das manchmal vielleicht für manchen nicht ganz nachzuvollziehen war, denn wir wissen alle, dass es sich um eine kreativ-chaotische Persönlichkeit gehandelt hat.
Wir werden mit dem Nachfolger Professor Block sicherlich eine ganz andere Persönlichkeit an dieser Stelle haben. Das muss aber kein Fehler sein. Auch ich wünsche ihm für seine Arbeit im Sinne der Technologiestiftung und zum Wohle unseres Landes von hier aus alles Gute.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, bei so viel einheitlichem Lob, dem ich mich, wie Sie gehört haben, auch anschließe, sei es erlaubt, auf einen Kritikpunkt hinzuweisen. Es ist ausdrücklich nicht der Auftrag der Technologiestiftung, den Aufbau öffentlicher Konkurrenz zu privaten Anbietern zu unterstützen. Ein solcher Fall ist im Bericht der Technologiestiftung auf Seite 20 aufgeführt. Es handelt sich um die Anschaffung eines Gerätes für Werkstoffanalysen für die Technische Fakultät der Christian-Albrechts-Universität. Diese Fakultät tritt zunehmend als Technologiedienstleister auf und hat ein zentrales Analytiklabor
als Modell eines zukünftigen Profitcenters eingerichtet. Nach Angaben der Technologiestiftung gab es bis zur Anschaffung des neuen Gerätes keinen Anbieter für derartige Analysegeräte in Schleswig-Holstein.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, es gibt und gab derartige Anbieter in Schleswig-Holstein. Mir ist zumindest ein Unternehmen bekannt, das genau auf diesem Gebiet arbeitet. Wir haben gestern über die Frage der Konkurrenz von öffentlichen Institutionen gegenüber privaten Unternehmen gesprochen. Ich glaube, hier liegt ein Fall vor, den man sich genauer anschauen sollte. Ich gehe selbstverständlich davon aus, dass es sich hier um einen Einzelfall gehandelt hat. Ich möchte aber meinen Finger gewissermaßen auf die Wunde legen und sagen, dass die Technologiestiftung nicht dazu da ist, um in Konkurrenz zu privaten Anbietern öffentliche Institutionen zu fördern.
Zum Schluss noch eine Bemerkung zur finanziellen Ausstattung der Stiftung. Wir haben mit Bestürzung zur Kenntnis genommen, dass der Finanzminister selbst diese völlig unumstrittene Einrichtung als Steinbruch für seinen Haushalt genutzt hat. Die 15 Millionen DM, die 1999 aus dem Stiftungskapital abgezogen wurden, sollen nun zwar - Herr Kollege Müller, Sie haben dies im Sinne eines großen Erfolges der SPD-Fraktion dargestellt - in zwei Schritten zurückgeführt werden. Ich füge hinzu: hoffentlich. Herr Kollege Müller, Sie haben zutreffend von Rückführung gesprochen, während der Herr Minister von Aufstockung gesprochen hat. Ich glaube, das muss man deutlich auseinander halten.
Wiederaufstockung wäre der richtige Begriff. Es handelt sich im Grunde genommen um die Rückführung eines Kredits, den sich der Finanzminister bei der Technologiestiftung geholt hat.
Aber auch wenn jetzt diese Zurückführung erfolgt: Für einen bestimmten Zeitraum ist das Kapital bei der Stiftung natürlich nicht da gewesen, das heißt, die Erträge sind der Stiftung für diese Zeit auf alle Fälle verloren gegangen.
Meine Damen und Herren, die Technologiestiftung hat mehr für das Land gebracht als jede kreative Buchführung des Finanzministers. Herr Möller, also Hände weg vom Stiftungskapital in der Zukunft!
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Wir erleben bei diesem Tagesordnungspunkt eine einmütige Einigkeit in diesem Hause. Ich glaube, das ist berechtigt. Klaus-Peter Friebe, der langjährige Direktor der Technologiestiftung, hat seine Position aufgegeben. Ich danke ihm für seine großartige Arbeit und seinen Einsatz für die technologische und wirtschaftliche Entwicklung des Landes.
