Protokoll der Sitzung vom 24.10.2014

Herr Kollege, Sie reden jetzt bitte ganz konsequent nur zum Tagesordnungsablauf!

(Zurufe von der SPD und von den GRÜNEN: Das kann der nicht!)

Diese Unterrichtung gestern ist fehlerhaft gewesen. Das wissen Sie, Frau Ministerin. Sie haben die Chance, das hier auszuräumen und klarzustellen. Ansonsten muss dieser Missbilligungsantrag gestellt werden und muss darüber geredet werden. Hier muss ein anderer Stil hereinkommen.

(Zuruf von der SPD: Das stimmt!)

Sie müssen aufhören - Herr Ministerpräsident, Sie müssen da eingreifen! -, das Parlament ständig falsch zu unterrichten!

(Starker Beifall bei der CDU und bei der FDP - Zurufe von der SPD und von den GRÜNEN)

Danke. - Zur Geschäftsordnung Herr Limburg, bitte sehr!

Vielen Dank. - Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Herr Kollege Hilbers, Ihre Bewerbung als Nachfolger des Kollegen Nacke nehmen wir interessiert zur Kenntnis,

(Starker, anhaltender Beifall bei den GRÜNEN und bei der SPD - Björn Thümler [CDU]: War das jetzt zur Sa- che?)

obwohl ich persönlich das auch ein bisschen schade fände; aber sei es drum.

(Heiterkeit und Beifall bei den GRÜ- NEN und bei der SPD sowie Zustim- mung bei der CDU - Jens Nacke [CDU]: Danke!)

Zu Ihrem immer wieder wiederholten Vorwurf, der auch durch nochmalige Wiederholung nicht einen Deut wahrer wird, die Landesregierung habe hier in irgendeiner Form falsch unterrichtet:

(Christian Dürr [FDP]: Er ist wahr! - Mechthild Ross-Luttmann [CDU]: Das sind doch Fakten, Herr Kollege!)

Herr Kollege Dürr, die Landtagsopposition ist doch auch sonst so klagefreudig. Sie haben doch schon angedroht, wegen eines mutmaßlich defekten Heizkörpers nach Bückeburg zu ziehen. Wenn es so wäre, wie Sie sagen, dann gehen Sie doch bitte nach Bückeburg! Klagen Sie doch! - Das ist doch in Wahrheit Ihre Lieblingsbeschäftigung.

(Beifall bei den GRÜNEN und bei der SPD - Ulf Thiele [CDU]: Das ist eine Unverschämtheit! - Weitere Zurufe von der CDU - Unruhe)

Herr Kollege Dürr, Ihr Geschäftsordnungsantrag ist schon aus einem ganz anderen Grund vollkommen populistisch.

(Widerspruch bei der CDU und der FDP - Ulf Thiele [CDU]: Das ist die Ar- roganz der Macht, die Sie hier zur Schau stellen!)

Ruhe, bitte, Herr Thiele! Herr Limburg hat das Wort.

Es geht hier um das Programm Soziale Stadt. Ich möchte dieses Hohe Haus schon daran erinnern, dass es gerade die FDP war, als sie noch im Deutschen Bundestag saß - das ist ja schon ein bisschen her -, die im Jahr 2011 bei der Debatte um die Verlängerung - - -

(Zurufe von der FDP - Unruhe)

Herr Limburg, auch das ist eine Auseinandersetzung in der Sache. Das bezieht sich nicht auf den Verfahrensablauf.

(Zuruf von Christian Dürr [FDP] - Un- ruhe)

- Herr Dürr, jetzt bitte Ruhe!

Liebe Leute, wir haben heute einen langen Tag vor uns. Wir haben viel Zeit mitgebracht. Ich muss erst morgen zu Hause sein.

(Zurufe von der CDU und von der FDP - Unruhe)

- Darf ich um Ruhe bitten? Sonst unterbrechen wir das hier.

(Christian Dürr [FDP]: Es geht um die Wahrheit! Was für eine Landesregie- rung ist das? - Christian Grascha [FDP]: Es geht um Parlamentsrechte!)

Jetzt redet Herr Limburg weiter, und nur zur Geschäftsordnung.

