Protokoll der Sitzung vom 05.02.2010

(Beifall bei den Grünen)

Herr Abg. Schmiedel.

(Abg. Karl Zimmermann CDU: Genügt es nicht, was Herr Schmid gesagt hat?)

Liebe Kollegen, die Sache ist ganz einfach: Ob ein Antrag zulässig oder nicht zulässig ist, entscheidet sich an der Sache und nicht durch Mehrheiten.

(Beifall bei Abgeordneten der SPD)

Das stellt der Präsident fest und nicht die Mehrheitsfraktionen.

(Zurufe von der CDU und der FDP/DVP – Unruhe)

Sonst könnten wir als Opposition einpacken. Dann könnten Sie jeden Antrag, der Ihnen nicht passt, weil Sie sich in der Sache nicht einig sind, einfach für unzulässig erklären.

(Beifall bei der SPD und den Grünen – Abg. Karl- Wilhelm Röhm CDU: Wir halten den Antrag von Ih- nen für nicht rechtmäßig!)

Wenn der Präsident feststellt, dass dieser Antrag zulässig ist, dann ist das zu respektieren. Es gehört zu den parlamentarischen Gepflogenheiten, dass Entscheidungen des amtierenden Präsidenten zu respektieren sind. Alles andere kann man dann im Präsidium besprechen.

(Zuruf von der SPD: So ist es!)

Und jetzt stimmen wir ab!

(Beifall bei der SPD und den Grünen)

Liebe Kolleginnen und Kollegen, auch nach Rücksprache mit der Verwaltung bin ich der Auffassung, dass der Antrag zulässig ist und zur Abstimmung gestellt werden kann. Andernfalls könnte jede Mehrheit im Parlament bei jedem beliebigen Antrag es ablehnen, den Antrag zur Abstimmung zu stellen. Das geht nach unserer Geschäftsordnung nicht.

(Abg. Dr. Stefan Scheffold CDU: Nicht jeden Antrag! Aber dann, wenn es begründet ist!)

Insofern halte ich meine Meinung nach wie vor aufrecht, dass dieser Antrag zulässig ist und jetzt auch zur Abstimmung gestellt werden kann.

Herr Abg. Dr. Scheffold, bitte.

(Abg. Reinhold Gall SPD: Wir stimmen jetzt ab! Es gibt keine weitere Wortmeldung mehr!)

Herr Kollege Gall, über die Frage, wer hier das Wort erhält, entscheide ich.

(Beifall bei Abgeordneten der CDU)

Bitte, Herr Abg. Dr. Scheffold.

Herr Präsident, meine verehrten Kolleginnen und Kollegen! Ich glaube nicht, dass die Fragestellung die ist, ob wir hier jeden Antrag mit Mehrheit ablehnen könnten oder jedem Antrag mit Mehrheit zustimmen könnten.

(Abg. Reinhold Gall SPD: Doch! Das wäre die Kon- sequenz!)

Aber wenn ein Antrag unzulässig ist,

(Zuruf von der SPD: Das entscheiden doch nicht Sie, ob ein Antrag unzulässig ist!)

dann meine ich, dass wir darüber auch eine Entscheidungsfindung herbeiführen können.

(Beifall bei Abgeordneten der CDU)

Ich halte diesen Antrag nicht für unzulässig, Herr Kollege. Das ist eine politische Einschätzung, aber diese Einschätzung wird hier oben so nicht geteilt. Insofern lasse ich den Antrag jetzt zu und auch die namentliche Abstimmung,

(Abg. Karl-Wilhelm Röhm CDU: Das ist eine ande- re Frage!)

die übrigens in § 99 Abs. 1 der Geschäftsordnung eindeutig geregelt ist:

Eine namentliche Abstimmung findet statt, wenn ein entsprechender Antrag durch fünf Abgeordnete unterstützt wird.

Hinterher kann ja jeder eine Erklärung abgeben. Das ist gar keine Frage.

(Zuruf von der SPD: Ja, jeder!)

Liebe Kolleginnen und Kollegen, wer dem Entschließungsantrag der Fraktion der SPD, Drucksache 14/5812-4, zustimmen möchte, den bitte ich, mit Ja zu antworten, wer ihn ablehnen möchte, der möge mit Nein antworten. Wer sich der Stimme enthalten möchte, der antworte mit „Enthaltung“.

Ich bitte die Schriftführerin, Frau Kollegin Schütz, den Namensaufruf vorzunehmen. Der Namensaufruf beginnt mit dem Buchstaben O.

(Namensaufruf)

Ist noch jemand im Saal, der abzustimmen wünscht? – Das ist nicht der Fall. Damit ist die Abstimmung beendet. Ich bitte die Schriftführer, die Stimmen auszuzählen.

(Auszählen der Stimmen)

Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich darf das Abstimmungsergebnis bekannt geben:

An der Abstimmung haben sich 117 Abgeordnete beteiligt.

Mit Ja haben 41 Abgeordnete gestimmt, mit Nein haben 25 Abgeordnete gestimmt, enthalten haben sich 51 Abgeordnete.

Damit ist der Entschließungsantrag der Fraktion der SPD, Drucksache 14/5812-4, angenommen.

(Beifall bei der SPD und Abgeordneten der Grü- nen)

Mit J a haben gestimmt:

SPD: Katrin Altpeter, Christoph Bayer, Stephan Braun, Fritz Buschle, Wolfgang Drexler, Sabine Fohler, Reinhold Gall, Hans-Martin Haller, Rita Haller-Haid, Rudolf Hausmann, Ursula Haußmann, Helen Heberer, Walter Heiler, Peter Hofelich, Gunter Kaufmann, Gerhard Kleinböck, Thomas Knapp, Walter Krögner, Georg Nelius, Dr. Rainer Prewo, Margot Queitsch, Ingo Rust, Nikolaos Sakellariou, Dr. Nils Schmid, Claus Schmiedel, Wolfgang Stehmer, Rainer Stickelberger, Johannes Stober, Andreas Stoch, Wolfgang Wehowsky, Marianne Wonnay, Norbert Zeller.

GRÜNE: Theresia Bauer, Winfried Kretschmann, Dr. Bernd Murschel, Reinhold Pix, Eugen Schlachter, Hans-Ulrich Sckerl, Edith Sitzmann, Dr. Gisela Splett, Franz Untersteller.

Mit N e i n haben gestimmt:

CDU: Manfred Groh, Manfred Hollenbach, Karl-Wolfgang Jägel, Karl Klein, Dr. Bernhard Lasotta, Dr. Reinhard Löffler, Ulrich Lusche, Winfried Mack, Stefan Mappus, Paul Nemeth, Werner Raab, Dr. Wolfgang Reinhart, Karl-Wilhelm Röhm, Karl Rombach, Winfried Scheuermann, Katrin Schütz, Stefan Teufel.

GRÜNE: Ilka Neuenhaus, Thomas Oelmayer.

FDP/DVP: Dr. Birgit Arnold, Dietmar Bachmann, Monika Chef, Friedhelm Ernst, Dr. Ulrich Goll, Dr. Hans-Peter Wetzel.

Der Stimme e n t h a l t e n haben sich: