Protokoll der Sitzung vom 27.09.2019

Das Wort zur Begründung wird nicht gewünscht. Eine Aussprache ist nicht vorgesehen. Die Reden zu diesem Tagesordnungspunkt geben Sie bitte zu Protokoll.

Ich schlage vor, über den Antrag, Drucksache 19/1637, in der Sache abzustimmen. Wer zustimmen will, den bitte ich um das Handzeichen. - Das sind die Abgeordneten der AfD. Wer stimmt dagegen? - Das sind alle anderen Abgeordneten. Damit ist dieser Antrag abgelehnt. - Enthaltungen gab es nicht.

Ich rufe Tagesordnungspunkt 36 auf:

Erhebung des Einflusses von Wasserkraftanlagen auf die Laichwanderung von Fischen

Bericht der Landesregierung Drucksache 19/1511

Eine Aussprache ist nicht vorgesehen. Die Reden zu diesem Tagesordnungspunkt geben Sie bitte zu Protokoll.

Ich schlage Ihnen vor, den Bericht der Landesregierung, Drucksache 19/1511, an den Umwelt- und Agrarausschuss zur abschließenden Beratung zu überweisen. Wer so beschließen will, den bitte ich um sein Handzeichen. - Ich sehe, das ist einstimmig so beschlossen.

Ich rufe Tagesordnungspunkt 37 auf:

Konzept für ein landesweites Bildungsmonitoring Schleswig-Holstein

Bericht der Landesregierung Drucksache 19/1570

Eine Aussprache ist nicht vorgesehen.

Ich schlage vor, den Bericht der Landesregierung, Drucksache 19/1570, an den Bildungsausschuss zur abschließenden Beratung zu überweisen. Wer so beschließen will, den bitte ich um sein Handzei

(Ministerin Karin Prien)

chen. - Auch das ist einstimmig so beschlossen. Ich danke Ihnen.

Ich rufe die Sammeldrucksache auf:

Sammeldrucksache über Vorlagen gemäß § 63 Absatz 1 a der Geschäftsordnung des SchleswigHolsteinischen Landtags

Drucksache 19/1725

Wir kommen nunmehr zur Abstimmung über die Sammeldrucksache. Die Voten für die einzelnen Tagesordnungspunkte, für die eine Gesamtabstimmung nach § 63 Absatz 1 a der Geschäftsordnung vorgesehen ist, entnehmen Sie bitte der Ihnen vorliegenden Drucksache 19/1725. Voraussetzung für die Abstimmung insgesamt ist, dass keine Abgeordnete oder kein Abgeordneter widerspricht. - Dies ist offenbar der Fall.

Wir kommen zur Abstimmung. Wer mit der Übernahme der Empfehlungen entsprechend der Sammeldrucksache 19/1725 einverstanden ist, den bitte ich um das Handzeichen. - Das ist einstimmig so bestätigt worden.

Meine Damen und Herren, ich darf Sie darauf hinweisen, dass wir uns zur nächsten Sitzung am Mittwoch, dem 13. November, wieder treffen. Ich wünsche Ihnen eine angenehme Herbstpause und schließe die Sitzung.

Die Sitzung ist geschlossen.

Schluss: 14:35 Uhr

(Präsident Klaus Schlie)

Herausgegeben vom Präsidenten des Schleswig-Holsteinischen Landtags - Stenografischer Dienst

Anhang

Reden zu Protokoll

Verbesserung der Berufsorientierung und Berufswahlkompetenz

Antrag der Fraktion der AfD Drucksache 19/1637

Sehr geehrte Damen und Herren! Die Themen Intensivierung der Berufsorientierung und Übergang von der Schule in den Beruf begleiten mich, seit ich im Landtag bin, also nunmehr seit zehn Jahren. Und es hat sich einiges getan.

Im Schulunterricht ist das Thema Berufsorientierung ein Querschnittsthema, und das schon sehr früh. Die Berufsorientierung beginnt bereits in Klasse 5. Die Kontingentstundentafel weist darauf hin, dass sowohl an Gemeinschaftsschulen als auch an Gymnasien bereits in Klasse 5 und Klasse 6 Berufsorientierung stattfindet. In den Fachanforderungen des Faches Wirtschaft/Politik heißt es:

„Sowohl für Gemeinschaftsschulen und Regionalschulen als auch für Gymnasien ist die Berufsorientierung integrativer Bestandteil aller Fächer und Jahrgangsstufen.“

Auch für die anderen Fächer steht in den Fachanforderungen der Satz:

„In der Sekundarstufe I zielt der Unterricht sowohl auf den Erwerb von Allgemeinbildung als auch auf die Berufsorientierung der Schülerinnen und Schüler ab.“

Das bedeutet: An jeder Schule gibt es Berufsorientierungskonzepte. Die AfD will erst in Klasse 7 mit der Berufsorientierung anfangen. Das wäre eine Verschlechterung im Vergleich zum aktuellen Stand.

Die Potenzialanalyse ist ein gutes Instrument für die Selbsteinschätzung der Schülerinnen und Schüler. Aber die Analyse allein bringt es nicht. Es muss damit gearbeitet werden, um eine gute Entscheidung bei der Berufswahl zu treffen. Dazu sagt der Antrag nichts.

Die Praxisberaterinnen und Praxisberater haben wir schon: Es sind die Coaches aus dem Handlungskonzept oder die Berufseinstiegsbegleiterinnen und Berufseinstiegsbegleiter. Sie beraten und begleiten die Jugendlichen nicht nur in Klasse 7 und 8, sondern auch auf dem Weg in die berufliche Schule. Auch hier springt die AfD also zu kurz.

