mit der Bedeutung einer Region. Wir haben erlebt, dass jetzt auch Hamburg das Welterbe beschlossen hat. Es war nicht auf Seite 12 zu lesen, sondern auf der ersten Seite. Das heißt, die Presse ist klar und deutlich auf solche Ereignisse gepolt. Die Bevölkerung möchte das lesen, und zwar nicht irgendwo auf Seite 12 oder 13, sondern man nimmt an prominenter Stelle wahr, dass es eine Bedeutung hat.
Für einen nachhaltigen Tourismus in der Welterberegion ist es gerade für uns an der Westküste wichtig, dass wir nicht nur den Wirtschaftsfaktor sehen, sondern dass zum Welterbe auch dazugehört, dass wir die Naturschönheiten bewahren, dass wir die Naturschützer und die Marketingfachleute zusammen in einer Arbeitsgruppe haben.
Eine erstklassige Idee finde ich beispielsweise, angelehnt an die Big Five der Serengeti - also Elefant, Nashorn, Büffel, Löwe und Leopard -, dass sich diese Arbeitsgruppe auf die sogenannten Small Five geeinigt hat, also Strandkrabbe, Wattwurm, Herzmuschel, Wattschnecke und Nordseegarnele, und im Herbst mit einer Marketingaktion der Flying Five antwortet, nämlich Brandgans, Alpenstrandläufer, Ringelgans, Silbermöwe, Austernfischer.
Zum Auftakt der Saison wollen wir dazu eine Medienkampagne machen und eine entsprechende Aufmerksamkeit erzielen.
Das macht deutlich, wenn Naturschutz und Tourismus zwei Seiten einer Medaille sind und an einem Strang ziehen, kann es funktionieren. Sie haben zu Recht gesagt, es funktioniert natürlich nicht ohne finanzielle Mittel. Mit Sorge betrachten wir deshalb die Situation, wie sie sich im Moment darstellt. Weder der Landeshaushalt noch die Kommunalhaushalte können derzeit die notwendigen Mittel zur Verfügung stellen, um das Marketing nach vorn zu bringen. Sie haben angesprochen, dass Sie nun die EFRE-Mittel hier möglich machen wollen. Ich
muss mich auch an Ihren Kollegen Herrn de Jager wenden. Herr de Jager, Sie wissen, dass die Marketingorganisationen fürchten, dass die gesamten Marketingmittel gekürzt werden. Es gibt die Diskussion, auch an der Westküste: Wenn uns das Land Butter und Brot streicht, wir keine Marketingmittel mehr haben, dann überlegen wir uns sehr genau, ob wir die Kofinanzierung für die Welterbemarketingmittel aufbringen wollen.
Hier müssen wir gemeinsam Seite an Seite stehen und sagen: Liebe Leute, das sind zwei Seiten einer Medaille, bitte trennt das. Lasst uns jetzt gemeinsam das, was wir für das Welterbe erreichen können, tun und die Kofinanzierung, die angedacht ist, durch kommunale Mittel sichern, damit wir hier gemeinsam an einem Strang für das Welterbe ziehen. Wenn Sie das vor Ort diskutieren, haben Sie unsere und meine Unterstützung, damit wir das gemeinsam für die Region erreichen.
Ich glaube, dass das keine parteipolitische Veranstaltung ist. Das haben wir mit dem gemeinsamen Antrag deutlich gemacht. Es geht darum, jetzt die Kräfte zu bündeln und in Zeiten knapper Kassen und angesichts geringer Chancen und Möglichkeiten das zu machen, was möglich ist, und damit die Region voranzubringen.
Meine Damen und Herren, wir brauchen ein hervorragendes Marketing, um die Menschen zu uns an die Nordsee zu locken. Wir brauchen das Engagement der Menschen vor Ort. Wir brauchen die Betreuung in den Schutzgebieten, und wir müssen dafür sorgen, dass unsere Region künftig davon profitiert.
Insofern mein Appell: Seite an Seite für die Balance zwischen Ökonomie und Ökologie streiten und ein Erfolgsprojekt für Schleswig-Holstein gemeinsam umsetzen!
Vielen Dank, Herr Kollege Arp. - Herr Präsident! Meine lieben Kolleginnen und Kollegen! Ich möchte mich ganz herzlich bei allen Fraktionen bedanken, dass wir es geschafft haben - und das kommt
in diesem Hause nicht so oft vor -, einen gemeinsamen Antrag über alle Fraktionen hinweg zu stellen, nämlich dahin gehend, dass wir gern den Bericht hören wollen. Frau Dr. Rumpf, ganz herzlichen Dank an Sie und Ihre Mitarbeiter aus dem MLUR!
