Daneben gibt es noch viele Privatinitiativen, die unsere jungen Menschen an Musik heranführen. Ich nenne hier beispielhaft die Jungen Dichter und Denker aus Buchholz in der Nordheide.
- Heiner, bei dir! - Dort wird nach Gedichten von Goethe und Schiller gerappt. Ich denke, auch so kann man junge Menschen an Literatur und Musik heranführen.
Meine Damen und Herren, damit auch in Zukunft viele junge Menschen den Weg zur Musik finden, müssen wir schon in den Kindertagesstätten und Schulen für gute musikpädagogische Angebote sorgen.
Aus den neuesten Ergebnissen der Hirnforschung und aus anderen Untersuchungen wissen wir, dass rhythmisch-musikalische Erziehung die Persönlichkeitsentfaltung eines Menschen und seine sozialen, kognitiven und motorischen Fähigkeiten positiv beeinflusst. Aktives Singen und Musizieren fördert die Intelligenz, die Gedächtnisleistung, die Kreativität, das räumliche Denken und die mathematischen Fähigkeiten.
Ziel muss es daher sein, jedem Kind, unabhängig von seiner sozialen und ethnischen Herkunft, früher und intensiver als bisher einen Zugang zur musikalischen Bildung zu ermöglichen.
Durch die Vernetzung von Angeboten der Musikschulen mit denen allgemein bildender Einrichtungen können alle Kinder unabhängig von ihrem sozialen Hintergrund erreicht werden. Ein besonderes Augenmerk sollte hier auf die Integration von Kindern mit Migrationshintergrund gelegt werden. Um diese Kooperation von Schulen mit außerschulischen musischen Bildungseinrichtungen weiter auszubauen, sollten gemeinsam mit den Kommunen, dem Landesmusikrat und dem Landesver
Erfreulicherweise ist festzustellen, dass schon heute in vielen Musikschulen, aber auch zunehmend in Kooperationen von Musikschulen mit Kindertagesstätten die musikalische Früherziehung ausgebaut wird. Wir haben das Projekt „Wir machen die Musik“ auf den Weg gebracht, in dem diese Kooperationsmodelle zwischen Musikschulen und Kitas weiterentwickelt werden. In einer Projektarbeitsgruppe von MWK, MK, Musikschulen und kommunalen Spitzenverbänden hat man ein auf Niedersachsen zugeschnittenes Modell entwickelt. Das Land stellte hierzu im Jahr 2009 500 000 Euro zur Verfügung. In diesem Jahr stehen sogar 1,15 Millionen Euro dafür bereit.
Auch in den Schulen muss genügend Musikunterricht erteilt werden. Hierfür sind genügend Lehrer wichtig. Wir müssen darüber nachdenken, die Zugangshürden zum Studium abzusenken. Wir müssen über Ein-Fach-Lehrer nachdenken und darüber, ob man das dritte Fach nachstudieren kann.
Wir brauchen genügend Lehrkräfte, um für das Land Niedersachsen genügend musikalische Bildung auf den Weg zu bringen.
Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Musik, so sagte einst der amerikanische Pianist Erskine, sei die einzige Sprache, in der man nichts Gemeines oder Höhnisches sagen kann. In diesem Sinne können wir auch den
jetzt vorliegenden Änderungsantrag, der übrigens ein Kompromiss der Fraktionen ist, sehr gut mit unterstützen. Der gemeinsam gefundene Kompromiss ist zustande gekommen, nachdem CDU und FDP bereits im Mai 2008 einen sehr allgemeinen Antrag zum Musikland vorgelegt haben. Der war verbesserungsbedürftig. Die Verbesserung konnten wir durch eine Anhörung, intensive Beratungen und Verhandlungen erreichen.
Die SPD-Fraktion unterstützt die Botschaft des Antrages ausdrücklich. Wir brauchen mehr musikalische Bildung auf allen Ebenen, nicht nur weil wir frühzeitig Talente bei den Kindern entdecken wollen, sondern weil Musik als beste Art der Kommunikation zu nutzen ist. Gemeinsames Singen und Musizieren schafft die Basis für eine anregende Lernkultur und fördert das Miteinander. Unser Ziel muss es sein, alle Kinder entsprechend ihren Talenten und ihren Interessen und unabhängig von den Möglichkeiten des Elternhauses zu fördern. Das können wir mit diesem Antrag auf den Weg bringen. Das ist uns als SPD an dieser Beschlussempfehlung wichtig. Wir wollen das Fach Musik in der Ausbildung der Erzieherinnen und Erzieher sowie der Lehrerinnen und Lehrer stärken und die schulischen Bildungsangebote durch verstärkte Kooperation ausbauen. Wir wollen, dass die musikalische Bildung von Anfang an ein wesentlicher Bestandteil der frühkindlichen Bildung sowie bei Kindern und Jugendlichen ist. Dazu gehört natürlich das gemeinsame Musizieren. Wir wissen, dass Musik ein wichtiger Weg ist, um Kindern so wichtige Kompetenzen wie Kreativität, Teamfähigkeit, Leistungsbereitschaft und Toleranz zu vermitteln. Das können wir mit diesem Antrag bewegen.
Der Beschluss, den der Landtag heute fällen wird, ist aber auch eine Verpflichtung des Landtages und der Landesregierung, die entsprechenden Mittel für ein nachhaltiges Konzept für Erzieherinnen und Erzieher sowie für Lehrerinnen und Lehrer bereitzustellen.
