Protokoll der Sitzung vom 25.02.2011

Das Wort zu einer zweiten Zusatzfrage erteile ich der Frau Kollegin Heinold.

Herr Minister, gehe ich richtig in der Annahme, dass Ihnen die Verantwortlichkeit für diesen Erlass schon Freitag klar war, dass nämlich Sie die Verantwortung getragen haben und dass Sie zwei Tage gewartet haben und Ihre Mitarbeiter haben solange im Regen stehen lassen, bevor Sie sich hinter sie gestellt haben?

(Minister Dr. Ekkehard Klug)

(Wolfgang Kubicki [FDP]: Vor!)

Das Wort hat Herr Minister Dr. Klug.

Auf eine Frage Ihres Fraktionsvorsitzenden Habeck habe ich vorhin geantwortet, dass ich Herrn Kubicki am Freitagvormittag mitgeteilt habe, dass ich den Erlassentwurf abgezeichnet, freigegeben und herausgegeben habe. Damit habe ich auch klar gesagt, dass das meine Verantwortung ist.

Das Wort zu einer dritten Zusatzfrage erteile ich der Frau Kollegin Heinold.

Herr Minister, entspricht es Ihrem Verständnis von guter Mitarbeiterführung, wenn Sie diese zwei Tage lang im Regen stehen und öffentlich beschimpfen lassen?

Herr Minister Dr. Klug!

Ich bin nicht der Auffassung, dass ich meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Regen stehen gelassen habe. Ich habe vorhin erläutert, dass es in einer solchen Situation und auch angesichts der medialen Berichtserstattung über das Thema notwendig gewesen ist, sich noch einmal alle Vorgänge ordentlich anzuschauen und sich dazu eine Meinung zu bilden. Außerdem bin ich der Auffassung gewesen, dass sich die Erregung der Gemüter möglicherweise mit einer gewissen Bedenkzeit legen wird.

Das Wort zu einer ersten Zusatzfrage erteile ich dem Kollegen Peter Eichstädt.

Herr Minister, bezogen auf die Fragen, die Sie vorhin beantwortet haben, und bezogen auf das Einbringen von Herrn Kubicki würde ich gern von Ihnen wissen: Haben Sie die Absicht, es auch in Zu

kunft mit dem von Ihnen hier gezeigten Humor zu nehmen, wenn Herr Kubicki sich auf diese Weise in Ihre schwierige Arbeit einmischt?

Herr Minister Dr. Klug!

Können Sie die letzten beiden Teile Ihrer Frage bitte wiederholen. Ich habe den vorletzten Halbsatz akustisch nicht verstanden.

Ich würde gern wissen, ob Sie auch in Zukunft die Absicht haben, einer Einmischung von Herrn Kubicki in Ihre Arbeit mit dem hier gezeigten Humor zu begegnen.

Wenn Sie das so interpretieren, dann sind alle öffentlichen Debattenbeiträge von Mitgliedern des Hohen Hauses Einmischungen in die Tätigkeit eines Regierungsmitglieds. Ich weiß nicht, welche Maßstäbe Sie dabei setzen, ob das eine Äußerung also keine Einmischung, sondern eine öffentliche Intervention mit einer geäußerten Meinung ist, ja oder nein.

Dass ich in diesem Fall anderer Meinung bin und auch von Anfang an gewesen bin, habe ich in verschiedenen Antworten auf Fragen aus Ihrem Kollegenkreis auch schon deutlich gemacht.

(Beifall bei FDP und CDU)

Das Wort zu einer zweiten Zusatzfrage erteile ich dem Kollegen Peter Eichstädt.

Würden Sie es nicht als Einmischung in diesem Sinne bezeichnen, wenn Herr Kubicki Bewertungen über Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Ihres Hauses und deren politische Zugehörigkeit vornimmt?

Herr Minister Dr. Klug!

