- Moment! -, jedenfalls dieses Geld ist das, was hier bei dieser Debatte immer wieder durcheinandergeschmissen wird. Das finde ich falsch und fahrlässig. Es ist nicht so, dass das Land nur den Hesterberg gefördert hätte. Das Land kann gar nicht aktiv fördern. Theater ist kommunale Aufgabe. Das Land hat sich sehr dafür starkgemacht, dass die kommunale Familie noch einmal mehr Geld gibt. Diese 5 Millionen € sind aus dem KIF, also kommunales Geld, nicht Landesgeld. Deswegen kann man nicht so argumentieren, dass man sagt: Das Land gibt Geld für den Hesterberg, aber für den Lollfuß gibt es keines. Das, finde ich, ist keine redliche Argumentation.
Nach diesem Semikolon und jetzt auch der Vollendung des Satzes kann vielleicht der Herr Abgeordnete Ihnen eine Frage stellen. Darf er?
Sehr geehrte Frau Kollegin, stimmen Sie mir zu, dass ein guter Gutachter sich auch vorher mit allen Beteiligten an dem Prozess unterhält und dass gerade ein externer Gutachter den Zwistigkeiten und Befindlichkeiten vor Ort, die Ihr Kollege Stegner so bemängelt hat, zuvorkommen kann, indem er wirklich eine externe, neue, unbelastete Expertise vorlegt?
Ich glaube, was Sie ansprechen, wäre nicht ein Gutachten, sondern eher so etwas wie eine Moderation oder eine Mediation. Ich habe den Eindruck, dass das nicht nötig ist. Ich meine, dass die Leute sehr wohl noch miteinander reden können, wenn sie auch unterschiedliche Aspekte zum Schwerpunkt ihrer Betrachtung machen.
Noch einmal: Es gibt zwei Faktoren. Das eine ist die politische Entscheidung, die aus verschiedenen Motiven heraus so oder so gefällt werden kann. Das andere ist die Frage, ob das Landestheater seine Konstruktion, seine Möglichkeiten, in der Fläche zu agieren, überdenken muss und auch die Ansprache an ein bestimmtes Zielpublikum überdenken muss. Das tut das Landestheater ja schon.
Das Landestheater ist in den letzten Jahren sehr erfolgreich gewesen, verlorene Zuschauer wieder zurückzugewinnen, bevor diese Lollfuß-Krise - so nenne ich das jetzt einmal - begonnen hat. Da gibt es ja gute Ansätze und gute neue Gedanken und Ideen. Ich sehe überhaupt keinen Grund, dass man diese nicht weiterentwickeln kann und diesen Moment jetzt, wo es so aussieht, als würde es in Schleswig nicht weitergehen oder jedenfalls nicht so weitergehen, wie es dort bislang gelaufen ist, einfach zu nutzen, um zu sagen: Okay, wir machen einen Schnitt und schauen, wie es weitergehen könnte. Ich bin sehr zuversichtlich, dass man das Landestheater auf diese Weise erhalten kann.
Die bisherige Gewohnheit des Publikums - wenn Sie mir den letzten Satz gestatten, den ich mir aufgeschrieben habe - und auch der Akteure, füge ich gerne hinzu, wird dadurch möglicherweise geändert. Aber vielleicht führen diese Wege zu einem dauerhaft sichereren Untergrund für das Landestheater, als der Lollfuß ihn bieten kann. - Vielen Dank.
Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Den Versuch der PIRATEN, mit ihrem Antrag zur Zukunft der Theaterlandschaft in Schleswig-Holstein und vor allem zur Zukunft des Landestheaters wieder mehr Sachlichkeit in die Diskussion zu bringen, begrüßen wir Liberalen im Grundsatz.
Denn das fragile Konstrukt Landestheater befindet sich schon seit Längerem in schwierigem Fahrwasser.
Angesichts der aktuellen kommunalpolitischen Entscheidungen zum Schleswiger Theater und der damit verbundenen möglichen Folgen für das Landestheater insgesamt ist auch die Dringlichkeit gegeben, schnellstmöglich eine Lösung zu finden, die dem Landestheater eine tragfähige Perspektive für die Zukunft gibt.
Dennoch ist es vordringlich die Aufgabe der Gesellschafter und der Geschäftsführung der Landestheater GmbH, über ihre eigenen Strukturen zu beraten. Das Land sollte an dieser Stelle vorsichtig agieren und die Kommunen nicht bevormunden, was aber nicht heißen soll, dass das Landestheater nicht auf die Agenda der Landespolitik gehört. Das Land und allen voran die Kulturministerin muss alle erdenkliche Hilfestellung bieten, ohne dabei den Kommunen das Heft des Handelns aus der Hand zu nehmen.
