Protokoll der Sitzung vom 12.06.2002

Das Wort hat der Abgeordnete Dr. Freytag.

Herr Präsident, meine Damen und Herren! Was die SPD hier inszeniert, ist nichts anderes als der durchsichtige, erfolglose Versuch, vom eigenen Versagen abzulenken.

(Beifall bei der CDU, der Partei Rechtsstaatlicher Offensive und der FDP – Michael Neumann SPD: Erfolgreich! – Lachen bei der SPD)

Der Antrag auf Abwahl des Schulsenators ist das absurde Theater einer frustrierten Opposition, die keine Alternativen hat und keine Alternative ist.

(Beifall bei der CDU, der Partei Rechtsstaatlicher Offensive und der FDP)

SPD und GAL haben uns die Suppe eingebrockt, die jetzt alle Menschen in Hamburg auslöffeln müssen.

(Beifall bei der CDU, der Partei Rechtsstaatlicher Offensive und der FDP – Lachen bei der SPD und der GAL)

Nur Sie sind es gewesen, die uns einen bildungspolitischen Scherbenhaufen erster Ordnung hinterlassen haben.

(Beifall bei der CDU, der Partei Rechtsstaatlicher Offensive und der FDP)

Die ganze Stadt leidet unter rotgrünen Erblasten und wir werden diesen Schulsenator beim Aufräumen in seiner Behörde unterstützen.

(Beifall bei der CDU, der Partei Rechtsstaatlicher Offensive und der FDP – Zuruf von der SPD)

Die Erblasten liegen auf der Hand. Was wir jetzt vorgefunden haben, von dem, was Sie angerichtet haben, sind Vorgänge, an denen Sie nicht vorbeireden können. Wir haben

über 500 Lehrerplanstellen in einem Volumen von 36 Millionen Euro vorgefunden, die nicht finanziert waren. Sie haben ungedeckte Schecks auf die Zukunft dieser Stadt gezogen.

(Beifall bei der CDU, der Partei Rechtsstaatlicher Offensive und der FDP)

Sie haben die Lehrer getäuscht, Sie haben die Eltern getäuscht, Sie haben die Schüler getäuscht, Sie haben das Parlament hintergangen und Sie haben das Haushaltsrecht gebrochen.

(Beifall bei der CDU, der Partei Rechtsstaatlicher Offensive und der FDP – Unruhe bei der SPD)

Sie haben es in Ihrer Regierungszeit fertig gebracht, Schulen erster und zweiter Klasse einzurichten.

(Burkhardt Müller-Sönksen FDP: Richtig!)

Es gibt Schulen erster Klasse – das sind Ihre Gesamtschulen – und es gibt Schulen zweiter Klasse – das sind die Gymnasien und Realschulen –. Wie sind die Fakten? Für die Sekundarstufe I haben Sie bei Gesamtschulen 18 Prozent mehr Geld ausgegeben als bei den Gymnasien und sogar 20 Prozent mehr als für Schüler der Realschulen. Wir werden mit dieser Ungerechtigkeit Schluss machen.

(Beifall bei der CDU, der Partei Rechtsstaatlicher Offensive und der FDP – Dr. Andrea Hilgers SPD: Weil Sie keine Ahnung haben!)

Das Sündenregister rotgrüner Bildungspolitik ist so groß, dass die Zeit nicht ausreicht, alles zu zitieren. Sie haben aus den Lernausgangsuntersuchungen nicht die richtigen Konsequenzen gezogen. Es fehlte an verbindlichen Inhalten für die Lehrpläne, es gab keine besonderen Angebote für leistungsstarke Schüler. Selbst bei den als dringlicher Bedarf erkannten Ganztagsschulen brachten Sie als alter Senat eine einzige Ganztagsschule pro Jahr zustande. Der neue Senat hat als eine seiner ersten Amtshandlungen drei Ganztagsschulen pro Jahr eingerichtet. Das ist Bildungspolitik für die Bürger.

(Beifall bei der CDU, der Partei Rechtsstaatlicher Offensive und der FDP – Ingo Egloff SPD: Wo sind denn die Einrichtungen?)

Die größte Bankrotterklärung Ihrer rotgrünen Bildungspolitik sind die Hamburger Ergebnisse der PISA-Studie.

(Britta Ernst SPD: Die gibt’s doch gar nicht!)