Viele wichtige Technologiebereiche hat er angeschoben, zum Beispiel Sensorik, IuK-Technologien sowie Oberflächen- und Schichttechnologien. Herr Friebe ist aber auch immer ein Querdenker und scharfer Kritiker von Fehlentwicklungen gewesen. Ihm war es ein Graus, dass so viele Millionenbeträge der öffentlichen Hand in Beton, sprich: Gewerbegebiete geflossen sind. Ihm ging es um die Befähigung der Menschen, sich in der Informationsgesellschaft der Zukunft zurechtzufinden.
Ich bin guter Hoffnung, dass der neue Direktor Professor Hans-Jürgen Block genauso engagiert und erfolgreich im Interesse des Landes agieren wird, und wünsche ihm viel Erfolg und eine glückliche Hand.
Durch die Haushaltsbeschlüsse für die Jahre 2000 und 2001 ist sichergestellt, dass der Technologiestiftung in Zukunft wieder ihr ursprüngliches Stiftungskapital in Höhe von 75 Millionen DM zur Verfügung steht. Ich selber bin persönlich stolz darauf, dass wir dies hingekriegt haben.
- Günter, du musst an dieser Stelle jetzt gar nicht so nicken. Es waren die Finanzpolitiker, die das Geld herausgezogen haben.
Ich bedanke mich also nicht bei Günter Neugebauer, sondern ich bedanke mich in diesem Fall bei dem Abgeordneten Müller, den ich in diesem Zusammenhang immer besonders erwähnen muss,
glaube ich, wie kein Minister zuvor persönliches Engagement für die Technologieförderung gezeigt hat
Aus den jährlichen Zinserträgen des Stiftungskapitals unterstützt die TSH unbürokratisch die technologische Entwicklung im Land durch Technologieförderung und Technologietransfer. Insbesondere bei der anwendungsnahen Forschung und Entwicklung der Fachhochschulen konnten richtungsweisende Projekten mithilfe der TSH durchgeführt werden. Ich will hier auch nicht die Technische Fakultät der Universität Kiel und die anderen Universitäten - zum Beispiel die Medizinische Hochschule in Lübeck - vergessen. Dabei wird auf eine Zusammenarbeit der Hochschulen mit Wirtschaftsunternehmen geachtet. Die grüne Landtagsfraktion hat diese Ausrichtung der TSH deswegen immer unterstützt.
Die Arbeit eines Forschungsprojektes darf nicht mit der Veröffentlichung in einer Fachzeitschrift enden. Vielmehr geht es um eine wirtschaftsnahe Umsetzung bis hin zum vermarktbaren Produkt in SchleswigHolstein. Herr Friebe hat immer eine wunderbare Grafik gezeigt, in der er darstellte, wie es früher war. Damals entfielen 90 % auf die Entwicklung, die Erfindung einer neuen Technologie an der Universität, während der Anteil für die Umsetzung in der Praxis nur 10 % betrug. Heute ist es umgekehrt. Heute entfallen 10 % auf das, was im Bereich der Forschung stattfindet. Auf dem Wege der Umsetzung in die Praxis bis hin zur Produktion fallen hingegen Millionen und Milliarden an. Auf diesen Bereich entfallen heute 90 %. Deswegen ist es ungeheuer wichtig, dass wir an diesem Punkt zielgerichtet eingreifen und die Hochschulen und die Betriebe in diesem Punkt unterstützen.
Die Unabhängigkeit und Flexibilität der TSH und ihre ressortübergreifende Arbeitsweise müssen für die zukünftige Technologiepolitik erhalten bleiben. Einer Diskussion über Optimierungsmöglichkeiten innerhalb des Systems des Technologietransfers stehen wir offen gegenüber.
