und Ali Bashar. Der Fall wird gerade vor Gericht verhandelt. Das ist der Mörder von Susanna F., falls Sie das nicht zuordnen können, Frau Viehoff. Die Familie von Ali Bashar bekam übrigens über Nacht die notwendigen Papiere und hatte Geld genug für acht Flugtickets in den Irak, wo sie doch angeblich verfolgt wurde.
Von daher sind die geplanten Abschiebezentren ein erster notwendiger Schritt in eine richtige Richtung, die die AfD-Fraktion ausdrücklich begrüßt. Es ist höchste Zeit, dass wir die Migrationskrise beenden und die Kontrolle in unserem Land zurückgewinnen.
Aus diesem Grund können wir Ihren Antrag - das wird Sie sicherlich nicht allzu sehr überraschen, meine Damen und Herren von den Grünen - nur ablehnen.
Vorgesehen ist der Ausschuss für Inneres und Sport. Wer dem so zustimmen will, den bitte ich um ein Handzeichen. - Gegenstimmen? - Stimmenthaltungen? - Sehe ich nicht. Damit ist der Antrag an den Ausschuss überwiesen worden.
Tagesordnungspunkt 37: Erste Beratung: Digitales Bauen in Niedersachsen voranbringen - Potenziale des Building Information Modelings (BIM) nutzbar machen - Antrag der Fraktion der SPD und der Fraktion der CDU - Drs. 18/3260
Für die Einbringung hat sich der Kollege KarlHeinz Bley, CDU-Fraktion, zu Wort gemeldet. Bitte, Herr Kollege Bley!
- Bevor der Kollege Bley beginnt, möchte ich darum bitten, hier wieder Ruhe einkehren zu lassen. Bitte alle mit dem Gesicht nach vorn zum Redner und nicht zum Banknachbarn oder zum Hintermann! - Herr Bley, warten Sie bitte! - Frau Piel, bitte, das gilt auch für Sie. - Jetzt warten wir noch, bis diejenigen, die gerade in den Saal gekommen sind, Platz genommen haben, sodass wieder ein bisschen Ruhe herrscht.
Bitte immer noch kurz warten, Herr Bley. - Diejenigen, die noch umherstehen und sich laut unterhalten, bitte ich auch, Platz zu nehmen. - Sehr geehrte Kollegin Emmerich-Kopatsch, Herr Saipa, bitte!
- Herr Dammann-Tamke, danke für den Zwischenruf. Wir haben eben gar nicht überlegt, ob wir Ihnen wegen Ihrer Lautstärke - Banknachbargespräche - vielleicht doch einmal einen Ordnungsruf erteilen. Das erwähne ich. Jetzt haben Sie keinen mehr. Deshalb weise ich in diesem Kontext noch einmal darauf hin, dass es manchmal nicht schadet, seine Stimmlage etwas zu senken oder die Gespräche nach draußen zu verlegen.
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Durch die Einführung des digitalen Planens und Bauens - kurz: BIM, Building Information Modeling - steht der Bauwirtschaft, den Architekten
Mit dem BIM-Referenzprojekt in Braunschweig, einem Bürogebäude von VW Financial Services, lag Niedersachsen in dieser Entwicklung 2014 schon weit vorn.
Herr Bley, Sie müssen noch einmal kurz warten. - Jetzt bitte ich die erste Reihe der FDP, inklusive Herrn Bode, Platz zu nehmen und auch die Gespräche einzustellen. Das muss doch wohl möglich sein.
Das Institut für Baumanagement und Digitales Bauen der Universität Hannover und die BIM Baumeister-Akademie als An-Institut der Jade Hochschule in Oldenburg beweisen: Auch in der BIM-Forschung sind wir vorn mit dabei.
Im Rahmen eines dreistufigen Prozesses bereitet der Bund die Einführung von BIM in allen Bau- und Planungsvorhaben des Bundesverkehrsministeriums vor. Nachdem bis 2017 anhand von vier Pilotprojekten Standards und Checklisten entwickelt wurden, wurden für die laufende zweite Phase mit 20 Pilotprojekten Finanzmittel von rund 30 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.
