Protokoll der Sitzung vom 16.03.2012

der nichts anderes ist als Populismus und Klientelbedienung, selbstverständlich ab. – Vielen Dank, meine Damen und Herren, für Ihre geschätzte Aufmerksamkeit.

(Beifall vonseiten der Fraktion der NPD – Wolfgang Waldmüller, CDU: Setzen!)

Das Wort hat der Abgeordnete Herr Renz von der CDU-Fraktion.

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren!

„ACTA stoppen – Urheberrecht modernisieren, Trans

parenz herstellen“ – TOP 16

(Jochen Schulte, SPD: Das ist der falsche Antrag.)

TOP 15: „Erhöhung des Spitzensteuersatzes auf 49 Pro

zent aus Gerechtigkeitsgründen notwendig“

Oh, Entschuldigung! Das ist ja die Tagesordnung vom Abgeordnetenhaus Berlin, die ich hier gerade abarbeiten wollte. Das sind ja die aktuellen Anträge der Märzsitzung der LINKEN,

(Helmut Holter, DIE LINKE: Sehr witzig.)

insofern haben Sie ja immer einen Vorsprung von zwei, drei Wochen.

(Sylvia Bretschneider, SPD: Das kommt im Kreistag auch noch.)

Die Reden stehen übrigens auch schon im Netz im Wortlaut. Also die Landtagsverwaltung in Berlin arbeitet auch sehr zügig, sodass man das dann ja so eins zu eins fast übernehmen kann.

(Dr. Mignon Schwenke, DIE LINKE: Das ist auch in jedem Land wichtig, Herr Renz.)

Aber lassen Sie uns ganz in Ruhe und sachlich dann zu diesem Antrag kommen.

(Helmut Holter, DIE LINKE: Zum Einstieg klappt das wirklich gut.)

Ich muss Ihnen ganz ehrlich sagen, dieser Antrag, das ist für mich dieses Mal Populismus in Vollendung.

(Helmut Holter, DIE LINKE: Oh, danke! – Zuruf von Maika Friemann-Jennert, CDU)

Frühestens oder spätestens nach dem Antrag gestern zum Thema AOK hätte ich dann erwartet …

(Dr. Mignon Schwenke, DIE LINKE: Das musste ja kommen, das musste ja kommen.)

Mit Ihrem Abstimmungsverhalten, darauf weise ich Sie nachher noch hin bei diesem Antrag. Nicht, dass dann noch mal der nächste Patzer passiert.

(Dr. Mignon Schwenke, DIE LINKE: Das passiert nicht noch mal, Herr Renz.)

Aber spätestens nach dem Antrag zum Thema AOK hätte ich erwartet, dass Sie als Fraktion diesen Antrag zurückziehen,

(Helmut Holter, DIE LINKE: Sie haben gar nichts kapiert, Herr Renz.)

weil da ging es gestern um inhaltliche Unterstützung für engagierte Pflegekräfte in unserem Land,

(Helmut Holter, DIE LINKE: Darum ging es nicht.)

und inwieweit Sie da dann auch querbeet – gesprochen haben Sie ja noch relativ mit einer Zunge –, aber wie querbeet Sie dann abgestimmt haben, da war dann von sozialer Gerechtigkeit nicht mehr so viel übrig geblieben.

(Barbara Borchardt, DIE LINKE: Na, so ein Blödsinn!)

Und wenn Sie glauben, dass Sie hier mit solchen Anträgen dann einen Keil in die Koalition treiben können,

(Dr. Mignon Schwenke, DIE LINKE: Der ist schon da.)

da hat Ihnen ja die Finanzministerin schon gesagt, dass das nicht gehen wird. Ich will das noch mal sagen, auch gerade weil wir jetzt noch zu Beginn einer Legislaturperiode stehen. Grundsätzlich ist es so, dass wir einen Vertrag haben. Hier kommt noch erschwerend dazu, dass SPD und CDU seit Jahren konstruktiv und sachorientiert für dieses Land arbeiten.

(Zuruf von Marc Reinhardt, CDU)

Kurz gesagt: Wir haben eine stabile Arbeitsgrundlage, wir stellen ein stabiles Bündnis dar.

(Helmut Holter, DIE LINKE: Die sollen mal langsam die Töpfe vorbringen für das Schmalz, das da rausfließt!)

Und da wird es mit Anträgen in dieser Form, die auf Bundesratsinitiativen abzielen, also wenig Erfolg haben.

(Zuruf von Marc Reinhardt, CDU)

Und dann will ich noch mal ganz deutlich für uns und auch für die SPD sagen, dieser Koalitionsvertrag beinhaltet logischerweise ganz klar, dass im täglichen Geschäft dann jede Fraktion auch ihre eigene Grundposition beibehält und der Partner das akzeptiert.

(Henning Foerster, DIE LINKE: Das ist ja eine richtige Liebesheirat.)

Insofern könnten wir uns dann ziemlich viel Zeit sparen, wenn wir in absehbarer Zukunft dann von solchen Anträgen keinen Gebrauch machen werden.

(Helmut Holter, DIE LINKE: Wir sollten Sie vorher fragen, ob Ihnen die Anträge genehm sind.)

Doch, das wäre eine Möglichkeit, Herr Holter, darüber sollten wir im Anschluss der Debatte sprechen.

(Helmut Holter, DIE LINKE: Toller parlamentarischer Brauch, den Sie hier vorschlagen.)

Wir setzen uns aber nichtsdestotrotz dann hier mit Ihrem Antrag auseinander.

(Helmut Holter, DIE LINKE: Ja, das wird auch langsam Zeit. Wie stehen Sie denn zu der Steuererhöhung?)

Was mich da ganz besonders erstaunt und verärgert, ist dann, dass auch gerade Sie als Antragsteller …

(Helmut Holter, DIE LINKE: Ja.)

Wenn wir uns nämlich beziehen auf die Entschließung des Bundesrates und explizit auf die Begründung eingehen, nämlich dort lautet es: „Bund und Länder stehen nach der Wirtschafts- und Finanzkrise vor der Frage, wie zukünftig die notwendigen staatlichen Leistungen für die Bürgerinnen und Bürger erbracht werden können und gleichzeitig die Haushaltskonsolidierung mit dem Abbau von Finanzierungsdefiziten vorangetrieben werden kann, um so auch eine Einhaltung der in der Verfassung verankerten Schuldenbremse zu gewährleisten.“

(Helmut Holter, DIE LINKE: Und?)

Das ist der Begründungstext, der auf die Schuldenbremse abzielt. Und Ihr Agieren zum Thema Schuldenbremse ist in diesem Lande bekannt.

(Helmut Holter, DIE LINKE: Das ist auch gut so.)