längst als Kernkompetenz definiert. Digitale Bildung ist eines unserer Schwerpunktthemen. Deshalb haben wir unter anderem unsere Förderung für nachhaltige Medienprojekte an Modellschulen deutlich angehoben.
Auch wenn wir uns die technische Ausstattung oder die Breitbandbindung anschauen, lässt sich festhalten, dass wir an diesen Aufgaben dran sind. Gleichzeitig wissen wir aber auch, dass noch viel Arbeit vor uns liegt. Zumindest mir und meiner Partei ist bewusst, dass dieser Prozess sehr gern noch mehr Fahrt aufnehmen sollte.
Doch gerade weil der Handlungsdruck entsprechend groß ist, ist eine Sache für den SSW besonders wichtig: Wir dürfen hier nicht die grundlegenden Ziele aus den Augen verlieren und uns in Scheindebatten oder unkoordinierten Einzelmaßnahmen verzetteln. Als Basis brauchen wir schnellere Internetanbindungen für unsere Schulen. Außerdem brauchen wir eine moderne technische Grundausstattung. So viel ist klar. Aber alle Schritte auf diesem Weg müssen Teil eines Gesamtkonzepts sein. Dieses Konzept muss auch auf lange Sicht Hand und Fuß haben.
Die FDP fordert im vorliegenden Gesetzentwurf, dass Tablets unter die Lernmittelfreiheit fallen, sofern Schulen diese verpflichtend für den Unterricht vorsehen. Das ist für sich genommen eine sinnvolle Forderung. Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen, dass Tablets eine Bereicherung für den Unterricht sein können und vielfältige Chancen bieten. Die Einschätzung, dass wir auch hier besser werden müssen, teile ich voll und ganz. Heute verfügen zwar alle Schulen über eine Computerausstattung für unterrichtliche Zwecke, und das Schüler-Rechner-Verhältnis hat seit 2012 von zwölf zu eins auf acht zu eins klar verbessert, aber die meisten Rechner stehen nun einmal fest installiert in Computerräumen. Tablets dagegen bieten weit mehr Flexibilität und damit auch mehr Möglichkeiten. Ich denke, dagegen kann niemand ernsthaft etwas haben.
Uns stellt sich direkt die Frage, ob man hierfür und vor allem zu diesem Zeitpunkt das Schulgesetz anfassen muss. Außerdem ist es zwar schön und gut, wenn Tablets, die verpflichtend im Unterricht eingesetzt werden, unter die Lernmittelfreiheit fallen sollen, wir zweifeln allerdings daran, dass die Sache mit den Kosten damit so einfach geklärt ist. Das soll heißen: Es ist doch niemandem damit ge
Schon heute sind viele Schulträger in Sachen Ausstattung am Limit. Wir müssen also gemeinsam gucken, wie wir so etwas flächendeckend realisieren können.
Wir stehen gerade beim Thema Digitalisierung vor großen Veränderungen. Deshalb sollten wir uns auch gemeinsam auf den Weg machen, um die entscheidenden Weichen zu stellen. Aus Sicht des SSW liegen hier eine ganze Reihe von Chancen vor uns, die es zu nutzen gilt. Gerade am Beispiel Tablet-Computer wird diese Vielfalt an Möglichkeiten deutlich. Der Unterricht kann flexibler und differenzierter erfolgen. Unsere Kinder können den Umgang mit den digitalen Medien deutlich effektiver lernen. Nicht nur Inseln und Halligen können ganz enorm von übergreifenden Ansätzen profitieren.
Voraussetzung für all das ist aber ein durchdachter Gesamtansatz. Dieser Ansatz muss nicht nur tragfähige Antworten auf Finanzierungsfragen geben, sondern auch sicherstellen, dass kein Kind von diesen Chancen ausgeschlossen wird. Das ist uns im SSW ganz wichtig.
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Es ist immer wieder begeisternd, feststellen zu können, mit welchen Argumenten man sich mit der inhaltlichen Frage nicht beschäftigen will. Herr Kollege Vogel, wenn Sie gesagt hätten: „Wir sind da schon dran, wir machen das schon, deshalb ist der Gesetzentwurf überflüssig“, dann hätte ich gesagt: „Okay, darüber kann man nachdenken“. Aber zu erklären: „Wir können das jetzt nicht machen, dafür haben wir in der nächsten Legislaturperiode noch Zeit“, verkennt, dass das neue Schuljahr im August nächsten Jahres beginnt. Sie werden mir freundlicherweise folgen können, dass wir vor August nächsten Jahres, selbst wenn wir uns beeilen, im neuen Landtag überhaupt keine Tagung mehr haben, in der wir uns sinnvollerweise mit diesem Pro
Ich danke der Kollegin des SSW ausdrücklich für ihren Beitrag. Selbstverständlich - das habe ich zum ersten Mal Mitte der 90er-Jahre gesagt - ist es Aufgabe des Staates sicherzustellen, dass alle Kinder, und zwar egal, wo sie herkommen, egal, wer ihre Eltern sind, egal, aus welchem Elternhaus sie kommen, egal, welches Verständnis sie dafür haben, mit den gleichen Mitteln ausgestattet werden, um an dem Bildungssystem für ihren entsprechenden persönlichen Erfolg teilhaben zu können. Selbstverständlich gehört mittlerweile nicht nur der Computer zur Normalausstattung, sondern das Tablet ist unverzichtbarer Bestandteil einer Unterrichtsversorgung, die den Anspruch erhebt, mit der digitalen Entwicklung überhaupt Schritt halten zu wollen. Ich empfehle einigen Kollegen einmal weite Reisen, beispielsweise USA oder Hongkong oder Singapur.
