Lediglich ein einziger Punkt der vorliegenden Senatsmitteilung ist sinnvoll: Der Umbau des U-Bahnhofs Berliner Tor und die geplante Änderung der Verknüpfung der Linien U2 und U3. Wir werden darauf drängen, dass mit dieser Maßnahme möglichst bald begonnen werden kann und dass sie unabhängig vom Schicksal der Linie U4 verwirklicht wird.
Auf den Punkt gebracht: Wer die Stadtbahn ablehnt, die UBahn will, der bekommt Bus. Das hat Hamburg nicht verdient und ist für die Olympia-Bewerbung gefährlich. Als goldene Brücke für den Senat schlage ich Folgendes vor: Nennen Sie doch die Stadtbahn nicht mehr Stadtbahn, sondern Neue Hafenbahn und Sie sind aus dem Schneider.
Allerdings habe ich wenig Hoffnung bei einem Senator, der morgens den Clown macht, indem er in winterlichen Schlaglöchern Golf spielt, und nachmittags populistisch den Straßenarbeiter mimt. Autofahrer in Hamburg reagieren darauf zu Recht sauer und ich meine, dass ein solches Verhalten eines Hamburger Senators auch nicht würdig ist. – Danke.
Herr Präsident, meine Damen und Herren! Lieber Herr Dose, da sehen Sie einmal, wie schnell sich unsere Senatoren fortentwickeln können. Das hätte ich bei Ihren auch sehr gerne gesehen.
(Ingo Egloff SPD: Es kommt nicht auf die Fortent- wicklung an, sondern auf die Richtung! – Wolf-Die- ter Scheurell SPD: Vielleicht stößt er ja auf Öl!)
Herr Dose hat sich ja sehr viel Mühe mit seiner Vorbereitung gemacht –: Dieser Senat wird die Perlen finden und sie zur vollen Geltung bringen, weil dieser Senat auch im Stande ist, systematisch nach Perlen zu suchen. Eine dieser Perlen...
Eine dieser Perlen, die wir in dieser Stadt haben, ist zweifellos die Hamburger U-Bahn. 530 000 Fahrgäste am Tag können nicht irren. Das ist ein hochattraktives Nahverkehrssystem, das wir hier anbieten.
(Beifall bei der CDU, der Partei Rechtsstaatlicher Offensive und der FDP – Zuruf von Christian Maaß GAL)
Dieses Verkehrssystem, Herr Maaß, hätte es eigentlich verdient gehabt, dass nach den großen Maßnahmen der Sechziger-, Siebzigerjahre auch in den folgenden Jahrzehnten entsprechend weitergebaut worden wäre. Was hat man aber gemacht? Man hat gerade mal drei kleine Streckenabschnitte etwas verlängert und das war es. Sie hatten irgendwann in den Siebzigerjahren einmal festgestellt, dass die Anbindung der Großsiedlung Steilshoop am sinnvollsten durch eine U-Bahn erfolgen sollte. Das haben Sie seinerzeit festgestellt und nie etwas gemacht. Das ist doch die Tatsache, an der Sie nicht vorbei können. Wir machen das anders. Wir packen dieses Projekt jetzt an und machen damit Hamburgs U-Bahn fit für dieses neue Jahrhundert einschließlich des Umbaus oder Neubaus des Knotens am Berliner Tor.
(Beifall bei der CDU, der Partei Rechtsstaatlicher Offensive und der FDP – Wolf-Dieter Scheurell SPD: Das ist so wie mit den Presseerklärungen Ihrer Sozialsenatorin!)
und mit der Fortführung nach Bramfeld werden wir dieses Riesenloch im schienengebundenen Personennahverkehr auch schließen können.
Herr Buss, wenn Sie sich um die Finanzierung Sorgen machen, dieser Senat wirtschaftet so solide. Wenn Ihre Senatoren das genauso gemacht hätten, dann hätten wir das schon heute aus der Kasse finanzieren können. So wird es ein paar Jahre dauern.
Wir brauchen für die Olympia-Bewerbung und für die HafenCity ein leistungsfähiges, attraktives und hochwertiges Nahverkehrssystem. Das kann die Straßenbahn schlicht und ergreifend nicht sein. Wir komplettieren hier für den Kernbereich der Stadt das U-Bahn-System mit der Verlängerungsoption nach Wilhelmsburg.
Ich will noch einmal auf den Knoten Berliner Tor eingehen. Jahrzehntelang haben Sie es mit Ihrer Verkehrspolitik geschafft, Zug- und Bahnsteiglängen zusammenzubinden, die überhaupt nicht miteinander harmonieren. Sie haben auf der Linie U3 im Westen die kurzen Bahnsteige und im Osten so viele Leute, dass die kurzen Züge,
Dann sollten Sie auch schweigen, wenn ich klingele. Gestatten Sie eine Zwischenfrage des Abgeordneten Dose.
Ich möchte jetzt den Satz zu Ende bringen, obwohl ich langsam den grammatischen Überblick verliere, drei Worte vor Ende desselben.
Um es kurz zu machen mit diesem Satz: Sie haben jahrzehntelang Unsinn hier betrieben. Wir werden auch dieses ändern, sodass es zusammenpasst. Herr Präsident.
Herr Abgeordneter Reinert, ist Ihnen bekannt, dass selbst der ADAC in einer Untersuchung mitgeteilt hat, dass der ÖPNV in Hamburg spitze ist?
Die Antwort ist schlicht und ergreifend: Ja, das ist mir bekannt, Herr Dose. Wie der ADAC zu dieser Bewertung angesichts des Unsinns, den ich gerade geschildert habe, gekommen ist, das wird mir länger ein Rätsel bleiben.
Meine Damen und Herren! In der Drucksache steht letzten Endes: Die Bürgerschaft soll Kenntnis nehmen. Wir nehmen sogar erfreut Kenntnis.