(Monika Heinold)

Erstens habe ich deutlich gemacht, dass ich eine solche Bewertung im Zweifelsfall nicht teile. Zweitens muss ich Ihnen sagen, dass ich im allergrößten Teil der Fälle - dabei möchte ich mich nicht auf eine genaue Zahl festnageln lassen; vielleicht sind es 95 % - überhaupt nicht weiß, ob eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter des Ministeriums einer Partei angehört beziehungsweise welcher Partei sie oder er angehört.

(Zuruf des Abgeordneten Wolfgang Kubicki [FDP])

Zu einer dritten Zusatzfrage erteile ich Herrn Abgeordneten Rasmus Andresen das Wort.

Herr Minister, wie erklären Sie sich - auch vor dem Hintergrund der Beantwortung der letzten paar Fragen - die Reihenfolge, zunächst mit dem Fraktionsvorsitzenden Wolfgang Kubicki die persönliche Verantwortung zu klären, bevor Sie es in Ihrem eigenen Haus mit Ihren Mitarbeitern tun, und in dem Zusammenhang, auch die Aufregung des Personalrats?

Dr. Klug!

Zu dem Zeitpunkt, als ich mit dem Kollegen Kubicki gesprochen habe, war ja seine öffentliche Stellungnahme vom 4. Februar 2011 überhaupt noch nicht erschienen.

(Heiterkeit des Abgeordneten Wolfgang Ku- bicki [FDP])

Wie hätte ich mich darüber vorher gegenüber meinen Mitarbeitern äußern sollen? Es ist schwierig, das zu machen.

(Vereinzelter Beifall bei der FDP)

Zu einer dritten Zusatzfrage erteile ich Herrn Abgeordneten Martin Habersaat das Wort.

(Zuruf des Abgeordneten Wolfgang Kubicki [FDP])

Herr Minister Dr. Klug, das heißt ja, dass der geschätzte Herr Kubicki im Laufe des Gesprächs mit Ihnen zu der Überlegung gekommen sein muss, dass möglicherweise Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bildungsministeriums ursächlich verantwortlich sind. Wir erklären Sie sich, dass er in diesem Gespräch zu dem Eindruck kommen konnte?

(Zurufe der Abgeordneten Wolfgang Kubicki [FDP] und Dr. Christian von Boetticher [CDU])

Herr Minister Dr. Klug!

Herr Kollege Habersaat, diese Frage müssen Sie an den Kollegen Wolfgang Kubicki richten.

(Vereinzelter Beifall bei der CDU)

Ich vermag Ihnen dazu keine Erklärung zu geben.

(Dr. Christian von Boetticher [CDU]: Sehr richtig!)

Zu einer dritten Zusatzfrage erteile ich Herrn Abgeordneten Jezewski das Wort.

(Wolfgang Kubicki [FDP]: Gott nein, ist das grausam hier! - Zuruf von der CDU: Jetzt wird es aber spannend! - Weitere Zurufe)

Herr Minister, was halten Sie von dem Vorgehen des Kollegen Kubicki, Mitarbeiter Ihres Ministeriums zu kritisieren?

Herr Kollege, bleiben Sie bitte so lange stehen, bis die Antwort gegeben ist.

Herr Minister, Sie haben das Wort.

Ich habe in dieser Diskussion sehr deutlich klargemacht, wie meine Verantwortung zu der Panne zu bewerten ist ist. Damit ist von meiner Seite das Notwendige gesagt worden.

(Wolfgang Kubicki [FDP]: Genau! - Zuruf - Heiterkeit bei der FDP)

Zu einer ersten Zusatzfrage erteile ich Herrn Abgeordneten Thoroe das Wort.

(Zuruf des Abgeordneten Wolfgang Kubicki [FDP] - Heinz-Werner Jezewski [DIE LIN- KE]: Herr Kubicki, der traut sich nicht, das merken wir schon! - Glocke des Präsidenten)

Ich finde, wir fahren in dem Stil fort, wie wir begonnen haben: Wir stellen die Fragen und bekommen die Antworten.