- Das kann man nur empfehlen, weil man feststellen wird, dass dort das Tablet bereits heute integraler Bestandteil des Unterrichts ist.
Wenn wir nicht weiter zurückfallen wollen, wird es Zeit, dass wir uns endlich auf das gleiche Niveau begeben, weil wir sonst den Anschluss verlieren werden, wie es in der Vergangenheit war.
Ich verstehe auch die Aufregung nicht. Der Gesetzentwurf enthält schlicht und ergreifend nur eine Klarstellung. Es ist ein weiteres Mittel, ähnlich wie ein Schulbuch beispielsweise als Tablet, das Informationen verteilen soll, das von der Lernmittelfreiheit umfasst wird. Überall dort, wo bisher durch den Schulträger Schulbücher ausgeteilt wurden das wird künftig entfallen. Das kann ich Ihnen sicher sagen. Künftig werden digitale Medien angeboten werden müssen. Selbstverständlich muss das der Schulträger übernehmen, das löst keine Konnexität aus. Warum darüber eine Aufregung besteht, als müssten wir jetzt lange Diskussionen führen, das verstehe ich überhaupt nicht.
Ich verstehe ja, dass Sie die digitale Welt für Schleswig-Holstein erst im Jahr 2030 vor Augen haben. Die Menschen, die in Schleswig-Holstein ausgebildet werden, haben außerhalb dieses Landes, auch wenn sie glücklich sind, schlicht und ergreifend den Anschluss verpasst. Das ist der Grund, dass wir uns jetzt damit beschäftigen wollen. Wir werden das nach der Landtagswahl gern wieder ein
bringen und im Zweifel auch umsetzen. Dazu werden wir Sie möglicherweise nicht brauchen. Aber wir werden hier ein wenig mehr auf Geschwindigkeit drängen müssen; denn wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Das hat nicht nur Gorbatschow gesagt, sondern es geht in besonderer Weise um Freiheit der Bildung, der Ausbildung unserer jungen Menschen.
Selbstverständlich, liebe PIRATEN, brauchen wir eine einheitliche Herangehensweise. Wir können nicht zulassen, dass sich Menschen aus einem Elternhaus mit reichen Eltern mit Smartphones ausstatten, die Highspeed-Geschwindigkeit haben, und Kinder aus Elternhäusern, die sich das nicht leisten können, mit Smartphones ausgestattet werden, die was weiß ich - i-Phone-3-Charakter haben und nicht i-Phone-7-Charakter, um das einmal an einem Beispiel deutlich zu machen. Es muss die gleiche Grundlage für alle geben, oder das Bildungssystem wird ungerecht. Dass ich das Sozialdemokraten, Grünen und PIRATEN erklären muss, wundert mich in erdenklicher Weise. Wenn Sie glauben, Frau Erdmann, dass das sinnentleert sei, dann tun Sie mir leid, aber nicht der Antrag. - Herzlichen Dank.
Das Wort zu einem weiteren Dreiminutenbeitrag hat Frau Abgeordnete Anke Erdmann von der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN.
Sehr geehrter Herr Kubicki! Das ist ein PlaceboGesetzentwurf, und Sie sind auf keinen der inhaltlichen Punkte eingegangen. Sie haben gesagt: Löst keine Konnexität aus. Das haben Sie bei der Frage Krippenbetreuung auch gesagt. Als die Kommunen geklagt haben, hat Schwarz-Gelb gesagt: Löst keine Konnexität aus. Kinderbetreuung liegt schon bei den Kommunen. Die Gerichte haben aber gesagt auch in anderen Bereichen, zum Beispiel Nordrhein-Westfalen -, die Qualität dieser Aufgabe hat sich komplett gewandelt. Das wird im Bereich des digitalen Lernens wahrscheinlich ebenso sein. Man kann sich doch nicht einfach hinstellen und sagen, es ändert sich nichts,
indem ich einen Halbsatz ins Gesetz einstelle und dann noch nicht einmal sage, ich hinterlege das irgendwie mit Haushaltsmitteln. Sollen die Kommu
nen einmal machen. Das ist ja der Punkt. Entweder ist es extrem teuer, dann müssten Sie auch sagen, woher das Geld kommen soll. Oder es ist wirkungslos. Ich bin der Meinung, dass das so, wie Sie es formuliert haben, nicht der Weg ist, dass die Schulen entscheiden, wie viele Tablets sie anschaffen, sondern es ist immer noch im Rahmen des Budgets, das der Schulträger zu tragen hat. Das bringt überhaupt nichts.