Es ist für viele junge Erwachsene gar nicht so einfach herauszufinden, was sie später genau machen wollen. Es muss auch nicht immer alles gradlinig verlaufen. Es ist total in Ordnung, Umwege zu gehen, vielleicht von einer Ausbildung in eine andere zu wechseln, wenn man merkt, dass die Richtung doch die falsche war.

Aber wir müssen den Schülerinnen und Schülern natürlich nichtsdestotrotz die bestmögliche Unterstützung, Orientierung und auch Sicherheit bieten. Das fordern die Jugendlichen zu Recht ein.

Diesen Bedarf haben wir schon lange erkannt und gehandelt: In der vergangenen Wahlperiode haben wir mit der Küstenkoalition zum Beispiel die Jugendberufsagenturen auf den Weg gebracht. Die Jugendberufsagenturen beraten die Jugendlichen auf dem Weg von der Schule in den Beruf und sorgen dafür, dass niemand auf diesem Weg verloren geht.

Inzwischen gibt es acht Jugendberufsagenturen an zwölf Orten im Land, und es sind weitere in Planung. Sie haben sich sehr bewährt. Außerdem haben wir das Handlungskonzept Schule und Arbeitswelt zum Handlungskonzept „PLuS“ weiterentwickelt und dafür gekämpft, dass dafür genügend EUMittel zur Verfügung gestellt wurden.

In dieser Wahlperiode arbeiten wir weiter an der Verbesserung. So werden wir auch mit Jamaika in der neuen EU-Förderperiode für ausreichend EUMittel kämpfen. Wir brauchen die intensive Unterstützung durch Lehrkräfte und durch Coaches an den Schulen, damit der Start in das Berufsleben gelingt. Wir sehen: Berufliche Orientierung für alle Schülerinnen und Schüler ist ein Thema, mit dem wir uns schon intensiv befasst haben und an dem wir intensiv weiterarbeiten.

Die AfD spricht in ihrem Antrag nur von Berufsorientierung an Gemeinschaftsschulen. Sie lässt die Gymnasien unter den Tisch fallen: ein völlig falsches Signal. Auch hier machen Schülerinnen und Schüler nach dem Abitur eine Ausbildung. Auch hier gilt es, einen Überblick zu bekommen über mehr als 1.000 Studiengänge und mehr als 350 Ausbildungsberufe. Auch Oberstufenschülerinnen und -schüler brauchen berufliche Orientierung. Deshalb ist es gut, dass die Landesregierung gemeinsam mit der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit und der Stiftung der Deutschen Wirtschaft Material für die berufliche Orientierung an den Oberstufen bereitstellt.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, das Bildungsministerium hat im vergangenen Jahr vom Parlament den Auftrag bekommen, ein Gesamtkonzept zur beruflichen Orientierung zu erarbeiten. Dazu wurde Ende 2018 ein Zwischenbericht vorgelegt, den wir im Ausschuss diskutiert haben. Der Bericht gibt einen guten Überblick und zeigt die Handlungsnotwendigkeiten auf. Das Gesamtkonzept soll zum Schuljahr 2020/2021 fertig sein.

Der Antrag der AfD bringt die Berufsorientierung inhaltlich keinen Schritt weiter. Die demokratischen Parteien in diesem Haus werden ihn deshalb ablehnen.

Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Vor ein paar Tagen schlug einmal mehr die Bertelsmann Stiftung Alarm: „Betriebe und Jugendliche finden häufig nicht zusammen“. Nun, auch ohne die Bertelsmann Stiftung ist uns allen seit langem klar, dass die Berufsorientierung an unseren Schulen besser werden muss.

Die Zahlen bestätigen dies: 28 % aller Ausbildungsverträge werden vorzeitig aufgelöst, ein Drittel aller Studiengänge wird abgebrochen, zuletzt bleiben rund 7,4 % aller Jugendlichen dauerhaft ohne Berufsabschluss. Hinter diesen Zahlen stehen junge Menschen, die beim Übergang von Schule in den Beruf aus den unterschiedlichsten Gründen durch die Maschen gefallen sind. Dies dürfte in den meisten Fällen mit viel Frust und Demotivation verbunden gewesen sein. Niemand von uns kann oder will sich mit solch einer Lage abfinden.

Wir bringen heute deshalb den Vorschlag ein, an jeder Gemeinschaftsschule fest einen Praxisberater oder Coach einzusetzen, der die Berufsorientierung koordiniert und den Übergang ins Berufsleben federführend begleitet.

Seit November letzten Jahres liegt ja seitens der Landesregierung ein Bericht über den Stand der Erarbeitung eines neuen Gesamtkonzepts zur Berufsorientierung vor; im Bildungsausschuss wurden dann Mitte März nochmals Einzelheiten erläutert.

Bei all dem ist auch klar geworden, dass es nicht etwa zu wenige Angebote zur Berufsorientierung gibt. Dies bestätigen uns auch die Schüler- und die Landeselternvertretung. Was fehlt, ist vor allem ein guter Überblick über die Angebote und - ebenso wichtig - eine kontinuierliche kompetente Begleitung.

Zurzeit soll dies ja durch Lehrkräfte geschehen, die als BO-Beauftragte den Übergang Schule-Beruf koordinieren. Im erwähnten Bericht der Landesregierung heißt es hierzu, dass dies - ich zitiere mit Ihrer Erlaubnis - „oft den Rahmen dessen sprengt, was im Rahmen der Querschnittsaufgabe möglich und sinnvoll ist“.

Man muss kein Prophet sein, um zu wissen, dass die Komplexität der Berufsorientierung in Zeiten von Digitalisierung und Globalisierung künftig noch steigen wird. An einer individualisierten Prozessbegleitung wird also künftig kein Weg vorbeiführen, und wir dürfen Schulen und Lehrer damit nicht alleinlassen.