Der Wechsel im Amt des Direktors ist sicher ein geeigneter Anlass dafür. Deshalb halte ich es für sinnvoll, den Bericht an den Wirtschaftsausschuss zu überweisen und gemeinsam mit Professor Block und Minister Rohwer die künftige Ausrichtung der Arbeit zu besprechen.
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Eines möchte auch ich der Rede voranstellen: Auch von unserer Seite vielen Dank für die geleistete Arbeit des bisherigen Direktors der Technologiestiftung, Herrn Friebe!
Herr Friebe war maßgeblich daran beteiligt, dass die Technologiestiftung in der Vergangenheit so erfolgreich arbeiten konnte.
Der Jahresbericht und der Tätigkeitsbericht der Stiftung sprechen eine eindeutige Sprache. SchleswigHolstein ist ein Land, in dem neue Technologien eine Zukunft haben, und ein Land, in dem durch die neuen Technologien Zukunft und Arbeitsplätze geschaffen werden.
Dass gerade die Biotechnologie durch die Technologiestiftung in hohem Maße gefördert wird, zeigt, dass man die Zeichen der Zeit erkannt hat. Sowohl im medizinischen Bereich als auch im landwirtschaftlichen Bereich werden der Biotechnologie riesige Wachstumsraten vorausgesagt. Dies haben auch andere Länder erkannt, die sich schon jetzt am Markt bewegen. Gerade in Großbritannien sind Entwicklungen im Gange, die wir im Rahmen der Nordseekooperation nicht außer Acht lassen können. Der globalisierte Markt wird internationale Zusammenarbeit verlangen, was auch in dem Ziel der interregionalen Kooperation auf europäischer Ebene, wie es im Tätigkeitsbericht beschrieben ist, wiederzufinden ist. Hier ist die Technologiestiftung eindeutig auf dem richtigen Weg.
Auch die beiden weiteren großen Bereiche, die vordringlich von der Technologiestiftung abgedeckt werden, die Informationstechnologie und die Sensorik, sind sehr zukunftsträchtige Bereiche. Bei der Informationstechnologie muss man ja fast schon von einer Standardtechnologie unserer Zeit sprechen. Gleichwohl müssen wir auch hier entwicklungsfähig auf der Höhe der Zeit bleiben. Dies geht nur mit Unterstützung von Forschung und Entwicklung, wie es durch die Technologiestiftung geschieht.
Die Förderung der Sparte Informationstechnologie muss zwar in Zukunft überprüft werden, wie es im Tätigkeitsbericht erwähnt wird, aber wir können uns keinen qualitativen Einbruch in diesem Bereich leisten. Nur wenn die Dynamik des Marktes in unserem Land inzwischen so stark ist, dass die Entwicklung in die
sem Bereich ohne staatliche Förderung auskommen kann, sollte man die entsprechenden Gelder anderweitig einsetzen.
Bei einem jährlichen Finanzvolumen von 5 Millionen DM darf man allerdings nicht zu viel erwarten. Deshalb ist es aber umso notwendiger, die wenigen Mittel zu konzentrieren. Hier stimmen wir der Landesregierung und der Technologiestiftung eindeutig zu. Zur Konzentration der wenigen vorhandenen Mittel zählt aber auch, dass der Wissenstransfer zwischen den Betrieben und den an den Vorhaben der Technologiestiftung Beteiligten intensiviert wird. Im Bericht der Technologiestiftung wird deutlich, dass dies derzeit geschieht.
Gleichwohl ist es wichtig, immer wieder darauf hinzuweisen, dass gerade die Innovations- und Gründerzentren im Land vielfältig eingebunden werden müssen, um das Wissen und die Fähigkeiten möglichst breit zu streuen. So bestünde auch die Möglichkeit, regionale fortschrittliche Initiativen zu unterstützen. Es ist kein Wunder, dass ich dabei vor allen Dingen an das Nordfriesische Innovationscenter in Niebüll denke, das sich, nachdem es nun vorwiegend mit Landesmitteln erweitert wird,