Hier, Frau Ministerin Spoorendonk, ist der von Ihnen so oft hervorgehobene Dialog tatsächlich angezeigt. Auch das Engagement des Landes muss verlässlich und ernsthaft an der Kultur ausgerichtet sein und nicht allein dem Interesse einer sinnvollen Verwendung für den Hesterberg untergeordnet werden.
Dazu muss das Land vor allem eines leisten. Es muss dem Landestheater Planungssicherheit geben und entscheiden, ob es sich grundsätzlich an einer Sanierung des Theaterstandortes in Schleswig beteiligen will oder nicht. Dies hat dann selbstver
ständlich erheblichen Einfluss auf die Entscheidungen der Theatergesellschaft hinsichtlich der Struktur und des Standorts.
Frau Ministerin, wenn Ihnen die Institution Landestheater wirklich so am Herzen liegt und Ihnen die Spielstätte in Schleswig wichtig ist, wie Sie ja mehrfach betont haben, dann muss es doch zweitrangig sein, ob das Theater - wie von den meisten Schleswigern gewünscht - im Zentrum der Stadt liegt oder auf dem Hesterberg.
Ein wichtiges Signal an die Entscheidungsträger wäre die Streichung des Wortes „Hesterberg“ im Entwurf des Gesetzes zur Neuordnung des Kommunalen Finanzausgleichs, und natürlich wäre es wichtig, in der kommunalen Familie für einen Erhalt des Theaterstandorts Schleswig zu werben, unabhängig davon, ob dieser zukünftig auf dem Hesterberg oder in der Innenstadt sein wird. Es könnte ja auch noch ein ganz anderer Standort herauskommen.
Wir Liberalen mahnen, dass die Kulturministerin sich nicht zurückziehen darf, nur weil das von ihr favorisierte Modell Hesterberg keine Mehrheit gefunden hat. Im Gegenteil, Sie müssten Ihre Möglichkeiten nutzen, um schnellstmöglich Alternativen zu prüfen.
aber auch die frühzeitige Festlegung der Landesregierung auf den Hesterberg hat dazu geführt, dass es keinen echten Plan B gibt.
Laut Landesregierung ist die Sanierung des alten Theaterbaus nicht förderfähig, und als Folge hätte die Sanierung alleine von der Stadt Schleswig getragen werden müssen, obwohl nach dem damaligen Stand eine Sanierung in Summe kostengünstiger gewesen wäre. Da verweise ich auf die entsprechenden Drucksachen.
Meine Damen und Herren, abgesehen von der Diskussion um Neubau oder Sanierung der Produktions- und Spielstätte in Schleswig Hesterberg oder Lollfuß: Die Zukunft für das Landestheater ist langfristig nicht gesichert. Die Dynamisierung der Zuweisungen aus dem FAG ist ein wichtiger Beitrag, um die Theaterlandschaft in Schleswig-Holstein für die nächsten Jahre zu erhalten.
Eine langfristige Perspektive ist das aber leider nicht. Spätestens 2018 muss man sich erneut Gedanken über die Finanzierung machen, da dann auch die 1,5-prozentige Dynamisierung nicht mehr ausreicht - übrigens ein Beitrag, den die kommunale Familie aufbringt.
Wir erwarten von der Landesregierung, dass sie Antworten auf die absehbaren Probleme des Landestheaters geben kann und verschiedene Möglichkeiten der weiteren Förderung und Unterstützung prüft.
Wenn es hilfreich ist, dass wir dafür einen externen und unabhängigen Gutachter einsetzen, dann sollten wir das tun.
Frau Kollegin, können Sie mir sagen, wie sich die Unterstützung der Theater in den letzten fünf Jahren entwickelt hat, insbesondere in Bezug auf die Dynamisierung der Mittel aus dem FAG?
Wenn Sie darauf hinauswollen, was in der CDUund FDP-Zeit gelaufen ist, dass wir die Dynamisierung nicht haben fortführen können, von der Sie ja sagen, dass Sie sie jetzt wieder eingeführt haben,
dann muss ich Ihnen an dieser Stelle auch deutlich sagen, dass wir die Schuldenbremse hier im Haus gemeinsam verabschiedet haben.