Insgesamt ist die Frage des musikpädagogischen Personals entscheidend. An den niedersächsischen Schulen fehlen schon jetzt sehr viele Musiklehrkräfte. Deswegen freuen wir uns, dass die alte Forderung der SPD aufgegriffen wird und ein EinFach-Lehrer für Musik in Aussicht gestellt werden kann. Damit beschreiten wir neue Wege in der Musiklehrerausbildung. Wir können dadurch nicht nur neue Musiklehrer gewinnen, sondern wir kön
Meine sehr geehrten Damen und Herren, ein weiterer wichtiger Punkt für die SPD war der Ausbau der Kooperation mit außerschulischen Bildungseinrichtungen. Mit diesem Antrag werden die ohnehin schon bestehenden Programme der Kommunen, des Landesmusikrates und der niedersächsischen Musikschulen aufgegriffen. Sie sollen weiterentwickelt und verstetigt werden. Das unterstützen wir ausdrücklich.
Das Einzige, Herr Kollege Dr. von Danwitz, was uns als SPD Sorgen macht, ist die Mitfinanzierung durch die Kommunen, die ja für den Erfolg des Musiklandprojektes ganz unabdingbar ist. Angesichts der Lage der kommunalen Finanzen wird es an einigen Orten Niedersachsens sicherlich schwierig sein, dieses Projekt so umzusetzen. Modellrechnungen der Musikschulen aus meinem Landkreis zeigen, dass der Zuschuss des Landes nicht ausreichen wird und dass wir die Eltern bitten müssen, für ihre Kinder Beiträge zu entrichten. Das führt wiederum zu einer sozialen Selektion, die wir nicht wollen können. Wir müssen dies im Auge behalten und in einem Zwischenbericht überprüfen.
Zum Abschluss noch ein Hinweis zur kulturellen Bildung insgesamt: Wir legen heute mit diesem Beschluss einen wichtigen Schwerpunkt auf die musikalische Bildung. Musik ist aber nicht der einzige Baustein der kulturellen Kinder- und Jugendbildung. Auch die Arbeit der Kunstschulen sowie die theater- und museumspädagogische Arbeit sind wichtig.
Der Kraftakt für die musikalische Bildung, der hier begangen wird und den wir durchaus anerkennen, muss auch positive Auswirkungen auf die anderen kulturellen Bereiche haben. Wir dürfen nicht einseitig fördern, sondern müssen auch in den anderen Bereichen diesem Anspruch entsprechend nachlegen.
Zu dem gleichen Tagesordnungspunkt spricht Frau Reichwaldt von der Fraktion DIE LINKE. Ich erteile Ihnen das Wort.
Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Musikalische Erziehung fördert die intellektuelle und soziale Entwicklung unserer Kinder. Sie macht gesünder und hilft, Spannungen und Aggressionen abzubauen. Fast jedes dreijährige Kind kann singen. Alle die von uns, die jetzt behaupten, sie könnten nicht singen, haben es nur leider verlernt. Neue Untersuchungen deuten darauf hin, dass Menschen, die sich aktiv musikalisch betätigen und ein Instrument spielen, besser vor Altersdemenz geschützt sind.
Die logische Schlussfolgerung muss sein: Jedes Kind sollte frühzeitig die Möglichkeit bekommen, ein Instrument zu lernen. Der Musikunterricht an allgemeinbildenden und gemeinnützigen Schulen muss ausgebaut werden. Wir brauchen vor allem mehr Musiklehrer und -lehrerinnen.
Der vorliegende Antrag fordert richtig Maßnahmen für die Struktur der schulischen und außerschulischen Musikausbildung aller Altersstufen, eine bessere Kooperation der verschiedenen Einrichtungen und eine bessere, altersspezifische Qualifikation der Erzieherinnen und Erzieher, der Lehrerinnen und Lehrer.
Erfreulicherweise konnte im Ausschuss weitgehende Übereinstimmung erzielt werden. Schön ist, dass die gemeinsam getragene Ausschussempfehlung keine Fraktion gesondert nennt; sonst gäbe es ja wieder ein Problem. Meine Fraktion wird die Ausschussempfehlung mittragen.
Etwas Kritik sei trotzdem erlaubt. Manchmal hätten wir uns etwas mehr gewünscht, z. B. zur rechtlichen Stellung und finanziellen Ausstattung der Musikschulen sowie zur Absicherung der dort tätigen Lehrkräfte.
Weiterhin werden Musikschulen geschlossen und Etats gekürzt, und - auch dieser Aspekt ist wichtig - die Zahl der Musikschulkräfte, die von diesem Beruf leben können, nimmt kontinuierlich ab.
Ich habe mir die Gebührenordnung der Musikschule der Landeshauptstadt Hannover angesehen. Ermäßigungen kommen darin nur für die den
Grundbetrag übersteigenden Beträge infrage. Das heißt, mindestens 11 Euro Grundbetrag und 13 Euro Miete für ein Leihinstrument müssen gezahlt werden. Das erscheint Ihnen wenig; aber das ist ein Drittel mehr, als ein Hartz-IV-Empfänger im Monat für Mobilität zur Verfügung hat.
Wenn jedes Kind die Möglichkeit haben soll, ein Instrument zu lernen, haben Musikschulen eine wichtige Funktion. Wir sehen die Förderung öffentlicher musischer Erziehung als Pflicht von Land und Kommunen. Es gilt, nicht nur Kürzungen zu verhindern, sondern die öffentliche Förderung weiter auszubauen.
Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich habe gerade mit besonderem Interesse Frau Behrens zugehört, die hier den Antrag gelobt hat, auf die besondere Mutterschaft der SPDFraktion bezüglich der Änderungen hingewiesen hat und dann davor gewarnt hat, dass Elternbeiträge zum Musikunterricht prohibitiv wirken könnten. Solche Beiträge entfalten natürlich die gleichen Marktwirkungen wie alle Preise. Das kann ich Ihnen hier vor dem Hintergrund eines ökonomischen Studiums anvertrauen.