(Wolf-Dieter Ringguth, CDU: Wenn er das könnte, dann wäre er an der Dunkelziffer wirklich selber schuld.)
ein Nachweis, dass eine Erkrankung auf ein bestimmtes Essen zurückzuführen ist, ist oftmals schwierig. Selbst bei der Erkrankungswelle im Oktober 2011 mit 11.000 Be- troffenen dauerte es einige Tage, bis der Essenanbieter in Verdacht geriet.
Und ich möchte noch mal einige Zahlen vorlesen. Ich hatte gehofft, dass ich Ihnen das ersparen kann,
aber da der Minister immer mit so niedrigen Zahlen agiert, tut es mir leid und ich muss mal die hohen Zahlen rausholen, und zwar geht es um die meldepflichtigen Infektionskrankheiten aus den Jahren 2010 und 2011 je 100.000 Einwohner. Die Quelle ist dabei das Robert Koch-Institut.
Im Bund waren im Jahre 2010 171 Personen je 100.000 Ein- wohner betroffen, in Mecklenburg-Vorpommern doppelt so viele, 338.
Im Bund waren im Jahre 2011 142 Menschen betroffen, in Mecklenburg-Vorpommern 297. Das ist bundesweit der dritthöchste Wert.
Im Bund waren im Jahr 2010 66 Menschen betroffen pro 100.000 Einwohner, in Mecklenburg-Vorpommern 135,
im Bund im Jahr 2011 66 Menschen von 100.000 Einwohnern, in Mecklenburg-Vorpommern 193, der bundes- weit zweithöchste Wert.
An Salmonellose bundesweit erkrankt sind im Jahr 2010 30 Menschen pro 100.000 Einwohner, in MecklenburgVorpommern 44,
Von den E.coli-Bakterien sind bundesweit im Jahr 2010 7 Menschen erkrankt, in Mecklenburg-Vorpommern 18. Im Bund sind 2011 10 Menschen erkrankt, in Mecklenburg-Vorpommern 36,8, auch hier wieder bundesweit der dritthöchste Wert.
Und auf Ihre Fragen, die allermeisten dieser Fälle betrafen Kinder und natürlich sind das Probleme, die auch mit Hygiene zu tun haben.
haben es die Viren bedeutend schwerer, auf den nächsten Menschen überzuspringen, als es wahlweise im Ruhrgebiet der Fall ist,
(Beifall vonseiten der Fraktion DIE LINKE – Dr. Till Backhaus, SPD: Das ist unver- antwortlich. – Zuruf von Johannes Saalfeld, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
aber bei Tausenden Erkrankungen von Kindern pro Jahr finden wir, hier muss man zumindest über Verbesserungen nachdenken dürfen.
Zusammenfassend kann ich also sagen, wir haben überdurchschnittlich viele Hygieneverstöße in der Lebensmittelbranche. Wir haben außerordentlich hohe Zahlen von Magen-Darm-Erkrankungen bei Kindern in MecklenburgVorpommern
Das ist genau der nächste Punkt, die unverantwortliche Panikmache. Das ist ein klassischer Vorwurf an die GRÜNEN, wir kennen das. Egal ob es um den Bereich Atomkraft geht,
Pestizideinsatz in der Landwirtschaft, immer heißt es zuerst Panikmache, und irgendwann wird dann aber doch überlegt, ob nicht etwas dran sein könnte.
Und lautstark in Szene gesetzt haben sich in dem Punkt Lebensmittelsicherheit zuletzt andere. Wir fordern hier keine Sonderstaatsanwaltschaften und wir fordern auch keine drakonischen Strafen, wir fordern lediglich ein besseres Informationssystem für Eltern und für Kinder, denn ich möchte mich nicht jedes Mal auf Sie berufen müssen, Herr Backhaus, wenn ich das Ergebnis einer Überprüfung erfahren möchte.
(Dr. Till Backhaus, SPD: Dann müssen Sie sich mal durchsetzen, dann kriegen Sie auch die Informationen.)
Im Verbraucherinformationsgesetz Paragraf 2 Absatz 1 heißt es in der Tat, da haben Sie recht: „Jeder hat nach Maßgabe dieses Gesetzes Anspruch auf freien Zugang zu allen Daten über“
„… von den nach Bundes- und Landesrecht zuständigen Stellen festgestellte nicht zulässige Abweichungen von Anforderungen … des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuches und des Produktsicherheitsgesetzes.“