Protokoll der Sitzung vom 15.10.2014

(Zuruf von Torsten Renz, CDU)

Wer aber dem Minister zugehört hat, der wird festgestellt haben, dass der Minister sich vor allen Dingen mit der Begründung,

(Vincent Kokert, CDU: Mit dem Antrag beschäftigt hat.)

mit dem Antrag und speziell mit der Begründung beschäftigt hat.

(Martina Tegtmeier, SPD: Mit den Fehlern. – Zuruf von Vincent Kokert, CDU)

Er hat sich nicht ausdrücklich geäußert, die Frage ist, was ist zu beschließen: „Die Landesregierung wird beauftragt, die Stelle des staatlichen Gartenkonservators beim Landesamt für Kultur und Denkmalpflege … wiederzubesetzen und für eine personelle und finanzielle Ausstattung in bisheriger Form Sorge zu tragen.“ Das ist unser Punkt.

(Marc Reinhardt, CDU: Macht sie doch.)

Was das Spezialwissen betrifft, so haben wir das fast alle hier im Haus, denn wir haben vom 17. Juli 2014 mit einem riesigen Verteiler – der Ministerpräsident, der Innenminister, alle sind angefragt worden, wie sie sich dazu verhalten –

(Zuruf von Torsten Renz, CDU)

eine ausführliche Darstellung von Herrn Pulkenat bekommen zum Problem.

(Wolf-Dieter Ringguth, CDU: Das stimmt. – Vincent Kokert, CDU: Und seine Bewerbung hing hintendran.)

Wir haben das ernst genommen, wie Sie wahrscheinlich auch. Sie haben da andere Kanäle benutzt und haben sich gesagt, na ja, wir wollen das aber anders. Und wir haben den Weg, der Ihnen bekannt ist, genutzt,

(Vincent Kokert, CDU: Was ist mit dem kw-Vermerk von 2004?)

der Ihnen bekannt ist. Und nun mag es sein, dass es auf der Strecke auch ein Missverständnis gibt, aber am Ende steht doch die Frage, wird es diese Stelle so geben wie bislang oder nicht. Sie wollen da einen anderen Weg gehen und wir sagen, das ist nicht der richtige Weg.

(Vincent Kokert, CDU: Welcher? – Torsten Renz, CDU: Sie wollen den eigenen kw-Vermerk wieder aufheben, oder wie?)

Eine Kombination aus der Professorenstelle und in diesem Fall dem staatlichen Gartenkonservator hat natürlich einen gewissen Charme, gerade in Zeiten knapper Kassen zu sagen, Mensch, wir schlagen jetzt zwei Fliegen mit einer Klappe: Erstens holen wir uns die Kompetenz an Bord und zum anderen haben wir dann auch noch die Stelle besetzt und Geld gespart.

So, nun gucken wir uns das mal an. Es gibt ja jetzt schon erste Erfahrungen damit. Der Lehrstuhl für Ur- und Frühgeschichte ist besetzt worden.

(Beate Schlupp, CDU: Nee.)

Pressemeldung 136-14: Professur für Ur- und Frühgeschichte mit wissenschaftlicher Leitung des archäologischen Landesmuseums verbunden. Stimmt das oder stimmt das nicht?

(Minister Mathias Brodkorb: Nicht gesetzt.)

Also verbunden, ja, verbunden. Genau, verbunden, ich halte mich jetzt wortgetreu an die Pressemitteilung. Und nun gucken wir …

(Torsten Renz, CDU: Das ist Spezialwissen wieder. – Zuruf von Andreas Butzki, SPD)

Ja, genau, ich hab auch gleich noch mal die Quelle genannt.

Und nun gucken wir uns das doch mal an: für zwei Jahre W3-Professur – für zwei Jahre steht da drin –, Aufgabe, ein Konzept zu erstellen, 70.000 Euro, ein Konzept, und das halbtags, weil das eine verbundene Sache ist. Dann kriegen Sie also ein Konzept für die Landesmuseen für 70.000 Euro. Und da sagen wir Ihnen, das hätten wir billiger haben können und nicht weniger qualifiziert. Also muss man sich auch in einem solchen Fall schon mal genau angucken, was steckt dahinter.

(Zuruf von Minister Mathias Brodkorb)

Dann haben Sie festgestellt, dass die Lehrverpflichtung dort in Neubrandenburg ganze sechs Stunden Präsenz

ausmacht. Das lässt tief blicken. Ich hoffe, Sie haben sich das alle vermerkt und werden das auch mal Ihrerseits hinterfragen – sechs Stunden Präsenz dort in Neubrandenburg. Sie haben das verbunden mit der Aussage, na ja, es ist so, der soll vor allen Dingen Gutachten anfertigen. Das stelle ich mal infrage, auch aufgrund des uns allen vorliegenden Spezialwissens, was ein staatlicher Gartenkonservator denn leisten soll.

