Schon jetzt sind in allen Fächern und Schulformen viele Elemente der Verbraucherbildung integrativer Bestandteil und nicht segmentiert.
Verbraucherschutz - Frau Korter hat darauf hingewiesen - erfordert als Querschnittsaufgabe umfangreiche Kompetenzen in unterschiedlichen Fächern. Schon jetzt können Schulen mit schuleigenen Plänen Verbraucherbildung erfolgreich umsetzen. Das geschieht auch schon. Ich habe das in meiner Schule selber praktiziert.
Noch besser eignen sich Projektwochen mit unterschiedlichen Themen zur Verbraucherbildung. Dafür, für Projektwochen, geben wir mit der Abschaffung des Turboabiturs den Gymnasien endlich auch wieder die Zeit.
Sie listen in Ihrem Antrag - insofern entspricht er nicht der Realität - zur Verbraucherbildung eine sehr hohe Anzahl von Themen auf. Nachhaltigkeit und erfolgreiche Implementierung der Verbraucherbildung entstehen aber durch schuleigene, exemplarische Auswahl von Themen. Insofern lassen Sie doch bitte die Entscheidung in den Schulen!
Schon jetzt gibt es in verschiedenen Bereichen eine hohe Anzahl von schuleigenen Plänen. Ich will das hier jetzt nicht alles aufführen. Das würde meine Redezeit sprengen. Und Sie wollen den Schulen noch mehr aufdrücken? - Haben Sie mehr Vertrauen zu den Schulen!
Und mit Verlaub - vom Datum einmal abgesehen -: Die Vereinbarungen der KMK sind bindender als Empfehlungen der CDU. - Das gilt für jede Partei.
Lohnenswert ist auf jeden Fall die Anregung der Landfrauen, Alltagsfähigkeiten stärker zu verankern, wie z. B. Kochen unter dem Gesichtspunkt der gesunden Ernährung. Dabei sollte vor Ort noch mehr und verstärkt die Zusammenarbeit mit den Landfrauen gesucht werden.
Die Schulen benötigen hierfür Unterstützungspotenziale. Deshalb muss die Verbraucherbildung eine stärkere Bedeutung in der Fort- und Weiterbildung erhalten.
Mein Eindruck zum Schluss: Die CDU wird vom schlechten Gewissen getragen. Alles, was Sie in zehn Jahren an Qualität versäumt haben, soll jetzt völlig überzogen nachgeholt werden. Beispiele gibt es viele: Ganztag, Turboabitur, Schulsozialarbeit, Kita-Bereich - und jetzt diese Vielzahl von Themen.
Eine Anmerkung noch, Herr Bley, zu Ihrem Antrag. Was Sie dort ausgeführt haben, will ich nicht wiederholen. Das ist eine gute Anregung. Das ist wirklich ein Problem. Darüber sollten wir sachgemäß in den Ausschüssen beraten.
Vielen Dank, Herr Kollege Strümpel. Auch zu Ihrer Rede gibt es eine Wortmeldung zu einer Kurzintervention. Für 90 Sekunden kriegt die Kollegin Bertholdes-Sandrock das Wort. - Bitte schön!
Herr Strümpel, erst einmal herzlichen Dank, dass Sie nun auch die Landfrauen erwähnen! Ich habe ja gesagt: Da hat die SPD dazugelernt; das war in der ersten Beratung im Plenum anders.
Sie kritisieren die Themen und Handlungsfelder, die wir unter Nr. 4 unseres Änderungsantrages vorschlagen, als kleinteilig und überzogen. Ich will Ihnen einmal das vorlesen, worauf Sie so stolz sind und wovon Sie sagen, dass es noch wichtiger als unser Antrag sei:
Frau Löhrmann hat ausdrücklich gesagt: Jetzt geht es darum, alters- und zielgruppengerecht - je nach Schulform und Altersgruppe - ganz genau das herunterzubrechen. - Wenn das heruntergebrochen ist, sieht das so aus wie in diesem Schulprogramm, das ich aus Berlin mitgebracht habe.
Im Übrigen, Frau Korter, war Ende Oktober die erste Beratung. Da haben wir gesagt: Wir wollen die Vorschläge begleiten. - Da lagen sie noch nicht auf dem Tisch. Und Sie haben eben behauptet - Sie, Herr Strümpel, haben das netterweise nicht wiederholt -, Sie hätten, als Sie unseren Antrag vom 2. Oktober gelesen hätten, gleich hinterher geguckt. Die NRW-Kollegen wollten mir schicken, wann das offiziell eingestellt worden ist. Das möchte ich ganz gerne hier festgehalten haben.
Erstens. Bei der ersten Rede hatte ich einen netten Versprecher mit den Landfrauen. Wenn Sie im Protokoll nachlesen würden - - -
- Bei meiner ersten Rede im Ausschuss habe ich die Anregung der Landfrauen sofort erwähnt, weil sie mir wichtig war.
(Beifall bei der SPD und bei den GRÜNEN - Karin Bertholdes- Sandrock [CDU]: Doch, in der ersten Beratung von Herrn Schminke!)
(Zurufe von der CDU - Gegenruf von Miriam Staudte [GRÜNE]: Das ist doch Unsinn! - Unruhe - Glocke des Präsidenten)
Zweitens. Frau Bertholdes-Sandrock, Sie haben ein anderes Selbstverständnis von Schule und Pädagogik. Sie glauben, Leistungsfähigkeit hänge von einer Vielzahl von Themen ab.