Obwohl Hamburg das meiste Geld pro Schüler ausgibt, sind die Ergebnisse Ihrer Bildungspolitik katastrophal.

(Beifall bei der CDU, der Partei Rechtsstaatlicher Offensive und der FDP)

Die Fakten sprechen eine deutliche Sprache. In Hamburg werden pro Schüler 5800 Euro pro Jahr ausgegeben. Das sind 38 Prozent mehr als im Bundesdurchschnitt.

(Anja Hajduk GAL: Das finden Sie schlecht!)

Auf einen Lehrer kommen in Hamburg knapp 15 Schüler. Das sind 20 Prozent weniger als im Bundesdurchschnitt.

(Dr. Andrea Hilgers SPD: Das ist die Erblast!)

In den Siebzigerjahren kamen auf 14 000 Lehrer 300 000 Schüler. Heute kommen auf 14 000 Lehrer 220 000 Schüler. Fazit, meine Damen und Herren: Es wurde sehr viel investiert, es kam wenig heraus. Das Resultat Ihrer Bildungspolitik: Bei höchsten Kosten hat Hamburg die schlechtesten Ergebnisse.

(Uwe Grund SPD)

(Beifall bei der CDU, der Partei Rechtsstaatlicher Offensive und der FDP)

An einer Tatsache kommen wir nicht vorbei. SPD und GAL haben zu ihren Regierungszeiten die Bildungspolitik gegen die Wand gefahren. Sie sind der Brandstifter, der jetzt Feuerwehr spielen will. Das lassen wir Ihnen nicht durchgehen, meine Damen und Herren.

(Beifall bei der CDU, der Partei Rechtsstaatlicher Offensive und der FDP – Dr. Andrea Hilgers SPD: So ein Quatsch!)

Ich kann nur hoffen, meine Damen und Herren von SPD und GAL, dass Sie aufhören, Parlament und Menschen in Hamburg für dumm zu verkaufen.

(Anja Hajduk GAL: Hören Sie doch mal auf, so einen Quatsch zu reden!)

Sie beantragen hier die Entlassung eines Senators. Das ist Ihr gutes, verfassungsmäßiges Recht. Schade eigentlich, dass es nicht möglich ist, die Entlassung einer unfähigen Opposition zu beantragen.

(Beifall bei der CDU, der Partei Rechtsstaatlicher Offensive und der FDP – Michael Neumann SPD: Neuwahlen!)

Sie sehen meine Fraktionskolleginnen und -kollegen und die Bürger dieser Stadt in dieser Frage aber wiederum sehr entspannt. In Wahrheit ist es so, dass wir Sie nicht entlassen wollen, denn der Zustand dieser Opposition ist von einer Qualität, welche die beste Lebensversicherung für diesen Senat ist. Das ist gut so, meine Damen und Herren.

(Beifall bei der CDU, der Partei Rechtsstaatlicher Offensive und der FDP – Uwe Grund SPD: Das ist das Pfeifen im finsteren Wald!)

Meine Damen und Herren von Rotgrün! Bleiben Sie einfach so, wie Sie sind, dann bleiben wir an der Regierung. Das ist gut für Sie und gut für unsere Stadt. – Ich danke Ihnen.

(Anhaltender Beifall bei der CDU, der Partei Rechtsstaatlicher Offensive und der FDP)

Das Wort hat der Abgeordnete Frühauf.

(Michael Neumann SPD: Jetzt kommt der beste Mann!)

Herr Präsident, meine Damen und Herren! Wir haben gehört, was die Opposition sich wünscht. Nur, bleibt es denn auch bei diesen Wünschen? Die Realität sieht anders aus. Was würden Sie sagen, wenn ich annehme, dass die Stimmung, die hier zurzeit vorherrscht, nur aus dem finanziellen Druck resultiert – der ja besteht – und dann bei der Opposition zu Forderungen führt, die ich als populistisch bezeichne?

(Oh-Rufe von der SDP und Beifall bei Uwe Grund SPD – Michael Neumann SPD: Oh, der Mann weiß, wovon er spricht!)

Sie haben Recht. Ich finde diesen Satz auch eigentlich vom Grunde her bescheuert, aber...

(Beifall bei der Partei Rechtsstaatlicher Offensive, der CDU und der FDP – Lachen und Beifall bei der SPD)