Protokoll der Sitzung vom 13.12.2002

Das Material wird eingelagert, verkauft oder anderen Verbänden zur Verfügung gestellt. Das Personal bekommt in anderen Einheiten eine neue Stelle. Die Dienstposten der Brigade werden mit Reservisten aufgefüllt. Der Brigadestab wird nach Leipzig verlegt. Eine Hand voll Soldaten eines Betreuungstruppenteils ist für die Organisation der dann nicht mehr aktiven Brigade verantwortlich. Kurzum: Der Name des Verbandes Sachsen-Anhalt verschwindet aus der bisher dargestellten öffentlichen Wahrnehmung.

Dieser Antrag ist Ausdruck des ehrenhaften Bemühens, dass die positive Verbindung unseres Landes zur Bundeswehr durch die Benennung eines namhaften aktiven Verbandes mit dem Traditionsnamen Sachsen-Anhalt auch in Zukunft dargestellt wird.

Meine Damen und Herren! Ich hoffe, der Antrag findet eine breite Unterstützung im Hohen Hause. Da die Panzergrenadierbrigade 38 nicht aufgelöst, sondern deaktiviert wird, besteht sie aber weiter fort - dann zwar in Leipzig, also in Sachsen, und ohne aktives Personal. Der Name aber bleibt. Das heißt, die Bemühungen der Landesregierung müssen auch dahin gehen, dass die dann nicht mehr aktive Panzergrenadierbrigade 38 ihren Traditionsnamen für einen neuen, aktiven Verband zur Verfügung stellt.

Ich rechne fest mit der Unterstützung der Betroffenen; denn ein deutscher Offizier ist dahin gehend ausgebildet, seine Beschlüsse anhand objektiver Kriterien zu fassen und subjektive Einflüsse sowie persönliche Befindlichkeiten weitgehend außen vor zu lassen. Liebe

Kollegen, nehmen wir uns daran ein Beispiel und stimmen wir dem Antrag zu. - Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

(Beifall bei der CDU)

Vielen Dank, Herr Schulz. - Für die PDS-Fraktion erteile ich Herrn Dr. Polte das Wort.

(Herr Dr. Püchel, SPD: SPD-Fraktion!)

- Entschuldigung. Die PDS-Fraktion hatte verzichtet. Also die SPD-Fraktion.

Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Nach dem Soldaten wieder ein Zivilist.

(Zuruf von Herrn El-Khalil, CDU)

Allerdings hat sich mir der Hintergrund des Antrags nicht so richtig erschlossen, meine Damen und Herren von den Koalitionsfraktionen; denn ich gehe davon aus: Eine Landesregierung wird alles tun, um den Namen unseres Bundeslandes in die Welt zu tragen, und nur mit positiven Nachrichten.

Ihr Antrag lässt vermuten, Sie sind nicht ganz davon überzeugt.

(Oh! bei der FDP)

Ich denke, er ist überflüssig wie ein Kropf.

(Herr El-Khalil, CDU: Wir waren sichtlich verwirrt in den letzten Jahren!)

Wissen Sie, ich sehe das nämlich ganz genauso. Wir haben zum Beispiel die Ottonen-Ausstellung nach Magdeburg geholt, damit das Ansehen unseres Landes steigt. Deswegen haben wir die Bundesgartenschau bei uns gehabt. Deswegen haben wir auch das Otto-vonGuericke-Jahr durchgeführt.

(Zustimmung bei der SPD und bei der PDS)

Deswegen ging auch von Magdeburg die Idee der Einrichtung der Straße der Romanik aus.

(Zuruf von der CDU: Die Händel-Festspiele!)

Sie wurde in unserem Rathaus geboren. Das waren alles Marketing-Aktivitäten. Wir wissen, in einer Wettbewerbsgesellschaft kommt es darauf an.

Deswegen bin ich stolz, dass ich dabei war, als wir im Jahr 1993 eine Boeing - damals war es der Ministerpräsident Herr Münch - auf den Namen Sachsen-Anhalt und ein etwas kleineres Flugzeug auf den Namen der Landeshauptstadt getauft haben, die heute noch durch die Welt düsen. Das ist gut so und so sollte es auch bleiben.

Ich denke, die Kaserne in Weißenfels, die SachsenAnhalt-Kaserne heißt, wird ihren Namen behalten. Ich habe einfach die Frage an den Minister: Ist es nicht so, dass das so bleibt? Die Panzergrenadierbrigade, die nun

deaktiviert wird, hat doch den Namen gar nicht gehabt. Die befand sich doch nur in dieser Kaserne.

(Zuruf von der CDU: Nein! - Minister Herr Jeziors- ky: Das Regiment hieß auch so! - Weitere Zurufe von der CDU)

- Das Regiment hieß auch so. Gut. Dann bemühen Sie sich, dass das nachfolgende Regiment dann auch so heißt.

(Heiterkeit bei allen Fraktionen)

Wir jedenfalls stimmen diesem Antrag vom Grundsatz her zu. - Danke.

(Zustimmung bei der SPD, bei der CDU und bei der FDP)

Vielen Dank, Herr Dr. Polte. - Herr Ernst, wünschen Sie noch einmal das Wort?

(Herr Ernst, FDP: Herr Dr. Polte hat das richtig gestellt! Es ist gut!)

Damit ist die Debatte abgeschlossen. Wir stimmen über den Antrag in der Drs. 4/407 neu ab. Wer stimmt zu? - Das ist die Mehrheit. Wer stimmt dagegen? - Stimmenthaltungen? - Eine Reihe von Stimmenthaltungen aus den Reihen der PDS-Fraktion. Damit ist der Antrag angenommen worden.

Ich rufe Tagesordnungspunkt 27 auf:

Beratung

Behandlung im vereinfachten Verfahren gemäß § 38 Abs. 3 GO.LT (Konsensliste) - Drs. 4/411

Sonderprogramm „Soforthilfe Abwasser“

Antrag der Fraktion der SPD - Drs. 4/22

Beschlussempfehlung des Ausschusses für Umwelt - Drs. 4/383

Wer stimmt der Beschlussempfehlung zu? - Das ist die Mehrheit. Stimmt jemand dagegen? - Stimmenthaltungen? - Weder noch. Damit ist die Beschlussempfehlung angenommen worden und der Tagesordnungspunkt abgeschlossen.

Meine sehr verehrten Damen und Herren! Damit ist die 7. Sitzungsperiode des Landtages abgeschlossen. Der Landtag wird zu seiner 8. Sitzungsperiode für den 6. und 7. Februar 2003 einberufen. Die nächste Sitzung des Ältestenrates findet am Donnerstag, dem 30. Januar 2003 statt.

Ich habe nur noch die Freude, Ihnen allen ein gesegnetes Weihnachtsfest und einen fröhlichen oder auch besinnlichen Übergang in das neue Jahr zu wünschen. Leben Sie wohl!

(Beifall im ganzen Hause)

Schluss der Sitzung: 14.37 Uhr.