Protokoll der Sitzung vom 21.09.2016

Gesetzentwurf der Landesregierung Drucksache 18/3749

Bericht und Beschlussempfehlung des Innen- und Rechtsausschusses Drucksache 18/4593

Ich erteile das Wort dem stellvertretenden Berichterstatter des Innen- und Rechtsausschusses, Herrn Abgeordneten Peter Eichstädt.

Herr Präsident, ich verweise auf die Vorlage.

Vielen Dank für diesen Bericht.

(Unruhe)

Der Ausschuss empfiehlt mit den Stimmen von CDU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der Abgeordneten des SSW, den Gesetzentwurf anzu

(Lars Harms)

nehmen. Wer dem folgen will, den bitte ich um das Handzeichen. - Gegenstimmen? - Das ist die Piratenfraktion. Enthaltungen? - Das ist die FDP-Fraktion.

Ich unterbreche die Sitzung bis zur Fortsetzung der Haushaltsberatungen um 15 Uhr. Guten Appetit.

(Unterbrechung: 13:52 bis 15:03 Uhr)

Meine Damen und Herren! Ich eröffne die Sitzung des Nachmittags. Begrüßen Sie mit mir Mitglieder der IG Bergbau, Chemie und Energie. - Seien Sie herzlich willkommen im Schleswig-Holsteinischen Landtag!

(Beifall)

Wir setzen die Haushaltsberatungen fort.

Gemeinsame Beratung

a) Erste Lesung des Entwurfs eines Gesetzes über die Feststellung eines Haushaltsplanes für das Haushaltsjahr 2017 (Haushaltsgesetz 2017)

Gesetzentwurf der Landesregierung Drucksache 18/4355

b) Erste Lesung des Entwurfs eines Haushaltsbegleitgesetzes 2017

Gesetzentwurf der Landesregierung Drucksache 18/4356

c) Infrastrukturbericht fortschreiben

Antrag der Fraktion der CDU Drucksache 18/4427

Bericht und Beschlussempfehlung des Finanzausschusses Drucksache 18/4605

d) Finanzplan des Landes Schleswig-Holstein 2016 bis 2020, Finanzplan Fortschreibung 2021 bis 2026 und Bericht der Landesregierung zum Abbau des strukturellen Finanzierungsdefizits gemäß Artikel 67 Landesverfassung

Bericht der Landesregierung Drucksache 18/4592

Ich verkünde die noch verbliebenen Redezeiten. Dazu sind die Dreiminutenbeiträge natürlich noch zu addieren. Für die CDU-Fraktion stehen noch

5 Minuten zur Verfügung, für die SPD-Fraktion 10 Minuten. Für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 6 Minuten, die FDP-Abgeordneten haben noch 5 und die PIRATEN 3 Minuten, die SSW-Abgeordneten 11 Minuten Redezeit. Das sind die verbliebenen Redezeiten, darüber hinaus gibt es selbstverständlich die Zeiten für Ihre persönlichen Dreiminutenbeiträge. - Das noch einmal zum weiteren Ablauf.

Das Wort für die CDU-Fraktion hat jetzt Herr Abgeordneter Tobias Koch.

Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir sind alle schon ganz gespannt auf die groß angekündigte Rede des Kollegen Winter, des Mannes, der den legendären Spruch prägte: „Wir können Haushalt!“ Ich weiß gar nicht, wie die Koalition ab dem nächsten Jahr ohne den Kollegen Winter zurechtkommen will.

(Lars Winter [SPD]: Ich weiß das auch nicht!)

Aber vielleicht gelingt es ihm ja, sich etwas mehr auf die Zukunft zu konzentrieren und sich nicht derartig in der Vergangenheit zu verlieren, wie es bei Ihrem Fraktionsvorsitzenden heute Morgen der Fall war.

Es ist schon bezeichnend: Da bringt die Landesregierung mittlerweile ihren fünften Haushaltsentwurf ein, den letzten vor der Landtagswahl, und Finanzministerin und SPD-Fraktionsvorsitzender ergötzen sich einzig und allein daran, dass ihre Zahlen besser aussehen als die der Vorgängerregierung.