Ich habe gerade eben gesehen - und ich bin ein positiv denkender Mensch -, dass Sie und Herr Minister de Jager schon die Köpfe zusammengesteckt haben. Sie hatten den Bericht in der Hand, Herr de Jager hatte - glaube ich - das Konzeptpapier der NTS in der Hand, und Sie haben beide abwechselnd mit dem Kopf genickt. Daraus schließe ich, dass das alles gelaufen ist. Zwei Staatssekretärinnen sind hier, und die Mittel werden sicherlich zur Verfügung gestellt werden.
Eine besondere Auszeichnung für die Westküste, ein Imagegewinn und wichtig für die touristische Entwicklung - das ist sicherlich die Ernennung des Wattenmeers zum Weltnaturerbe für uns an der Westküste. Mein lieber Kollege Dr. Andreas Tietze, ich bin froh, dass Sie mir noch zwei Sachen nachgelassen haben, den Grand Canyon und die Serengeti. Auch die gehören zum Weltnaturerbe. Sie haben die beiden anderen großen genannt. Worauf wir besonders stolz sein können, ist, dass das Wattenmeer das flächenmäßig größte Naturerbe in Europa ist.
Wir brauchen für eine erfolgreiche Vermarktung ein professionales Marketing mit einem ausreichenden Finanzbudget. Wir brauchen die finanzielle Beteiligung verschiedener Partner. Wir brauchen gute Vermarktungs- und Marketingstrategien. Die NTS, Nordsee-Tourismus-Service-Gesellschaft, hat ein erstes Konzeptpapier erarbeitet mit einem VierSäulen-Modell: erstens Marktforschung, zweitens Qualifizierung, drittens Infrastruktur und viertens Marketing.
Dieses erste Marketingpapier beinhaltet auch Zielvereinbarungen, die getroffen worden sind, und zwar mit allen Partnern, einmal im Jahr eine gemeinsame Werbeaktion durchzuführen, einen gemeinsamen Fonds zu gründen, den man errichten will. Und es soll eine kreative Agentur eingeschaltet werden, um das Weltnaturerbe Wattenmeer im deutschsprachigen Raum - das halte ich für besonders wichtig - zu vermarkten, nämlich in Deutschland, in Österreich und vornehmlich auch in der Schweiz.
ternet steht, mit einem Newsletter. Zahlreiche Presseberichte sind erschienen. Es ist ein Pressegespräch in Wien gelaufen, es sind Berichte auf der ersten Seite - wie Sie das richtig gesagt haben - in der „Zeit“, in der „Welt“ und auch in der „Times“ erschienen, und der NDR ist als Medienpartner für das Weltnaturerbe gewonnen worden.
Was ist für 2010 geplant? - Eine Beteiligung an der ITB vom 10. März an. Ich bin gespannt, wie man das dort auf dem Schleswig-Holstein-Stand präsentieren wird. Drei regionale Veranstaltungen sind in Schleswig-Holstein, in Niedersachsen und in den Niederlanden geplant, und es gibt erste Ideen für Kooperationspartner.
Auch die Region hat sich beteiligt, das wurde hier auch schon genannt: für 2010 und 2011 je 50.000 € per annum, von den Kreisen Nordfriesland und Dithmarschen mit der Erwartung, dass das Land auch kofinanziert. Dieses Marketingkonzept, das jetzt über die TASH beim Wirtschaftsministerium beantragt werden muss, muss beinhalten: Medienkooperation, Kooperation mit Partnern aus der Wirtschaft, eine Image bildende Kampagne mit einer hohen Reichweite, aufmerksamkeitsstark und identitätsstiftend - auch für das Innen-Marketing. Mein ganz persönlicher Wunsch ist, dass jetzt eine schnelle Prüfung oder ein schneller Antrag in Zusammenarbeit mit der TASH erfolgt. Herr Minister de Jager, das MLUR hat schon sehr viel vorgeprüft, Ihre Mitarbeiter brauchen eigentlich nur noch das Häkchen dahinter zu machen und dann einen positiven Bescheid zu erteilen, sodass wir die Mittel in die Region kriegen. Herzlichen Dank. Ich hoffe, dass wir das Weltnaturerbe entsprechend vermarkten können.
Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Nun sind schon etliche Lobesworte gefallen und so mancher Superlativ genannt. Da möchte ich mich natürlich für die SPD-Fraktion anschließen und aus der Liste der Welterbedenkmäler weltweit vielleicht noch den Yellowstone-Nationalpark und die Pyramiden von Gizeh hinzufügen. Das ist schon etwas ganz besonderes, wenn unser Wattenmeer in einem
In Schleswig-Holstein gibt es dann auch noch das Weltkulturerbe Lübeck, das darf ich nicht unerwähnt lassen. Das ist die zweite Welterbe-Auszeichnung in Schleswig-Holstein.
