Protokoll der Sitzung vom 16.07.2015

(Heiterkeit und Beifall SSW, SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Ich finde es merkwürdig. Ein bisschen Konsistenz in der Arbeit ist durchaus sinnvoll, lieber Kollege Callsen.

(Dr. Ralf Stegner [SPD]: Verlang nicht zu viel! Verlang nicht zu viel! - Heiterkeit SPD)

Es wird ja noch schräger: Dann sagt der liebe Kollege Callsen, die CDU sei für Tariftreue.

(Heiterkeit SPD)

Sie sei erfüllt, weil es jetzt den bundesweiten Mindestlohn gebe. Lieber Kollege Callsen, das Wesen eines Tariflohns ist, dass er zwischen den Tarifpartnern ausgehandelt wurde und dass er eben nicht vom Staat festgelegt werden musste. Wenn Sie sagen und es wirklich so meinen, dass der Mindestlohn als Tarif ausreiche, bedeutet das: Sie wollen, dass es keine starken Arbeitgeberverbände und dass es keine starken Gewerkschaften mehr gibt, die das miteinander aushandeln, lieber Kollege Callsen.

(Zurufe Johannes Callsen [CDU] und Serpil Midyatli [SPD])

Das hatten wir schon einmal zwischen 1949 und 1989 auf dem Gebiet der ehemaligen DDR. Dort gab es auch eine Ost-CDU. Das scheint Ihre Politik zu sein, lieber Kollege Callsen.

(Heiterkeit SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN - Lachen CDU)

Das ist aber nicht unsere Politik, sondern wir wollen starke Gewerkschaften und starke Arbeitgeberverbände,

(Hans-Jörn Arp [CDU]: Ein starkes Land!)

die einen Tariflohn aushandeln.

Denen sagen wir ganz klar: Bei öffentlichen Aufträgen muss der Tariflohn, der zwischen den Tarifpartnern ausgehandelt worden ist, eingehalten werden. Das wollen wir; das wollen Sie nicht. Sie wollen staatlichen Dirigismus; wir wollen ihn nicht. Wir wollen die Tarifpartner stärken.

(Beifall SSW, SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Das geht nur, indem man ein Tariftreuegesetz hat.

(Johannes Callsen)

(Beifall SSW, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN - Zuruf SPD: Sehr gut!)

Für die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hat der Abgeordnete Dr. Andreas Tietze das Wort.

Frau Präsidentin! Ich habe mich noch einmal auf Ihren Beitrag, Herr Callsen, hin gemeldet, weil Sie immer auf der Infrastruktur und insbesondere auf den Landesstraßen herumreiten.

(Johannes Callsen [CDU]: Zu Recht!)

- Nein, nicht zu Recht. Das sind Ihre Märchenstunden. Keine Regierung hat in den letzten Jahren so viel für Landesstraßen getan, wie die unsere.

(Christopher Vogt [FDP]: Sie haben erst mal gekürzt!)

Woher wissen wir das? Wir wissen das deshalb, weil wir die Ersten waren, die einen transparenten Infrastrukturbericht vorgelegt haben.

(Lachen CDU)

Diese Regierung hat 2014 26 Millionen und 2015 24 Millionen € eingestellt. Ihre Regierung hat 2009 17,9 Millionen und 2011 18 Millionen € eingestellt. Das heißt, in Ihrer Regierungszeit gab es für zwei Jahre 35 Millionen, in unserer Regierungszeit für zwei Jahre aktuell 50 Millionen €.

(Zuruf SPD: Hört! Hört! - Beifall SPD)

Ihre Leistung für die Landesstraßen waren 13 % der Mittel, unsere Leistung sind 25 %.

Herr Minister hat vor zwei Wochen die Landesstraße 110 in Ellerhoop eingeweiht: 3,3 Millionen €. Fertigstellung: drei Monate früher, qualitativer Bau.

Wir haben weiterhin die L 89 Hammer-Bargteheide mit 2,5 Millionen €, die L 287 Drüsensee-Gudorf -

(Wolfgang Dudda [PIRATEN]: Lägerdorf sage ich mal!)

- ja, Timmaspe - mit 2,5 Millionen €. Wir sanieren sukzessive reichlich viele Landesstraßen. Wir haben weitere 14 Millionen € eingestellt, um die Erhaltung der Landesstraßen zu gewährleisten. Das heißt: Wir tun wirklich etwas.

(Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, SPD und SSW)

Es wurde noch nie so viel gebaut und geplant an Straßen wie in diesem Jahr in Schleswig-Holstein.

Bei uns wird gebuddelt, bei Ihnen wird geschwafelt. Bei uns wird in die Hände gespuckt; wir steigern das Bruttosozialprodukt in diesem Land.

(Anhaltender Beifall und Heiterkeit BÜND- NIS 90/DIE GRÜNEN, SPD und SSW - Zu- rufe CDU)

Das Wort hat der Abgeordnete Detlef Matthiessen von der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN.

Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Es geht hier weiter, Hans-Jörn Arp, nämlich mit eurer Infrastrukturpolitik.

(Hans-Jörn Arp [CDU]: A 20 muss jetzt kommen!)

Die Westküste: Woher kommt denn der Infrastruktursprecher der CDU? - Von der Westküste!

(Hans-Jörn Arp [CDU]: Genau!)

Wogegen hat er geredet? - Gegen die Fähre zwischen Cuxhaven und Brunsbüttel. Wer hat sie gebracht? - Wir haben sie gebracht.

(Vereinzelter Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN - Zurufe CDU und FDP)

Wer wird den Schnellbus im Stundentakt nach Brunsbüttel von diesem Fährhafen bis nach Itzehoe organisieren? - Wir haben das gemacht. Ihr habt dagegen geschrieben.

(Zurufe CDU und FDP)

Lesen Sie mal Ihre eigenen Presseerklärungen.

(Anita Klahn [FDP]: Wer hat die Schulden im Land gemacht? - Ihr habt sie gemacht!)

Der größte Investor ist die Windenergiebranche. Sie hat im letzten Jahr Anlagen für eine Leistung von 1,2 GW installiert. Das Investitionsvolumen betrug 1,5 Milliarden €. Das geht dieses Jahr weiter. Das liegt daran, dass wir vernünftige Planungen bei der Windenergie machen und auch solche Dellen wegstecken, wie das Urteil des OVG.

Insofern finde ich, dass Sie da immer wieder dieselbe Sau durchs Dorf jagen. Damit karikieren Sie sich nur selbst, meine Damen und Herren von der Opposition.

(Lars Harms)

(Hans-Jörn Arp [CDU]: Nicht persönlich nehmen!)

Wir machen vernünftige und gute Wirtschaftspolitik für dieses Land. - Danke schön.