Im nächsten Jahr befindet sich Schleswig-Holstein im siebten Jahr eines ununterbrochenen wirtschaftlichen Aufschwunges. Die Vorgängerregierung hatte es 2009/2010 mit der größten weltweiten Finanzund Wirtschaftskrise zu tun

(Zuruf Thomas Hölck [SPD])

und musste gleichzeitig aus dem Stand heraus die ersten Schritte für die Einleitung der Schuldenbremse leisten. Welch Wunder, dass Ihre Zahlen heute besser aussehen als 2009/2010. Das erklärt aber leider auch, weshalb Sie leider jede eigene Konsolidierungsanstrengung vermissen lassen.

(Beifall CDU und Oliver Kumbartzky [FDP])

Aber mit dem Rückblick auf 2010 war es nicht genug, es ging bei der Frage der Steuereinnahmen sogar bis zum Jahr 2005 zurück. - Wenn der Kollege

(Vizepräsident Bernd Heinemann)

Stegner jetzt da wäre, hätte ich ihm gern den Unterschied erläutert. Der Unterschied war nämlich, dass Monika Heinold einen CDU-Finanzminister Rainer Wiegard als Vorgänger hatte, der einen gut geordneten Haushalt hinterlassen hat. Die schwarze Null war ja im Jahr 2012 schon erreicht.

(Zuruf Eka von Kalben [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN])

Die Neuverschuldung lag nur noch im niedrigen zweistelligen Millionenbereich.

(Zuruf Rasmus Andresen [BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN])

Rainer Wiegard hatte das Pech, dass er einen SPDFinanzminister als Vorgänger hatte, der damals Ralf Stegner hieß, der mit 1,5 Milliarden € das größte Haushaltsdefizit hinterlassen hat.

(Beifall CDU und Oliver Kumbartzky [FDP])

Wenn man dann der Logik von Rasmus Andresen folgt, dann waren das vor 2005 auch alles Jahre mit Rekordsteuereinnahmen.

(Zuruf)

Da muss man sich ja wirklich fragen, wie es der Kollege Stegner in seiner Verantwortung damals geschafft hat, das Land derartig herunterzuwirtschaften, wie er es damals getan hat.

(Vereinzelter Beifall CDU - Zuruf Rasmus Andresen [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN] - Lars Winter [SPD]: So viel zum Thema „Nicht in die Vergangenheit!“)

- Aber das mit der Vergangenheit war ja nur der eine Versuch von Ihnen heute Morgen. Daneben befand sich ja noch die eine oder andere unwahre Behauptung in Ihren Ausführungen. Da sagte die Finanzministerin, die CDU-Fraktion hätte die zusätzlichen Lehrerstellen aus BAföG-Mitteln damals abgelehnt. Frau Heinold, eine solche Verdrehung der Tatsachen haben Sie doch überhaupt nicht nötig. Sie wissen doch ganz genau: Die CDU-Fraktion hat damals gefordert, die Hälfte der BAföG-Mittel den Hochschulen zukommen zu lassen, so, wie es auf Bundesebene vorgesehen war. Wir haben aber gleichzeitig mehr Lehrerstellen beantragt, als die Landesregierung vorgesehen hat, und zwar aus Landesmitteln finanziert und das auch mit einem Haushaltsantrag gegenfinanziert. Also stellen Sie nicht solche unwahren Behauptungen auf.

(Beifall CDU)

Der Kollege Andresen freute sich darüber, dass diese Koalition tatsächlich die Schuldenbremse nicht gerissen habe, wohl wissend, dass das einzig und allein daran liegt, dass diese Regierung mitten auf dem Weg der Schuldenbremse auch die Berechnungsmethode geändert hat. Hätten Sie das nicht getan, dann hätten Sie die Schuldenbremse gerissen.

(Rasmus Andresen [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Warum denn haben wir das ge- macht?)