(Minister Mathias Brodkorb: Der schneidet die Hecke.)

Und ich möchte unbedingt noch mal anknüpfen an die Aussagen von Hikmat Al-Sabty, zu denen ich nach wie vor stehe. Die Argumente, die Hikmat Al-Sabty hier vorgetragen hat, sind natürlich bedenkenswert. Ich nenne jetzt zwei dieser Bedenken, die greife ich noch mal heraus: 1.250 Garten- und Landschaftsdenkmale, und das im Halbtagsjob.

(Unruhe vonseiten der Fraktionen der SPD und CDU)

Und wenn wir uns jetzt noch mal genau die Positionen anschauen: 750 Gärten und Parks, Herr Butzki, als Einzeldenkmale, 25 Burg- und Wallanlagen, 23 Klosteranlagen samt Gemeinden und kreisfreien Städten und Landkreisen – da geht es also nicht nur um Gutachten, es geht vor allem um Beratung vor Ort und Gespräche mit den Leuten, es geht um Entscheidungen, die getroffen werden müssen, die auch vollzogen werden müssen und deren Vollzug natürlich kontrolliert werden muss. Alles im Halbtagsjob!

(allgemeine Unruhe)

Und wenn man dann noch bedenkt, dass in diesem Land, Herr Reinhardt, 23 Gärten und Parks von Gutsanlagen bis heute nicht bewertet sind, kommt man im Halbtagsjob in fünf Jahren nicht rum. Sie haben gesagt, lassen Sie uns jetzt mal vier Jahre Zeit. Da kommt man in fünf Jahren nicht rum. Worüber wollen wir dann noch reden? Und Sie halten berechtigt immer wieder drauf und sagen, Markenzeichen dieses Landes, unseres Landes sind Parks und Gärten, unter anderem. Das sage ich Ihnen, setzen Sie die nicht aufs Spiel durch solche Versuche! Schauen wir mal in vier Jahren, wie weit wir da kommen.

(Andreas Butzki, SPD: Aber die LINKEN haben heute einen ganz schwachen Tag. Das muss ich Ihnen sagen.)

Und das Argument von Hikmat Al-Sabty, was etwaige Kollisionen und Konflikte betreffen kann,

(Zuruf von Andreas Butzki, SPD)

das will ich an dieser Stelle auch noch mal vertiefen. Es geht ja nicht allein darum, dass eine Hochschule beraten wird und dass ein Kleingarten vielleicht in Neubrandenburg ist oder nicht, sondern es geht zum Beispiel auch um die Frage, ob solch ein Professor am Vormittag des einen Tages ein Gutachten erarbeitet für eine Anlage, zu der dann ein Antrag gestellt wird, und am Vormittag des nächsten Tages der gleiche Professor auf Grundlage des von ihm gemachten Gutachtens Fördermittel zuweist oder auch nicht. Ich stelle noch mal infrage, ob es da eine Angreifbarkeit gibt.

(Torsten Renz, CDU: Herr Koplin, das haben Sie doch damals schon gewusst. Warum haben Sie denn 2004 den kw-Vermerk gesetzt?)

Und wir sagen, um Eventualitäten vorzubeugen, um sicherzustellen, dass das Markenzeichen, Herr Butzki, in diesem Land auch weiterhin gilt,

(Andreas Butzki, SPD: Das brauchen Sie doch nicht extra anzusprechen.)

dass die Parks und Gutsanlagen Juwelen dieses Landes sind, aus dem Grunde sagen wir, es gibt auch die Möglichkeit, um es mit Brecht zu sagen, wer A sagt – wegen des Personalkonzepts –, muss nicht B sagen,

(Heinz Müller, SPD: Muss auch B zahlen.)

wenn er erkannt hat, dass A falsch ist. – Schönen Dank für die Aufmerksamkeit.

(Beifall vonseiten der Fraktion DIE LINKE – Zuruf von Andreas Butzki, SPD)

Ums Wort gebeten hat noch einmal der Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur Herr Brodkorb.

Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren!

Sehr geehrter Herr Koplin, da muss ich noch mal rea- gieren.

(Ulrike Berger, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Alles andere hätte uns auch gewundert.)

Ich kann ja nachvollziehen, dass Sie nach einem Weg suchen, um zu begründen, warum Sie den Antrag nicht zurückgezogen haben.

(Vincent Kokert, CDU: Jo.)

Aber ich würde Sie doch dann bitten, die Fakten nicht zu verdrehen.