Protokoll der Sitzung vom 29.06.2006

Weil Sie sagten einvernehmlich.

… aber ich gucke mir das gerne in den Akten noch mal an.

(Minister Dr. Till Backhaus: Da ist jetzt nur noch ein Polizist.)

Danke schön.

Danke schön, Herr Minister.

Das Wort hat jetzt der Abgeordnete Herr Körner von der Fraktion der SPD.

Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren Abgeordnete!

(Vizepräsident Andreas Bluhm übernimmt den Vorsitz.)

Sie legen heute den Finger auf eine Stelle, wo ich sagen muss, ja, es ist bedauerlich,

(Zuruf von Dr. Armin Jäger, CDU)

dass wir im Land noch Polizeiliegenschaften haben, die nicht in dem Zustand sind, wie es wünschenswert wäre, und Sie können, wenn Sie sozusagen die Sache von einer anderen Seite sehen, natürlich auch genau sagen, dass es eine große Anzahl von Polizeiliegenschaften im Land gibt, die in einem wunderbaren Zustand sind.

(Zuruf von Wolfgang Riemann, CDU)

Auch dieses ist nur die Kehrseite dieser Medaille. Es gibt Polizisten, die hervorragende Arbeitsbedingungen haben, und es gibt andere, die noch unter sehr schwierigen Bedingungen arbeiten müssen. Aber Sie wissen auch, dass es Geld bedarf, um diesen Prozess voranzubringen, und es durchaus noch mehr Liegenschaften im Land gibt außer Polizeiliegenschaften, und die Polizeiliegenschaften dezidiert zu betrachten, ist dann natürlich auch nicht ganz redlich. Man kann natürlich auch fragen: Wie sieht es denn aus? Im Schulbereich gibt es Liegenschaften, die in Ordnung sind, und welche, die weniger in Ordnung sind. Im Kulturbereich und in vielen anderen Bereichen ist das so und Sie wissen genauso wie ich, dass es eine Finanzplanung gibt, wie diese Mittel einzuteilen sind und in welchem Zeitraum dann die Sanierung vorangeschritten ist. Das ist so und wir kommen gegenwärtig im Rahmen unserer finanziellen Mittel nicht anders voran.

Den Finanzierungsvorschlag, den Sie hier auf den Tisch legen,

(Egbert Liskow, CDU: Innovativ.)

kann ich aus meiner Sicht überhaupt nicht nachvollziehen, …

(Dr. Armin Jäger, CDU: Ja, der ist schwierig. – Dr. Ulrich Born, CDU: Der ist brillant.)

Nicht von der technischen Seite her.

(Dr. Armin Jäger, CDU: Ach so!)

… sondern Sie schlagen hier einen Lösungsweg vor, der wiederum praktisch Polizeiliegenschaften als eine Insellösung betrachtet, nicht den gesamten Bereich der Liegenschaften, was ich dann schon für sinnvoller hielte.

(Dr. Ulrich Born, CDU: Dann kommt das doch nie voran. – Zuruf von Dr. Armin Jäger, CDU)

Da drängt sich mir doch der Verdacht auf, wenn Sie unbedingt zur Polizei reden wollen und wir gemerkt haben, dass Sie beim SOG, was wir novelliert haben, inhaltlich nichts Substantielles beitragen konnten,

(Zuruf von Dr. Armin Jäger, CDU)

außer dass Sie unserem Antrag zugestimmt haben:

(Dr. Armin Jäger, CDU: Es ist nicht etwas nichts, was Sie nicht verstehen. – Zurufe von Dr. Ulrich Born, CDU, und Kerstin Fiedler-Wilhelm, CDU)

Wollen Sie in inhaltlichen Bereichen ein gewisses Vakuum haben?

(Dr. Ulrich Born, CDU, und Dr. Armin Jäger, CDU: Ach!)

Versuchen Sie nun, das Thema Polizei über Liegenschaften in den Mittelpunkt zu rücken,

(Dr. Armin Jäger, CDU: Wären Sie mal mit zur GdP gekommen!)

um zu meinen, Sie können etwas dazu sagen? Aus diesem Grunde …

(Wolfgang Riemann, CDU: Herr Körner, machen Sie bloß den Mund zu, sonst strömt viel zu viel Luft rein in das Vakuum! – Angelika Gramkow, Die Linkspartei.PDS: Ach, Herr Riemann!)

Herr Riemann, bitte!

(Wolfgang Riemann, CDU: Das ist mir so rausgerutscht. Das ist mir so rausgerutscht.)

Aus diesem Grunde gehe ich auf diesen Antrag nicht weiter ein.

(Beifall bei Abgeordneten der SPD und einzelnen Abgeordneten der Linkspartei.PDS)

Danke schön, Herr Abgeordneter Körner.

Ich möchte trotz der Erregung zu diesem Thema darauf hinweisen, dass wir eine Würde dieses Hauses haben und dass diese einzuhalten ist. Ansonsten werde ich dann von dem Recht des Ordnungsrufes oder des Sachrufes Gebrauch machen.

Ich rufe jetzt auf für die Fraktion der CDU die Abgeordnete Frau Holznagel. Bitte schön, Frau Abgeordnete.

(Zuruf von Dr. Armin Jäger, CDU)

Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Ich habe im Mai dieses Jahres in meinem Wahlkreis Demmin das Polizeirevier, eine Liegenschaft des Landes, aufgesucht und mich dort vom Zustand des Gebäudes und den Arbeitsbedingungen der Polizeibeamten und -beamtinnen vor Ort informiert. Meine Einschätzung des Gebäudes, das ist auch die Einschätzung dieser Beamten, lautet, es ist stark sanierungs- und renovierungsbedürftig.

(Dr. Ulrich Born, CDU: Ja.)

Das Dach ist undicht, die Schirme stehen bereit, wenn es regnet,

(Dr. Armin Jäger, CDU: Das ist ein Wahnsinn!)

und die Heizungsanlage ist sanierungsbedürftig.

(Dr. Ulrich Born, CDU: Das gibt’s doch nicht!)

Am 29. Mai 2006 habe ich daraufhin in einer Kleinen Anfrage die Landesregierung gefragt, ob dieser desolate Zustand im Ministerium bekannt ist. Ich bekam unter Drucksache 4/2237 folgende Antwort: „Ja. Ursache des Ausfalls der Heizung war eine defekte Pumpe. Nach deren Wechsel lief die Anlage stabil.“ Kein Wort darüber, welche weiteren Sanierungs- und Renovierungsbedarfe vorliegen,

(Dr. Ulrich Born, CDU: Das ist keine ordnungsgemäße Beantwortung der Anfrage.)

kein Wort über die Undichtigkeiten im Dach. Kein Wort darüber, dass die Heizung monatelang nicht funktioniert, desolat und altersschwach ist.

(Dr. Ulrich Born, CDU: Unglaublich! – Egbert Liskow, CDU: Und gerade im Winter.)

Das, meine Damen und Herren, ist unglaublich den Beamten vor Ort gegenüber.