oder wollen Sie in der Sache abstimmen? - Wer den Antrag Drucksache 18/832 sowie den Änderungsantrag Drucksache 18/949 als selbstständigen Antrag dem Wirtschaftsausschuss überweisen will, den bitte ich um das Handzeichen. - Die Gegenprobe! - Enthaltungen? - Damit ist dies einstimmig so beschlossen.
Wird das Wort zur Begründung gewünscht? - Das ist nicht der Fall. Mit dem Antrag wird ein Bericht in dieser Tagung erbeten. Ich lasse zunächst darüber abstimmen, ob der Bericht in diese Tagung gegeben werden soll. Wer dem zustimmen will, den bitte ich um das Handzeichen. - Die Gegenprobe! Das ist einstimmig so beschlossen.
Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Bei den Olympischen Spielen in London war Schleswig-Holstein mit der Rekordzahl von 16 Athletinnen und Athleten vertreten. Sie brachten drei Goldmedaillen mit - eine Glanzleistung für unser Land.
Nicht nur im Segeln, Rudern und Beachvolleyball macht Schleswig-Holstein sportlich von sich reden - etliche Europa-, deutsche und norddeutsche Meisterschaften finden jährlich bei uns statt. Die Reiter, die Synchronschwimmerinnen, die Turner, die Kanuten und die Kegler, um nur einige zu nennen, sie alle haben beeindruckende sportliche Leistungen erzielt und stehen für den guten sportlichen Ruf unseres Landes.
Die Landesregierung unterstützt den Sport nach Kräften. Ich danke dem Parlament ausdrücklich dafür, dass es gelungen ist, dem Sport durch die Erhöhung der jährlichen Förderung eine bessere Planungsgrundlage einzuräumen.
Eine wichtige Voraussetzung, damit sich Sportler auf Spitzenniveau weiterentwickeln können, ist eine funktionierende duale Karriere. Es gilt dabei, sich so früh wie möglich auf eine berufliche Karriere nach dem Sport vorzubereiten. Mit den beiden Partnerschulen des Leistungssports in Ratzeburg und Friedrichsort und der Profilquote für das Studium haben wir in Schleswig-Holstein den richtigen Weg eingeschlagen.
An dieser Stelle weise ich darauf hin, dass unsere beiden Partnerschulen nicht, wie in dem Antrag formuliert, in einem Verbundsystem mit Hamburg eingerichtet worden sind; sie agieren jeweils eigenständig, allerdings in enger Zusammenarbeit mit
Unsere Partnerschulen können den jungen Sportlern sowohl die schulischen Grundlagen nahebringen als auch die Teilnahme an Wettkämpfen ermöglichen. Und es funktioniert. An den Partnerschulen fiel das Abitur der bisherigen Leistungssportabsolventen gut bis sehr gut aus. Auch das Bildungsministerium unterstützt diesen Kurs des Dreiklangs aus schulischer, beruflicher und wissenschaftlicher Ausbildung, wie überhaupt der Sport als Teil der Ausbildung positiv mitgestaltet wird.
Einen hervorragenden Ruf genießen zudem unsere Bundesstützpunkte Segeln und für den Nachwuchs im Beachvolleyball in Kiel-Schilksee sowie in Ratzeburg für Rudern mit entsprechendem Internatsbetrieb. Außerdem haben wir weitere regionale Sportschwerpunkte im Land wie etwa die Landesturnschule in Trappenkamp oder für Tischtennis in Schwarzenbek.
Deutschlandweit gibt es derzeit 41 Eliteschulen des Sports. Zum Begriff selbst: Es ist ein Terminus technicus, ein Fachbegriff, den der DOSB geprägt hat, der für sich betrachtet nach meiner Auffassung weder für fachbegriffliche Begründungen noch für ideologische Reflexe Raum lässt. Schleswig-Holstein ist das einzige Bundesland ohne eine solche Einrichtung. Der Titel wird vom Arbeitskreis Eliteschulen des Deutschen Olympischen Sportbundes vergeben, der sechs Hauptkriterien für die Vergabe des Titels festlegt.
Zu diesen Kriterien zählt ein gelungenes Management des Zeitbudgets für die Schülerinnen und Schüler. Das kann auch bedeuten, dass zwei Schulen als eine Eliteschule fungieren können. Dies gilt jedoch nur innerhalb desselben Ortes, um den Schülern kurze Wege zu ermöglichen.
Die ursprüngliche Idee, Kiel und Ratzeburg als eine Eliteschule anmelden zu können, mussten wir daher verwerfen. Auch lässt sich derzeit die Einrichtung einer notwendigen reinen Sportklasse angesichts der Zahl der infrage kommenden Schülerinnen und Schüler nicht darstellen. Aktuell haben wir in Ratzeburg acht Vollzeit- und sieben Teilzeitlandeskadermitglieder, von denen ein Athlet im Bundeskader steht. In Friedrichsort haben wir unter fünf Landeskadern eine Athletin im Bundeskader.
