Protokoll der Sitzung vom 04.06.2015

In diesen Kontext hinein,

(Egbert Liskow, CDU: Das ist eine Unterstellung.)

in diesen Kontext hinein passt auch die Bemerkung, die Frau Drese gerade gemacht hat, nämlich zu der Frage: Was ist denn, wenn wir doch in Gesprächen sind, die Rechtfertigung dafür, dass die Opposition dieses Thema heute als Aussprachethema gewählt hat?

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Ja, das versteht kein Mensch.)

Doch, das versteht der eine oder andere schon. Ich zumindest kann das nachvollziehen.

(Zurufe von Heinz Müller, SPD, und Helmut Holter, DIE LINKE)

Ich kann nachvollziehen, Herr Dr. Nieszery, dass Sie das nicht nachvollziehen wollen, aber ich will das an dieser Stelle mal sagen: Allerspätestens seit dem Dezem- ber 2014 – Frau Borchardt hat darauf hingewiesen – ist der Öffentlichkeit bekannt, wie der Stand der Gespräche zwischen den demokratischen Fraktionen ist.

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Ja.)

Dann ruhte still der See und dafür gibt es schlicht und ergreifend eine Erklärung. Sie haben zu dem Zeitpunkt erkannt, und das ist die eine Linie der Auseinandersetzung, …

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Das haben wir Ihnen erklärt.)

Das haben Sie gar nicht erklärt.

… Sie haben seinerzeit erkannt, dass etwas, was Sie im Grundsatz wollen, nämlich eine Reduzierung des Zustimmungsquorums von 33 Prozent auf 25 Prozent, in dem Moment, wenn Sie es mit den Demokraten gemeinsam anschieben, möglicherweise rechtlich einklagbar wäre für eine parallel laufende Volksentscheidsfrage.

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Für die Sie andert- halb Jahre die Stimmen gesammelt haben.)

Das ist, glaube ich, die Parallelität der Ereignisse,

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Richtig.)

und das ist in der Tat ein Demokratieverständnis, von dem ich sage, das will und mag ich nicht teilen.

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Dann wollen Sie keine Quoren haben. Ist okay.)

Wenn ich hier in diesem Landtag zu dem Ergebnis komme, dass die 33 Prozent zu hoch sind, und will das gemeinsam mit den Demokraten auf 25 Prozent verändern,

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Und eine Sammelfrist! Und eine Sammelfrist!)

dann ist es, Herr Dr. Nieszery, legitimes Recht der SPD- und der CDU-Fraktion,

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Sammelfrist!)

herzugehen und zu sagen, okay, das ist uns zu heiß, da senken wir das Quorum und möglicherweise verbessern wir damit die Chancen derjenigen, die den Volksentscheid angestrengt haben,

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Und was ist mit der Sammelfrist?)

und gehen dann auf der anderen Seite her und sagen, aber für diesen einen Fall wollen wir das an dieser Stelle nicht.

Mein Verständnis ist, wenn die Unterschriftensammler für das Volksbegehren es hinkriegen, dieses immens hohe Quorum von 120.000 Unterschriften zu sammeln,

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: In anderthalb Jahren!)

von 120.000 Unterschriften zu sammeln,

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: In anderthalb Jahren!)

dann sollte dieses Haus in Anerkennung der direktdemokratischen Elemente den Mut haben, in der grundsätzlichen Zielsetzung das vereinbarte verringerte Quorum von 25 Prozent

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Nein, das ist Quatsch!)

auch als Grundlage dieser Entscheidung zu nehmen,

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Wir sind das einzige Bundesland, das keine Fristen hat.)

sehr geehrte Damen und Herren.

(Beifall vonseiten der Fraktionen DIE LINKE und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Dr. Norbert Nieszery, SPD: Das ist okay. Dann nehme ich das zur Kenntnis.)

Wenn dann, wie ich das hier vorne höre, der Reflex ist, na ja, da müssen wir gar nicht weiterverhandeln,

(Zuruf von Egbert Liskow, CDU)

weil es Sie stört, dass wir es heute thematisieren, sage ich, genauso wie Sie das Recht haben, zu sagen,

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Das ist Quatsch!)

wir wollen das alte höhere Quorum beibehalten,

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Es geht hier auch um Verlässlichkeit und Berechenbarkeit. Das wissen Sie ganz genau.)

haben wir das Recht, hier zu thematisieren,

(Dr. Ursula Karlowski, BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN: Genau.)

wie Sie sich in dieser Frage verhalten. Das ist der zentrale Punkt, sehr geehrte Damen und Herren!

(Beifall vonseiten der Fraktionen DIE LINKE und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Aber ich will mal auf den Punkt eingehen, Herr Dr. Nieszery, den Sie gerade genannt haben. Sie reden ja über andere …

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Brauchen Sie gar nicht. Erzählen Sie mal Ihre Märchenstunde weiter!)

Ja, Sie winken jetzt schon ab. Das müssen Sie sich,

(Zuruf von Dr. Norbert Nieszery, SPD)

das müssen Sie sich...

Also einen kleinen Moment! Herr Suhr, bitte!

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Wir haben so viele Gespräche gehabt. Die sind ergebnis- orientiert verlaufen, mit einem Ergebnis!)