Protokoll der Sitzung vom 05.06.2003

Meine Damen und Herren, aber auch unsere 60-Tage-Bilanz kann sich sehen lassen. Ich sage Ihnen, diese Landesregierung hat in zwei Monaten mehr geleistet als Ihre rotgrüne Bundesregierung in acht Monaten in Berlin. Schauen Sie sich doch einmal die Ergebnisse an.

(Beifall bei der CDU – Zurufe von dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Herr Al-Wazir,ich sage Ihnen:Im Gegensatz zu Rot-Grün löst diese Landesregierung Probleme.Rot-Grün schafft in Berlin Probleme und führt unser Land damit in den Abgrund. Das ist doch die politische Wahrheit.

(Beifall bei der CDU – Zuruf des Abg. Frank-Peter Kaufmann (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN))

Herr Al-Wazir, offensichtlich haben Sie hier überhaupt nicht aufgepasst, oder Sie waren teilweise geistig nicht anwesend. Am 23. April wurde hier von dem Herrn Ministerpräsidenten im Rahmen seiner Regierungserklärung das Programm dieser Regierung für fünf Jahre deutlich gemacht, unter dem Aspekt: „Verantwortung für heute – Visionen für morgen“.

(Frank-Peter Kaufmann (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):Also alles auf 2015 verschoben!)

Das ist die Grundlage unserer Politik. Danach handelt diese Landesregierung im Interesse der Menschen in Hessen.

Meine Damen und Herren, wegen der Kürze der Zeit will ich nur einige Schwerpunkte nennen. Schauen Sie sich die Bildungspolitik an.

(Frank-Peter Kaufmann (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Was haben Sie denn seit Regierungsantritt gemacht?)

Natürlich ist der Weg von der Unterrichtsgarantie zur Qualitätsgarantie hier begonnen worden, und zwar sehr konkret: die Orientierungsarbeit in den Grundschulen, der Mathematikwettbewerb,

(Frank-Peter Kaufmann (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Etwas völlig Neues!)

die bedarfsorientierte Ganztagsschule, die Verbindung des Kindergartens zur Grundschule.

(Priska Hinz (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):Was ist denn da beabsichtigt?)

Das sind sehr konkrete Punkte, die hier in Angriff genommen worden sind: der Bereich innere Sicherheit, die zügige Fortsetzung des Neubaus der JVA in Hünfeld.

(Frank-Peter Kaufmann (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Oh! – Zuruf der Abg. Priska Hinz (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN))

Den haben Sie jahrelang nicht auf den Weg gebracht. Sie haben acht Jahre lang regiert. Dann die Schwerpunktstaatsanwaltschaft am Finanzplatz Frankfurt, der Verfassungsschutzbericht,

(Frank-Peter Kaufmann (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Der Verfassungsschutzbericht, jawohl!)

der freiwillige Polizeidienst, jetzt das Thema DNA aus unserer Fraktion. Sie haben hier gerade kritisiert, dass da nichts auf den Weg gebracht wurde.

(Zuruf des Abg.Armin Klein (Wiesbaden) (CDU))

Dann die Arbeitsplätze in der Wirtschaft, das Thema Buchmesse, die Ausbildungsinitiative. Der Flughafenausbau wird ordentlich fortgesetzt.

(Frank-Peter Kaufmann (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Na ja, darüber kann man streiten!)

Der Chemiestandort Hessen. Sehr geehrter Herr Al-Wazir, die Förderung des Chemiestandorts Hessen im Vergleich zu der rot-grünen Regelungswut und dem, was zurzeit in Berlin beabsichtigt ist, ist ein sehr konkreter Ein

satz dieser Landesregierung für Arbeitsplätze in unserem Land. Das ist das richtige Handeln.

(Beifall bei der CDU)

Gestern Abend waren Sie bei der Veranstaltung mit dem Handwerk. Haben Sie denn nicht gehört, was die Handwerker dort gesagt haben?

(Zuruf der Abg. Evelin Schönhut-Keil (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN))

Der Einsatz für den Meisterbrief ist für das hessische Handwerk eine Frage seiner Zukunftsfähigkeit, der Ausbildungs- und der Arbeitsplätze. Auch das ist ein konkretes Handeln dieser Landesregierung.

(Beifall bei Abgeordneten der CDU – Zuruf des Abg. Norbert Schmitt (SPD))

Verkehrsinfrastruktur: die Verbindung der A 44, der Flughafen Kassel-Calden – überall Akzente, die diese Landesregierung gesetzt hat.

(Frank-Peter Kaufmann (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):Alles alte Kamellen!)

Dass mehr als 40 Steuererhöhungen von dieser Landesregierung verhindert worden sind, ist der richtige Weg gewesen. Das ist eine ganz konkrete Erfolgsmaßnahme.

(Beifall bei der CDU)

Die Körperschaftsteuer vernünftig reformiert.Sie können das auch etwas polemisch sagen, aber Tatsache ist: Die Amerikareise des Ministerpräsidenten war ein Erfolg für unser Land.

(Lachen bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Die Fortentwicklung der Beziehungen zur Partnerregion Wisconsin, der Besuch in Washington – und wenn schon die „FAZ“ in der Überschrift schreibt: „Powell trifft Schröder, Bush trifft Koch“, dann ist das, wie ich finde, eine Anerkennung der Arbeit dieser Landesregierung.

(Beifall bei der CDU)

Meine Damen und Herren, ich kann das fortsetzen: Kulturhauptstadt,

(Tarek Al-Wazir (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Kulturhauptstadt?)

die Staatsweingüter, Verbraucherschutz, Nationalpark Kellerwald-Edersee. Herr Al-Wazir, ich kann Ihnen nur eines sagen:Tatsache ist,Rot-Grün steht für Stillstand und Rückschritt, diese Landesregierung handelt im Interesse der Menschen in Hessen. – Besten Dank.

(Beifall bei der CDU)

Vielen Dank, Herr Dr. Jung. – Das Wort hat der Kollege Walter, der Vorsitzende der SPD-Fraktion.

Herr Präsident, auch von mir herzlichen Glückwunsch zu Ihrem 50. Geburtstag.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, die beiden Aktuellen Stunden von SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN korrespondieren. Die GRÜNEN fragen in ihrer Aktuellen Stunde: Was macht eigentlich die Landesregierung?

Die SPD gibt in ihrer Aktuellen Stunde die Antwort: Arbeitsverweigerung.

(Hans-Jürgen Irmer (CDU): Was sind das für Kindereien?)

Liebe Kolleginnen und Kollegen, die Rede des hessischen Finanzministers in der ersten Aktuellen Stunde – ich habe versucht, die Verbindung herzustellen – war äußerst erschreckend.

(Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Wir haben in Hessen eine Situation, in der wir den Begriff Sanierungsfall nicht nur in der politischen Debatte haben, sondern Hessen ist, objektiv gesehen, haushaltspolitisch wirklich ein Sanierungsfall.

(Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Gestern habe ich versucht, Ihnen die Zahlen in relativer Ruhe darzulegen. Die Summe der Versorgung und der Zinslasten wird eher kurz- als mittelfristig dazu führen, dass dieses Landesparlament jedenfalls nichts Nachhaltiges mehr wird entscheiden können. Das wird dazu führen, dass wir nicht mehr über Investitionen, Arbeitsprogramme, mehr Lehrerinnen und Lehrer oder etwas dergleichen werden reden können. Denn allein die Summe dieser beiden festen Kostenblöcke macht dieses Land handlungsunfähig.

(Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)