Ein weiteres entscheidendes Kriterium ist die Anzahl der Bundeskaderathleten in unseren Schwerpunktsportarten Beachvolleyball, Segeln und Rudern. 10 % der Leistungssportschüler müssen in ei
Dabei muss man berücksichtigen, dass der deutsche Ruderverband die Teilnahme an einer Weltmeisterschaft als mögliche Qualifikation für den Bundeskader grundsätzlich erst mit 17 oder 18 Jahren zulässt. Beim Segeln gilt ein Einstiegsalter ab 19 Jahren.
Dies hat aufgrund der Schulzeitverkürzung auf G 8 zur Folge, dass der notwendige Bundeskaderstatus in der Regel nicht während der Schulzeit erreicht werden kann.
An den Eliteschulen müssen darüber hinaus personelle Kapazitäten geschaffen werden, um die Athleten trotz Wettkämpfen schulisch betreuen zu können.
Meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordnete, es bleibt unser Ziel, die duale Karriere für unsere Leistungs- und Spitzenathleten zu fördern und auszubauen. Eine Eliteschule im Schnellverfahren zu etablieren, ist der falsche Ansatz. Es gilt vielmehr, in einem gemeinsamen Schulterschluss von Innen- und Bildungsministerium, Landessportverband, den Sportfachverbänden, den Experten des Olympiastützpunkts und allen voran mit einer geeigneten Schule die notwendigen Voraussetzungen dafür zu schaffen. Dazu gehört auch, die Entwicklung der Partnerschulen, der Bundesstützpunkte und der Profilquote abzuwarten und auszuwerten.
Der aktuelle Wechsel von drei Sportlern der Eliteschule Berlin ins Internat Schilksee zeigt, dass wir mit unserem dualen System und der sportlichen Leistungsfähigkeit auf dem richtigen Weg sind. Ich gehe davon aus, dass sich das weiter herumsprechen wird.
Wir müssen uns fragen, wie wir den Unterbau von Eliteschulen und Leistungsschulen für den Spitzensport entwickeln. Die sportlichen Talente, die wir überall im Land haben, auch schulisch zu fördern und Sport als Teil des Bildungsauftrags zu verstehen, ist genau der richtige Weg. Der Landessportverband stellt sein Konzept zur schulischen Talentförderung in Kürze vor. Schon heute haben wir in Schwarzenbek für Tischtennis eine Schule, die sich der Talentförderung verschrieben hat. Das zu institutionalisieren und zu strukturieren, ist richtig und gut und hat unsere Unterstützung. - Vielen Dank.
Vielen Dank, Herr Minister. - Ich eröffne die Aussprache und erteile das Wort der Frau Kollegin Barbara Ostmeier von der CDU-Fraktion.
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Kolleginnen und Kollegen der SPD-Fraktion, ich hoffe, dass wir wie bei dem vorherigen Thema am Ende der Aussprache von allen Applaus bekommen und nicht nur von den fachpolitischen Sprechern, die aktiv für die Berichterstattung gestimmt haben.
Sehr geehrter Herr Minister, zunächst einmal möchte ich mich sehr herzlich für Ihren umfassenden Bericht zum Thema Eliteschule in Schleswig-Holstein bedanken. Ausschlaggebend für unseren Antrag war ja, dass Sie sich im September 2012 vollmundig dafür ausgesprochen haben, in Schleswig-Holstein eine Eliteschule einzurichten. Wenn ich Ihren Bericht jetzt bewerte, komme ich kurz und knapp zu dem Ergebnis, dass Sie sich im letzten Jahr im Rahmen einer Tagung des Landessportverbands im Kieler Landeshaus doch etwas forsch geäußert haben und Sie mittlerweile - damit stimmen wir in unseren Beiträgen überein - zu der Erkenntnis gelangt sind: Die Einrichtung einer Eliteschule anzukündigen, ist das eine, sie zu realisieren, ist das andere. Nicht nur wir, sondern auch alle Fachbereiche und Sportinteressierten waren sehr verwundert über die Aussage, dass Schleswig-Holstein zu dem Zeitpunkt bereits alle Qualitätskriterien des DOSB - Sie haben sie aufgeführt - erfülle.
Dennoch finden wir die Beschäftigung mit dem Thema evident für die Entwicklung des Leistungssports in Schleswig-Holstein. Mit großer Unterstützung der damaligen CDU-geführten Landesregierung sind im Jahr 2011 mit den Sportinternaten in Kiel-Schilksee mit den Schwerpunktsportarten Segeln und Beachvolleyball sowie in Ratzeburg mit der Schwerpunktsportart Rudern exzellente Einrichtungen etabliert worden. Sie haben es erwähnt: der erste wichtige Baustein.