Also auch ich fange mit lauter Superlativen an. Der Nordsee-Tourismus-Service spricht gar von einem Oscar, Frau Ministerin, Sie sprachen von einem Nobelpreis. Wir alle sind uns heute Nachmittag einig, dass diese Auszeichnung Ehre, Anerkennung und auch Verpflichtung zugleich ist.
Eine Verpflichtung zum Schutz und zum Erhalt dieser ganz besonderen Einzigartigkeit unseres Wattenmeeres, Weltnaturerbe zu sein, bedeutet aber auch eine ganz besondere Chance. Das weltweit größte Wattenmeer zu sehen und zu bestaunen, kann und muss Touristen in unser Land locken. Man muss nur wissen, dass es hier ein Weltnaturerbe Wattenmeer zu bestaunen gibt.
Unsere Nordsee-Orte werben seit ganz langer Zeit mit der Einzigartigkeit des Wattenmeeres im Inland wie im Ausland. Wir wissen, dass die Gäste aus Inund Ausland zunehmend neugieriger auf unsere Nordsee werden. Genau hier müssen wir ansetzen.
Diesen Ansatz fand der Schleswig-Holsteinische Landtag schon in der letzten, der 16. Wahlperiode und hatte einstimmig die Anerkennung des schleswig-holsteinischen Wattenmeeres als UNESCOWeltnaturerbe gefordert. Nun ist es wichtig, dass das Marketing rund um das Wattenmeer mit Unterstützung des Landes vorangebracht werden soll. Auch der interfraktionelle Antrag diente dazu, hier ein gemeinsames Zeichen zu setzen - ein Zeichen, dass wir uns unserer Verpflichtung bewusst sind und die Region Nordfriesland und Dithmarschen, unsere Westküste, mit dem Weltnaturerbe nicht alleinlassen.
Die Region ist sich ihrer Verantwortung sehr wohl bewusst. Das wird aus den Anstrengungen - der Kollege Jasper hat darauf hingewiesen - deutlich, die schon in der Region selbst unternommen werden. Das Ganze wird immer abgestimmt mit dem Wattenmeersekretariat, dem CWSS.
Nun geht es darum, konkret Geld in die Hand zu nehmen. Die Gesellschafter der Nordsee-Tourismus-Service GmbH tun da eine ganze Menge. Sie sind selbst bereit, eine stattliche Summe in die Hand zu nehmen, aber nur unter einer Bedingung,
nämlich unter der Bedingung, dass das Land mit exakt dieser Summe einsteigt. An der Stelle hätte ich mir eine konkretere Aussage in dem Bericht gewünscht. Ich habe dem Bericht auch nicht entnehmen können, wie das zusammenpassen soll, dass die Gesellschafter der NTS einerseits schon aktiv sind und Geld in die Hand nehmen wollen und jetzt eine Verlagerung des Marketing auf die TASH erfolgen soll.
Auf lange Sicht werden sich unsere Akteure vor Ort auf mehr Internationalität einstellen müssen - angefangen bei der Sprache bis hin zu Angeboten, die auf die Wünsche unserer Gäste aus dem Ausland eingehen. Damit das gelingt, ist eine starke Identifikation der Region mit dem besonderen Status des Weltnaturerbes erforderlich. Auch das ist schon erwähnt worden: Die NTS hat das erkannt und ihr Augenmerk ganz stark auf das Innenmarketing gelenkt.
Nun hat die NTS allen Fraktionen und den zuständigen Sprecherinnen und Sprechern sehr eindringlich und sehr überzeugend das Erfordernis eines Marketing-Sonderbudgets für 2010 und 2011 geschildert. Meine Fraktion unterstützt dieses Anliegen ganz ausdrücklich.
Wir meinen, dass über die Zusage eines Marketingsonderbudgets hinaus die NTS - wie auch andere TMOs - grundsätzlich Planungssicherheit bezüglich ihres Wirtschaftsplans brauchen, gerade auch für das längst begonnene Jahr 2010.
Wir wollten eine Aussage über die Förderfähigkeit der notwendigen Marketing-Maßnahmen. Bekommen haben wir eine sehr gut lesbare, lobenswerte Darstellung des Weltnaturerbes im Allgemeinen und unseres Wattenmeers im Besonderen. Für diesen Bericht, Frau Ministerin Dr. Rumpf, möchte ich mich ganz ausdrücklich bei Ihnen bedanken.
Ich habe auch aus Ihrer Rede gespürt, dass es Ihnen eine Herzensangelegenheit ist. Leider weiß ich aus dem Bericht immer noch nicht, wie der zuständige Tourismusminister die Möglichkeiten einer Förderung sieht. Ich hätte mir da einen kleinen Absatz in Ihrem Bericht gewünscht. Nicht nur wir, auch die NTS braucht Verbindlichkeit. In diesem Punkt sind wir leider - was den schriftlichen Bericht angeht - noch nicht wirklich weiter. Ich würde mich aber freuen, wenn alle Fraktionen gemeinsam die