Protokoll der Sitzung vom 21.11.2024

(Beifall bei der AfD)

Herr Heuer möchte eine Nachfrage stellen.

Ja, klar.

Herr Rausch, eine Anmerkung und eine kleine Nachfrage. - Putin ist der Oberbefehlshaber der russischen Armee. Punkt 1.

Punkt 2. Sie haben meine Frage nicht beant- wortet: Unterschreiben Sie den Satz von Donald Trump im Wahlkampf „Gehen Sie jetzt wählen, dann brauchen Sie nur noch einmal zu wählen“? Befürworten Sie diesen Satz - ja oder nein?

(Anhaltende Unruhe)

Vielen Dank. - Finde ich es gut, dass der Oberbefehlshaber Putin das Krankenhaus bombardiert hat? - Ganz klar: Nein.

Finde ich den Satz „Wählen Sie noch einmal, dann wählen wir nicht mehr“ richtig? - Nein, auch den finde ich nicht richtig. Denn ich bin ein Befürworter demokratischer Prozesse und von Wahlen. Ich bin auch der Meinung, dass man die Mehrheitsentscheidung akzeptieren muss. Ihrer Äußerung entnehme ich, dass Sie das einmal berücksichtigen sollten. Dann sollten Sie uns auch das Amt des Vizepräsidenten nicht mehr vorenthalten, weil wir hier die zweitstärkste Kraft sind. Üben Sie einmal Ihren eigenen Wertekanon!

(Beifall bei der AfD - Zuruf von der AfD: Ge- nau! - Anhaltende Unruhe)

Das war jetzt die Einbringung.

(Lachen)

Ich würde sagen, wir fahren jetzt alle einmal ein Stück herunter und versuchen, das sauber über die Bühne zu bringen.

(Guido Kosmehl, FDP: Nein, jetzt fahren wir erst hoch!)

Die Landesregierung hat einen Redeverzicht signalisiert. Damit steigen wir in die Debatte ein. Als Erster hat für die SPD Herr Erben das Wort.

(Zurufe - Anhaltende Unruhe)

- Die Kommentare bitte genau überlegen. - Jetzt kommt noch mein Kommentar: Bitte begrüßen Sie mit mir Schülerinnen und Schüler

der 9. Klasse der IGS „Regine Hildebrandt“ in Magdeburg.

(Beifall im ganzen Hause)

Herr Präsident! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Ich war zugegebenermaßen kurz überrascht, dass ich schon dran bin.

(Zuruf: Ja! - Zustimmung bei der SPD - Sebas- tian Striegel, GRÜNE: Was für ein Armuts- zeugnis der Landesregierung!)

Man muss klar unterscheiden: Bündnistreue ist ein hohes Gut, aber Nibelungentreue ist gefährliche Dummheit.

(Zustimmung)

Deshalb ist der sozialdemokratische Bundeskanzler Gerhard Schröder dem amerikanischen Präsidenten Bush nicht in den völkerrechts- widrigen Krieg im Irak gefolgt.

(Zuruf von der AfD: Richtig!)

Er hat Deutschland damit vor der Verstrickung in Konflikte bewahrt, aus denen die USA bis heute nicht herausgefunden haben. Genauso wenig wird ein sozialdemokratischer Bundeskanzler - oder auch ein anderer Kanzler von jeder anderen demokratischen Partei - einen US-Präsidenten Trump auf dem Weg folgen, der Ukraine einen Diktatfrieden aufzuzwingen.

(Zustimmung bei der SPD, bei den GRÜNEN und von Anne-Marie Keding, CDU)

Denn es ist im ureigensten deutschen Interesse, dass in Europa Grenzen nicht gewaltsam verschoben werden.

(Zustimmung bei der SPD, bei der CDU und bei den GRÜNEN)

Herr Waehler, Sie haben sich ja geoutet, dass Sie der Zwischenrufer waren. Ich will es einmal für alle übersetzen, die es nicht genau gehört haben: Es ging um die Verschiebung der Grenzen zwischen Deutschland und Polen. Ich finde das, was Sie hier vorhin vom Stapel ge- lassen haben, unerhört.

(Beifall bei der SPD, bei der CDU, bei der Linken, bei der FDP und bei den GRÜNEN)

Wenn das Schule machen sollte, dann sind bald auch im Baltikum, in Mitteleuropa und auf dem Balkan die bestehenden Grenzen und das Selbstbestimmungsrecht der Völker in Gefahr.

(Lothar Waehler, AfD: Das ist doch Fakt!)

Deshalb unterstützt Deutschland gemeinsam mit seinen Bündnispartnern die Ukraine gegen die russische Aggression. Es kann einen stabilen Frieden nur dann geben, wenn er auch für das ukrainische Volk akzeptabel ist. Aber genauso ist es im Interesse Deutschlands, dass sich dieser Krieg nicht auf andere Länder ausweitet,

und vor allem, dass Deutschland nicht in den Krieg hineingezogen wird.

(Zuruf von der AfD)

Deshalb können wir alle froh sein - ich muss sagen, ich bin stolz darauf -, dass unser Bundeskanzler in seiner Haltung zur Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern nicht wackelt und auch nicht wankt.

(Beifall bei der SPD)

Niemand kann wollen, dass sich die russische Antwort auf einen Taurus-Einsatz gegen deutsche Soldaten, gegen NATO-Einrichtungen oder gar gegen das deutsche Hoheitsgebiet selbst richtet. Es ist eine der wichtigsten Fragen, ob Deutschland diese klare Haltung auch nach den Neuwahlen zum Deutschen Bundestag beibehalten wird.

Meine Herren von der AfD!

(Zuruf von der AfD: Wir haben auch Frauen!)

- Aber die haben zu dem Thema vermutlich nichts zu sagen.

(Matthias Büttner, Staßfurt, AfD: Das ist sexistisch! Frauenfeindlich! - Weitere Zurufe von der AfD - Unruhe)

In Ihrer Haltung zu Russland, zu dem Diktat von Putin und zu den von ihm begonnenen Krieg ist der Übergang zum Landesverrat bei Ihnen seit Langem fließend.

(Oliver Kirchner, AfD: Wer hat uns verraten? Die Sozialdemokraten! - Unruhe)

Wer es nicht erwarten kann, dass militärische Landgewinne dem Aggressor zum Geschenk gemacht werden, wer versucht, in die annektier-

ten Gebiete als Wahlbeobachter zu reisen, wer Geld aus dubiosen Kassen in Russland annimmt,

(Matthias Büttner, Staßfurt, AfD: Welche Kassen? - Unruhe)

und wer sich im Netz von Trollen und Bots aus Moskau unterstützen lässt, der bringt auch Sicherheit und Frieden hier in unserem eigenen Land in Gefahr.

(Beifall bei der SPD, bei der CDU, bei der Linken und bei den GRÜNEN)

Es kann nicht verwundern, dass Sie den Tag herbeisehnen, an dem in Washington

ein Präsident antritt, der das präpotente Gehabe von Wladimir Putin genauso bewundert wie Sie.