Niedersachsen profitiert davon einmal indirekt und einmal direkt. Auf der Schiene wird die zweite Baustufe der Ausbaustrecke Stendal–Uelzen mit BIM ausgeführt, allerdings auf sachsen-anhaltinischem Gebiet. Bei den Wasserstraßen wurde die Schleuse Wedtlenstedt im Stichkanal Salzgitter ausgewählt.
Wir wollen sicherstellen, dass unsere Bauwirtschaft, unsere Ingenieure und Architekten und unsere Bauverwaltungen vernünftig auf die Einführung von BIM vorbereitet werden. Es herrscht noch vielerorts Unsicherheit, welche Vorteile mit der Einführung des digitalen Bauens verbunden sind und was es kostet. Volle Auftragsbücher sorgen zusätzlich dafür, dass lieber erst mal geschaut wird, ob ein Mitbewerber schon Erfahrungen gesammelt hat und man dann aus den Erfahrungen der anderen lernen kann.
Für kleine Betriebe ist die Einführung einer neuen Technologie ohne belastbare Kosten-NutzenRechnung ein Wagnis. Es gilt, zu beobachten, wie es weitergeht. Es geht der SPD und der CDU darum, dieses Wagnis berechenbarer zu machen. Meine Damen und Herren, wir wollen daher die 20 bundesweiten Projekte durch eigene Pilotprojekte ergänzen. Dabei sollen Bauvorhaben mit sehr unterschiedlichem Budget zum Zuge kommen; denn es muss deutlicher herausgestellt werden, ob sich BIM für ein 10-Millionen-Euro-Vorhaben genauso lohnt wie für ein 250 000-Euro-Vorhaben.
Herausfinden wollen wir auch, ob eine zeitnahe Einführung von BIM im gesamten Planungs- und Bauablauf sinnvoll ist oder zunächst besonders sinnvolle Abschnitte ausgewählt werden sollten. Eines muss aber klar sein: Die bewährte Trennung von Planung und Bau stellen wir durch die Einführung von BIM nicht infrage.
Festzustellen ist, dass trotz der ab Januar 2020 geplanten Einführung des digitalen Planens und Bauens verfügbare Qualifizierungsangebote nur zögerlich in Anspruch genommen werden. Wir müssen die Weiterbildung attraktiver machen.
Ich bin der Jade Hochschule und der Universität Hannover dankbar, dass sie als wissenschaftliche Aushängeschilder agieren und sich neben der Forschung intensiv in den Bereichen Weiterbildung und Vernetzung engagieren. Ende Februar fand schon der sechste Oldenburger BIMTag statt. Vom 4. bis 5. September lädt das Institut für Baumanagement und Digitales Bauen zur zweiten BIM Expo ein. Viele Fachgäste aus dem außereuropäischen Ausland werden daran beteiligt sein. Damit machen wir Werbung nicht nur für uns, sondern auch für eine herausragende wissenschaftliche Arbeit. Sie schärfen auch das Bewusstsein für das, was das digitale Planen und Bauen ermöglicht. Nötig dafür sind aber verlässliche Geodaten.
Es ist für das digitale Bauen sinnvoll, zusätzliche Daten zu erfassen, zu erarbeiten und bereitzustellen. Damit können zukünftig Bauverzögerungen wegen ungenauer Pläne und im Boden schlummernder Rohre und Leitungen vermieden oder zumindest reduziert werden.
Meine Damen und Herren, ich bin davon überzeugt, dass wir am Ende viele Vorteile durch die Einführung des digitalen Bauens und Planens erzielen werden. Aber damit wir auch in Zukunft ohne unnötige Fehler und Rückschläge auf dem Markt sind und diese Dinge ablaufen, müssen wir den Rahmen und die Rahmenbedingungen ver
bessern. Dabei sollten wir uns nicht allein auf den Bund verlassen, sondern eigene Akzente setzen. Dazu leistet dieser vorliegende Antrag einen wichtigen Beitrag.