Es tut mir leid, wenn Sie das nicht nachvollziehen können. Aber Sie müssen sich schon entscheiden: Entweder ist das jetzt eine Revolution, dann wirkt Konnexität. Oder aber es ist eine Nullnummer. Ich glaube, es ist eine Nullnummer. Aber das werden wir in den nächsten Wochen sehen. Jedenfalls ist es kein großer Wurf, und auf die inhaltlichen Punkte sind Sie gerade nicht eingegangen. Es läuft einiges, aber – –
(Wolfgang Kubicki [FDP]: Wer redet denn von einem großen Wurf? Sie reden dauernd von einem Bild, das Sie selbst erschaffen!)
- Nein, gar nicht! Sie haben gerade gesagt, man darf die Zukunft nicht verschlafen. Da sage ich einmal, 2009 bis 2012 war die digitale Entwicklung nicht komplett unbekannt. Bei Ihnen hat das überhaupt keine Rolle gespielt. Jetzt haben wir eine Ministerin, die das anschiebt. Das ist super. Dass es mehr Fahrt bekommen kann, darüber sind sich, glaube ich, alle einig. Das trennt uns nicht. Ich bezweifle aber, dass dieser Halbsatz dazu irgendeinen relevanten Beitrag schaffen wird. Für mich ist das Wahlkampfgetöse.
Das Wort hat jetzt zu einem weiteren Dreiminutenbeitrag der Abgeordnete Sven Krumbeck von der Piratenfraktion.
Herr Kubicki, bei Ihren Ausführungen frage ich mich manchmal: Wann waren Sie zum letzten Mal in einer Schule? Ihre Kollegin Frau Klahn habe ich dort regelmäßig gesehen, aber Sie nicht.
Die Realität in den Schulen ist doch, dass es teilweise noch Lehrer gibt, die erst einmal komplett umdenken müssen.
Das Problem ist nicht, dass wir heute einfach irgendeine Änderung in das Gesetz schreiben. Wir müssen bei den Schulen viel weiter anfangen. Ich habe vorhin deshalb die Handyverbote erwähnt, weil es immer noch Lehrer gibt, die die gesamten digitalen Endgeräte am liebsten aus den Schulen heraushaben wollen. Die werden das nicht in ihre Klassenräume nehmen, wenn wir es ins Schulgesetz schreiben, schon gar nicht, wenn die Schulkonferenz das nach irgendwelchen abstrusen Maßgaben und Vorlagen, die es gar nicht gibt, erst einmal beschließen muss.
Wenn wir Tablets nutzen wollen, müssen wir zuerst die Endgeräte der Schülerinnen und Schüler nutzen, die bereits vorhanden sind, und zumindest einmal mit dem Handy beginnen. Selbst in den sozial schwächeren Haushalten wird eher ein neues Handy gekauft, weil das Handy nebenbei auch noch als Statussymbol gilt.
Wenn man sich die ominösen Zeilen anschaut, die Frau Klahn vorhin zitiert hat, da ging es nicht im Entferntesten darum, dass kein Geld da war, sondern es wurde gegen eine Tablet-Klasse geklagt, die man jederzeit hätte verlassen können, wenn man gewollt hätte, wo kein Zwang bestand, dass man nur in der Klasse hätte unterrichtet werden sollen. Es wurde dagegen geklagt, dass alle anderen auch keine Tablets benutzen können, weil man einfach kein Tablet benutzen und trotzdem in der Klasse bleiben wollte. Das ist doch keine Argumentation. Ich bin mir sicher, dass sich in einem Großteil aller Fälle in Zusammenarbeit mit dem Förderverein und den Sozialträgern vor Ort im Bringyour-own-Device-Ansatz immer eine Lösung finden lässt, das auch mit den sozial Schwachen vorzunehmen. Ich kenne genug Tablet-Modellklassen, in denen nicht alle nur aus den reichen Vororten kommen, wo es auch geschafft wurde, alle Leute mit Tablets zu versorgen, ohne dass die Lernmittelfreiheit -
Wenn wir einmal kurz von der Lernmittelfreiheit weggehen, wir brauchen nicht nur die Geräte. Wir müssen auch den Lehrern beibringen, damit umzugehen. Wir müssen das gesamte Know-how vermitteln. Das ist jetzt schon bei den Smartboards in den Schulen so, dass sehr viele Kommunen, die einmal das Geld hatten, auf Smartboards umgestellt haben und die Lehrer davor standen und sie genauso als
Wir müssen zuerst das Umdenken beginnen. Damit müssen wir jetzt beginnen und nicht erst, wenn wir mühsame und quälende Verhandlungen mit den kommunalen Trägern haben. Wir haben bei der Schulassistenz gesehen, wie lange sich Verhandlungen mit den kommunalen Trägern hinziehen und wie kompliziert das Ganze werden kann. Währenddessen sitzen in den Klassenräumen jetzt noch massenweise Schülerinnen und Schüler mit oder ohne Handy und gehen auf dem Nachhauseweg unkontrolliert ins Internet, obwohl sie in der Schule dabei etwas hätten lernen können. - Danke.