Der zweite folgte mit der Einführung der Profilquote, für die Sie auch von unserer Seite große Unterstützung bekommen haben. Dass wir eine eigene Eliteschule des Sports als dritten Schritt brauchen, steht für uns in der Sache völlig außer Frage. Die CDU unterstützt diese weitere Form der Förderung
Meine Damen und Herren, in der Eliteschule des Sports findet bereits sehr früh eine vorbildliche Förderung von Nachwuchssportlerinnen und Nachwuchssportlern ab der fünften Klassenstufe statt. Talente werden dort entdeckt, Talente werden geformt, und Talente werden schließlich an die internationale Spitze gebracht. Junge Menschen als positive Botschafter unseres Landes in einem fairen Wettbewerb - auch ein weiterer erstrebenswerter Effekt.
Die Trias aus Entdecken, Formen und Internationalität ist bis dato an 41 Eliteschulen des Sports und an 105 allgemeinbildenden Schulen in der gesamten Bundesrepublik zu einem Erfolgsmodell des deutschen Sports geworden. Nur im Norden der Republik, im Land zwischen den Meeren, gibt es einen weißen Fleck. Schade für ein starkes Schleswig-Holstein, schade für unsere starken Spitzensportler!
Wir wollen das ändern. Als Oppositionsfraktion bieten wir der Regierung auch in diesem Punkt gern unsere Unterstützung an.
Aber es bedarf unserer Ansicht nach - auch der Minister kommt zu dieser Einsicht - eines behutsamen Vorgehens in einem geordneten Verfahren. Die Grundlagen müssen erfüllt sein.
Folgende Fragestellungen ergeben sich im Vorwege der Erfüllung der Qualitätskriterien - ich möchte Ihnen gern einige exemplarisch nennen -: Bekommen wir mit unseren derzeitigen Schwerpunktsportarten Beachvolleyball und Segeln am Standort Kiel überhaupt eine komplette Sportart zusammen, die schulorganisatorisch weitere Stellen wie einen Koordinator oder Lehrer-Trainer-Stellen rechtfertigen würde? Haben wir in Schleswig-Holstein ausreichend Schwerpunktsportarten, oder müssen wir auch einmal über den jetzigen Tellerrand hinausschauen, zum Beispiel auf Handball, Fußball, American Football, Schwimmsport oder Reiten? Handelt es sich dabei überwiegend um Einzel- oder Mannschaftsdisziplinen? Eine wichtige Frage, wenn wir die Klassenstärken erfüllen wollen. Welche Kadergrößen verlangen die nationalen Fachverbände?
Meine Damen und Herren, Herr Minister, als eine Besonderheit gelten die fachspezifischen Eliteschulen. Denkbar wären demnach auf den Segel
Es gibt aber auch weitere Aktivitäten, die im Land schon auf dem Weg sind. Ein gutes Beispiel für aktuelle Aktivitäten gab die Berichterstattung im „Schleswig-Holstein-Magazin“ des NDR zu einer Kooperation des Tischtennisverbands SchleswigHolstein mit dem TSV Schwarzenbek und dem Gymnasium Europaschule Schwarzenbek, die bereits früh Talente im Tischtennis sichten und fördern. Die Stundentafel der Schüler ist auf den Sport ausgerichtet. Nachhilfe- und Förderstunden werden erteilt - finanziert übrigens mit Mitteln des Fachverbands. Aus meiner Sicht ergibt es Sinn und ist überlegenswert zu prüfen, ob wir weitere Sportdisziplinen zu Schwerpunktsportarten machen.
Dies alles müssen wir mit der gebotenen Sorgfalt und mit kompetenter Begleitung durch Fachleute gemeinsam besprechen. Mit „gemeinsam“ meine ich nicht nur den Landtag und die Landesverwaltung, sondern auch unseren Landessportverband, alle interessierten Fachverbände, die Spezialisten vom Olympia-Stützpunkt Hamburg Schleswig-Holstein, die Partnerschulen des Leistungssports und die Schulen, die bereits Kooperationen mit Vereinen und Verbänden eingegangen sind.
Lassen Sie uns dementsprechend im Ausschuss für Innen und Recht das Thema Einführung einer eigenen Eliteschule des Sports auf die politische Agenda setzen, um dort das Weitere zu erörtern und im Sinne der Sache voranzubringen. Ich zitiere an dieser Stelle gern Herrn Meyer: „Stück für Stück ein wenig voran.“
Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen, die Fraktion der CDU beantragt die Überweisung der Drucksache in den für Sport zuständigen Ausschuss für Innen und Recht. Ich freue mich, dass wir hier weiter die richtigen Signale setzen. - Danke schön.