Ersterer: Wir haben auf dem Bildungssektor im Moment ganz andere Probleme. Kollegen fehlen, die Altersstruktur ist sehr hoch
Sie alle wissen, dass wir auch ohne Inklusion zu wenig Lehrer und zu wenig Geld für Bildung haben. Und trotzdem soll inkludiert werden, bis der Arzt kommt.
dass allein für die Inklusion in den kommenden zehn Jahren 9.300 neue Lehrer eingestellt werden müssten. Die Kosten liegen bei zusätzlichen 660 Millionen Euro jährlich. Und da ist noch kein Cent ausgegeben für die Umrüstung von Schulgebäuden oder die Weiterbildung von bereits tätigen Lehrern.
Vor Ihnen liegen nun zwei einfach zu erfassende Forderungen: Das Förderschulsystem Mecklenburg-Vorpom- mern soll in seiner jetzigen Form erhalten bleiben.
Und zweitens, alle Bestrebungen, die darauf abzielen, das Inklusionsprinzip in den Schulen des Landes zu verankern, sind zu unterbinden.
Vieles spricht dafür, Kinder mit Behinderungen in deren eigenem Interesse dort zu fördern, wo dies mit den besten Erfolgsaussichten geschehen kann.
Da kann im Einzelfall – das heißt je nach Art und Grad der Behinderung – die allgemeinbildende Schule oder aber die Sonder- und Förderschule die beste Lösung sein. Möglichst viele Kinder mit körperlichen Einschränkungen, die dazu geistig in der Lage sind, dem Unterricht zu folgen, sind selbstverständlich in die allgemeinbildende Schule oder auch in Gymnasien aufzunehmen.
Wer sich einmal in eine Schule für Körperbehinderte, geistig Behinderte oder einer Tagesförderstätte für Schwerstbehinderte begeben hat, muss wissen, dass es auch Fälle für Schwerstmehrfachbehinderungen, schwerste Behinderungen, geistige Behinderungen mit individuellem Förderbedarf und Pflegebedarf gibt, denen nur eine Sonder- und Förderschule mit fachlich qualifizierten Lehrkräften und zusätzlichem Fachpersonal
Nicht wenige Eltern entscheiden sich ganz bewusst für eine Förderschule aufgrund der hohen fachlichen Kompetenz der Lehrkräfte, ihren diagnostischen, medizinischen und entwicklungspsychologischen Kenntnisse,
aber auch wegen der besonderen Förderung in Klassen mit extrem niedrigen Schülerzahlen, der vorhandenen Spezialausstattung für Diagnose-, Therapiemöglichkeiten und medizinische Betreuung, des Zusammenseins mit ähnlich behinderten Kindern,
(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Ein bisschen langsamer, sonst kommt keiner mit. – Udo Pastörs, NPD: Das wollen wir.)
des Schonraums, den die Schule bietet, der Gewissheit guter Versorgung und Unterstützung. Diese wollen sie erhalten wissen.
Und nur durch so eine spezifische Förderung wird die bestmögliche gesellschaftliche Teilhabe gewährleistet. Dies sind Vorteile, die eine Schule für alle bei realistischer Einschätzung der Möglichkeiten nicht bieten kann.
Offensichtlich fällt es vielen schwer, Verschiedenheit oder Heterogenität zu akzeptieren. Dabei wissen die meisten sehr wohl um die Verschiedenheit der Menschen. Ungleichheit bedeutet aber nicht automatisch Ungerechtigkeit.
Diese Worte stammen von Professor Heller. Und Sie sollten sich diese, meine Damen und Herren von der demokratischen Einheitsfront, mal irgendwo aufschreiben, bis Sie es begriffen haben.
Wir kommen zur Abstimmung über den Antrag der Fraktion der NPD auf Drucksache 6/1902. Wer dem zuzustimmen wünscht, den bitte ich um ein Handzeichen. – Gegenprobe. – Enthaltungen? – Damit ist der Antrag der Fraktion der NPD auf Drucksache 6/1902 mit den Stimmen von SPD, CDU, DIE LINKE, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN abgelehnt, bei Zustimmung der Fraktion der NPD.
Meine Damen und Herren, wir sind damit am Schluss der heutigen Tagesordnung. Ich berufe die nächste Sitzung des Landtages für Freitag, den 31. Mai 2013, 9.00 Uhr ein. Die Sitzung ist geschlossen.