Protokoll der Sitzung vom 22.09.2004

Ein weiterer möglicher Vorteil könnte sein, dass es über dieses Projekt für Schülerinnen und Schüler auch leichter wird, den Weg in den Vereinssport zu finden. Das könnte dazu verleiten zu denken, dass dieses Projekt auch von großem Vorteil für die Vereine sei. Allerdings muss dabei auch gesagt sein, dass gerade Jugendarbeit Vereine viel Geld und Engagement – vor allem ehrenamtliches – kostet und durch die Querfinanzierung durch die erwachsenen Mitglieder getragen wird. Ohne diese funktioniert das System nicht. Das heißt, jugendliche Mitglieder nützen auch nichts, wenn wir an die beabsichtigte Betriebskostenbeteiligung für die Vereine an der Sportstättennutzung denken, wenn dann die erwachsenen Mitglieder möglicherweise austreten, weil ihnen der Verein zu teuer wird. Das wird zulasten der Kinder und Jugendlichen gehen, auch wenn sie nicht direkt an diesen Kosten beteiligt werden sollen. Ich denke, es muss noch einmal genau nachgedacht werden, ob dieses Konzept mit den 3,5 Millionen wirklich sinnvoll ist und ob es nicht die Leistungsfähigkeit der Vereine eher schwächt als stärkt. Ich glaube, wir brauchen starke Sportvereine in Hamburg.

(Beifall bei der GAL und vereinzelt bei der SPD)

Über eine Sache habe ich mich sehr gewundert: Dass Sie quasi eins zu eins das Konzept der Hamburger Sportjugend übernommen haben. Dadurch ist ja ein Duktus in den Antrag gekommen, den ich sonst nur von der GAL oder der SPD kenne. Wenn Sie einmal auf die erste Seite des Antrages ganz unten gucken, so sind dort Begrifflichkeiten enthalten, die ich aus Ihren Anträgen sonst nicht kenne. Aber das hat natürlich unsere Zustimmung nur noch erleichtert. Es gab anfänglich ein kleines Problem: Als ich den Antrag gelesen habe, habe ich gedacht, ob Sie das wirklich meinten. Haben Sie tatsächlich vor, eine Art spezielles Erziehungsprogramm für Jungen ins Auge zu fassen, damit sie ihre sozialen Defizite durch Sport bewältigen lernen? Sie sprechen nämlich ausschließlich von Schülern, von Jugendgruppenleitern, von Übungsleitern und Sportlehrern, die alle in Toleranz und Mitverantwortung für Gruppen geschult werden sollen.

(Bernd Reinert CDU: Gruppen und Gruppinnen müsste es heißen!)

Aber da Sie ja mit der Hamburger Sportjugend kooperieren wollen, weiß ich, dass das mit Sicherheit nicht der Fall sein wird. Herr Schmidt hat ja auf die Veranstaltung "Straßenfußball für Toleranz" hingewiesen. Das ist eins der Projekte, wo sehr deutlich ist, dass gerade die Hamburger Sportjugend einen geschlechtergerechten Ansatz in ihrer Arbeit hat. Vielmehr scheint das die einzige Stelle in Ihrem Antrag zu sein, wo Ihr eigener Stil herauskommt.

Wir werden dieses Vorhaben mit unseren Stimmen unterstützen und hoffen, dass die Umsetzung besser klappt als die dritte Sportstunde, von der wir ja seit gestern wissen, was wir seit langem ahnen: Sie entwickelt sich offenbar zu einem riesigen Flop. – Danke.

(Beifall bei der GAL und der SPD)

Weitere Wortmeldungen sehe ich nicht.

Wir kommen zur Abstimmung. Wer stimmt einer Überweisung der Drucksache 18/859 an den Sportausschuss zu? – Gegenstimmen? – Stimmenthaltungen? – Das ist mehrheitlich abgelehnt.

Ich lasse in der Sache abstimmen. Wer möchte den Antrag aus der Drucksache 18/859 annehmen? – Gegenstimmen? – Stimmenthaltungen? – Das ist einstimmig so beschlossen.

Ich rufe den Tagesordnungspunkt 40 auf, die Drucksache 18/518 (Neufassung) und 18/766, Antrag der SPDFraktion: Tag der Seniorinnen und Senioren im Rathaus, mit Antrag der CDU-Fraktion: Dialog der Generationen.

[Antrag der Fraktion der SPD: Tag der Seniorinnen und Senioren im Rathaus – Drucksache 18/518 (Neufassung) –

[Antrag der Fraktion der CDU: "Dialog der Generationen" – Drucksache 18/766 –]

Beide Drucksachen möchte die GAL-Fraktion an den Sozialausschuss überweisen.

Die Fraktionen haben sich verständigt, keine Debatte zu führen. Wir kommen sogleich zur Abstimmung. Wer stimmt einer Überweisung der Drucksachen 18/518 (Neu- fassung) und 18/766 an den Sozialausschuss zu? – Gegenstimmen? – Stimmenthaltungen? – Dann ist das einstimmig so beschlossen.

Ich rufe den Tagesordnungspunkt 61 auf, die Drucksache 18/863, Antrag der CDU-Fraktion: "Masterplan" Konversionsflächen.

[Antrag der Fraktion der CDU: "Masterplan" Konversionsflächen – Drucksache 18/863 –]

Diese Drucksache möchte die SPD-Fraktion an den Stadtentwicklungsausschuss überweisen.

Die Fraktionen sind sich einig, dass diese Debatte nicht erfolgen wird. Wir kommen sogleich zur Abstimmung. Wer stimmt einer Überweisung der Drucksache 18/863 an den Stadtentwicklungsausschuss zu? – Gegenstimmen? – Stimmenthaltungen? – Das ist einstimmig so beschlossen.

Meine Damen und Herren, nutzen Sie die Zeit zur gründlichen Vorbereitung auf die morgige Sitzung. Die Sitzung ist geschlossen.