Vielen Dank, Herr Präsident. - Ich begründe die Ablehnung des Geschäftsordnungsantrags der FDP, hier noch einmal über das Programm Soziale Stadt zu reden, weil es die FDP war, die in der Bundestagsdebatte über das Programm Soziale Stadt im Jahr 2011 gefeiert hat, dass Bibliotheken für Mädchen mit Migrationshintergrund bald geschlossen werden. Das ist eine Unverschämtheit!

(Mechthild Ross-Luttmann [CDU]: Das gehört doch gar nicht zum Thema! Das geht so nicht!)

Rot-Grün steht.

(Lebhafter Beifall bei den GRÜNEN und bei der SPD - Mechthild Ross- Luttmann [CDU]: Die Ministerin täuscht das Parlament! - Reinhold Hilbers [CDU]: Herr Limburg, das war ein Ausfall! - Weitere Zurufe - Unruhe)

Herr Kollege Limburg, wir sind uns einig: Das war nicht stramm zur Geschäftsordnung.

Jetzt hat sich Herr Kollege Nacke ebenfalls zur Geschäftsordnung gemeldet. Die CDU hat die fünf Minuten noch nicht verbraucht. Bitte!

Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Herr Kollege Limburg, was war das denn gerade?

(Heiterkeit und Beifall bei der CDU und bei der FDP)

Haben Sie hier gerade - Sie sind doch im Rechtsausschuss - allen Ernstes die Auffassung vertreten, die Landesregierung - ein Verfassungsorgan -

könne machen, was sie will, und könne im Parlament, von dem sie ja ihre Macht ableitet, die Unwahrheit erzählen, wann sie will,

(Helge Limburg [GRÜNE]: Sie haben nicht zugehört, Herr Kollege! Das ist Ihr Problem!)

sie könne sich hier hinsetzen und das Parlament permanent falsch unterrichten, und wenn uns das nicht passt, dann können wir nach Bückeburg gehen? - Ich bin ab 10 Uhr entschuldigt, weil ich nach Bückeburg muss, weil diese Landesregierung die Akten falsch vorgelegt hat und verurteilt werden muss! Das ist doch der Hintergrund!

(Starker Beifall bei der CDU und bei der FDP)

Lesen Sie doch die Kommentare und die Berichterstattung in den Zeitungen einmal nach! Lesen Sie einmal den rundblick von gestern! Darin können Sie ganz genau erkennen, wie das hier läuft!

Herr Kollege Nacke, Sie wollen doch sicherlich etwas zum Geschäftsordnungsantrag von Herrn Dürr sagen!

Diese Landesregierung missachtet die Rechte des Parlaments. Das werden wir nicht länger zulassen. Darauf können Sie sich mit Sicherheit verlassen!

(Starker Beifall bei der CDU und bei der FDP)

Meine Damen und Herren, weitere Wortmeldungen - - - Herr Dürr, noch einmal zur Geschäftsordnung?

(Christian Dürr [FDP]: Die Ministerin hat gesprochen!)

- Das habe ich sogar bemerkt, Herr Dürr. Sie werden es nicht für möglich halten.

(Heiterkeit - Christian Dürr [FDP]: Ich wollte es nur sagen!)

Dann machen wir es ganz spitzfindig und der Reihe nach. Auf dem Tisch liegt ein Antrag der Fraktion der FDP zur Missbilligung der Aussagen der Sozialministerin, was bedingt, dass wir diesen Punkt in die Tagesordnung einbauen müssen. § 66 unserer Geschäftsordnung sagt, dass natürlich von der Tagesordnung abgewichen werden kann. Un

ter Ziffer 1 steht, dass es möglich ist, dass Gegenstände, die nicht auf der Tagesordnung stehen, beraten werden, es sei denn, dass eine Fraktion oder zehn Mitglieder des Landtages widersprechen. Hier haben nach meinem gesicherten Eindruck zwei Fraktionen der Aufnahme dieses Punktes in die Tagesordnung widersprochen, sodass sich das damit entsprechend verbietet. Oder müssen wir das durch Handheben abfragen? - Ich glaube, das erübrigt sich.