Ich freue mich auf die Beratungen im Ausschuss und hoffe, dass wir durch ein gemeinsames Handeln die Digitalisierung des Baugewerbes unterstützen können.
Vielen Dank, Herr Kollege Bley. - Für die SPDFraktion hat sich die Abgeordnete Thordies Hanisch zu Wort gemeldet. Bitte schön!
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Digitalisierung schreitet voran, und wir kämpfen um die vorderen Plätze.
Im Bauwesen ist eines der wesentlichen Elemente der Digitalisierung das Building Information Modeling. Ich gehe jetzt mal davon aus, dass das nicht jedem hier was sagt. Was ist also Building Information Modeling - kurz: BIM - eigentlich?
BIM bietet großes Potenzial vor allem bei Infrastrukturprojekten, wie der Herr Kollege Bley das schon erwähnt hat, also bei Straßen, Überlandleitungen, Bahnstrecken usw. Ich will es nicht zu kompliziert machen und versuche daher, es runterzubrechen.
BIM kann man sich bei einem Hausbau etwa so vorstellen: Der Architekt, die Ingenieure, Fachplaner und der Bauunternehmer arbeiten alle parallel bei der Planung des Hauses zusammen. An einem dreidimensionalen Modell sind hinter den einzelnen Bauteilen, also z. B. einer Wand, Daten hinterlegt. Es ist sofort ersichtlich, wie viel Material man für die Wand braucht, wie viel für die Tapeten, aber auch für die Leitungen. Im Planverfahren arbeiten nun alle Beteiligten an einem Modell. Wenn also der Bauherr die Wand lieber woanders haben möchte, verschiebt der Architekt die Wand, und die Kosten für das längere Kabel in der Wand verschieben sich mit.
Weiteres Potenzial bietet das im Gebäudemanagement, weil in diesen Plänen auch hinterlegt ist, welche Teile verbaut wurden und daher bei Reparaturen nicht mehr Ordner gewälzt werden müssen. Das alles geschieht mit einem dreidimensionalen Modell.
Jetzt komme ich zu den Infrastrukturprojekten zurück. So ein dreidimensionales Modell macht es den Beteiligten, aber insbesondere den Bürgerinnen und Bürgern einfacher, das Vorhaben realistisch einzuschätzen: Wie sieht das Ganze dann in der Landschaft aus? Wie viel teurer wird das Projekt, wenn es anders geplant wird? - All diese Fragen kann BIM beantworten.
Das alles hört sich super an, und es ist auch super, wenn alles funktioniert und wenn vor allem alle in der Lage sind, das umzusetzen. Nun ist es aber so, dass unsere Planungsbüros im ganzen Land eher Fachkräfte suchen, als Zeit für Qualifizierung übrig haben. Die allermeisten Büros haben weniger als vier Mitarbeiter. Das merken wir auch, wenn wir mit Ausschreibungen zu tun haben: Die Angeboten sind weniger geworden, teurer, und alles dauert länger. Das liegt daran, dass der Anbietermarkt knapp besetzt ist. Bei der Einführung des Building Information Modeling benötigen wir aber Kapazitäten für die Qualifizierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Es stellt sich im übertragenen Sinn die Frage: Wenn der Architekt eine Wand verschiebt und sich der Leitungsplan ändert, ist das eine Leistung des Architekten oder des Elektrofachplaners? Hier kommen wir in den Bereich von Urheberrechtsfragen und Berufsordnungen.
In der Praxis der Planungsbüros gibt es in den einzelnen Büros zahlreiche Softwaretools. Es arbeiten nicht alle mit Word, wenn sie etwas schreiben, sondern mit ganz unterschiedlichen Programmen, die nicht unbedingt gut zusammenarbeiten. Das betrifft die Frage der Schnittstellenkompatibilität.
Wenn alle beteiligten Akteure nachvollziehen können, wann wer wie lange an dem Plan gearbeitet hat, kommen auch noch Fragen in den Bereichen Arbeitsschutz und Datenschutz hinzu.