Protokoll der Sitzung vom 11.05.2017

Es ist klar: Wenn wir einen Nationalpark haben, dessen Ziel es ist, zu Bildung und Information beizutragen, Aufklärung über die ökologischen Zusammenhänge zu liefern, über den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen und auch über den Nationalpark selbst zu informieren, zu vermitteln, was Wild nis heißt – Wildnis ist auch etwas Tolles –, was es heißt, die Natur sich selbst zu überlassen, muss dies auch entsprechend vermittelt werden. Dazu brauchen wir auch dieses Besucher- und Informationszentrum. Das ist einfach ein ganz wichtiger Bestandteil des Nationalparks.

(Zuruf des Abg. Dr. Friedrich Bullinger FDP/DVP)

Es ist ein Entree für Gäste, auch für Erholungsuchende im Na tionalpark, ein zentraler Ort für Pädagogik, für Wald- und Na turschutzpädagogik, eine Anlaufstelle für die Besucherinnen und Besucher. Es bietet Platz für Ausstellungen, für Kinovor führungen, was auch bei schlechtem Wetter wichtig ist, für Schulklassen. Ein gastronomisches Angebot ist mit dabei. All das gehört einfach zu der Attraktivität eines Nationalparks da zu. Es stärkt auch den Tourismus in der Region. Auch das ist ein ganz wichtiger Aspekt, der sich natürlich auch für die Re gion finanziell bezahlt macht.

(Beifall bei den Grünen und Abgeordneten der CDU sowie des Abg. Andreas Kenner SPD)

Als Wettbewerbsergebnis ist jetzt ein sehr anspruchsvoller Entwurf zur Realisierung gekommen, der an übereinanderlie gende Baumstämme erinnert.

(Unruhe – Glocke des Präsidenten)

Es wird eine natürliche Waldsituation simuliert mit einem Skywalk als besonderer Attraktion. Da können die Menschen sozusagen in den Baumkronen wandeln und eine Übersicht über den Lebensraum Wald bekommen. Wir meinen, dieses Besucher- und Informationszentrum ist einfach ein ganz wich tiges Aushängeschild für den Nationalpark.

(Zuruf des Abg. Wolfgang Drexler SPD)

Dass das Ganze auch etwas kostet, ist klar. Es ist durchaus nachvollziehbar, dass sich die FDP/DVP-Fraktion erkundigt, was da alles drin ist.

(Abg. Wolfgang Drexler SPD: Zedernholz!)

Wenn Sie sich aber die Stellungnahme des Ministeriums durchsehen, dann stellen Sie fest: Es ist eben viel mehr als nur der Neubau des Besucher- und Informationszentrums, was sich hinter dieser Summe von 37 Millionen € verbirgt.

(Zuruf des Abg. Wolfgang Drexler SPD)

Beinhaltet ist auch die Erschließung des Gebiets. Das Haus für Pädagogik ist dazugekommen. Wir haben auch einen gro ßen Puffer zur Risikovorsorge eingeplant, um zu vermeiden, dass es hinterher noch einmal zu Kostensteigerungen kommt. Es sind Innenausstattungen für Ausstellungen mit eingerech net. All das ist in diesem Budget enthalten. Der Umfang ist deutlich höher als bei dem, wovon Sie bei Zugrundelegung der Größenordnung von 20 Millionen € ausgingen. Vieles hat sich auch erst genau berechnen lassen, nachdem der Wettbe werb gelaufen war.

(Abg. Klaus Dürr AfD: Das hat man vorher gewusst!)

Nun möchte ich zu dem ganzen Wirbel um das Baumaterial, der ja schon ein lächerliches Ausmaß annimmt, etwas sagen.

(Abg. Wolfgang Drexler SPD: Alaska-Zeder! – Zu rufe der Abg. Andreas Glück und Dr. Friedrich Bullinger FDP/DVP)

Uns liegt natürlich die Verwendung von nachhaltigen Bau stoffen auch sehr am Herzen. Natürlich ist es richtig und wich tig, in diesem Fall möglichst viel Holz auch aus der Region – direkt aus der Region – oder aus dem Nationalpark selbst zu verwenden und dies festzulegen. Das war aber aus EU-wett bewerbsrechtlichen Gründen nicht möglich.

(Zurufe von der FDP/DVP)

Ich komme gleich zu Alaska. – Das Baukonstruktionsholz ist aus heimischem Holz, aus Weißtanne, und das sind 93 % des Holzes, das für das Besucher- und Informationszentrum eingesetzt wird.

(Zuruf des Abg. Andreas Glück FDP/DVP)

Die Schindeln sind zu 92 % aus Fichte – also 7 %. Von die sen 7 % sind 92 % aus heimischer Fichte. Ein ganz kleiner Teil der Schindeln – dort, wo es eben aus mechanischen Grün den nötig ist –

(Abg. Wolfgang Drexler SPD: Was? – Zuruf von der AfD: „Aus mechanischen Gründen“!)

ist aus Alaska-Zeder, weil sie besondere mechanische Eigen schaften hat.

(Zuruf des Abg. Andreas Glück FDP/DVP)

Das heißt, wir haben insgesamt 0,56 %

(Abg. Wolfgang Drexler SPD: Trotzdem!)

des gesamten Holzes aus der Alaska-Zeder.

(Zurufe – Große Unruhe)

In Zeiten der Globalisierung wird man doch einen so kleinen Bestandteil auch aus nicht heimischem Baustoff verkraften.

Ich meine, wir meinen, das ist gut verschmerzbar. Ich muss sagen, wir würden uns wirklich wünschen, dass noch viel mehr Gebäude im Land so nachhaltig auch von den Baustof fen her

(Abg. Andreas Glück FDP/DVP: Aus Alaska-Zeder!)

gebaut und konstruiert werden.

(Beifall bei den Grünen)

Am Samstag ist die Grundsteinlegung für das Besucher- und Informationszentrum. Wir freuen uns sehr auf dieses Ereig nis. Noch mehr freuen wir uns darauf, dass 2020 die Eröff nung sein wird. Wir sind wirklich gespannt auf diese Eröff nung und auch auf das, was das Besucher- und Informations zentrum dann alles für uns, die Bevölkerung und die Zurei senden bereithält. Wir meinen, dieses Geld ist wirklich gut und sinnvoll investiert und bringt den Nationalpark mit auf einen guten Weg.

(Beifall bei den Grünen und Abgeordneten der CDU)

Ich erteile dem Kollegen Haser für die CDU-Fraktion das Wort.

(Abg. Wolfgang Drexler SPD: Oh! Das wird jetzt schwierig! – Gegenruf des Abg. Karl-Wilhelm Röhm CDU: Da wird gar nichts schwierig! – Weitere Zuru fe – Unruhe)

Lassen Sie mich einmal anfan gen.

(Glocke des Präsidenten)

Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kolle gen! Ich danke Ihnen, der lieben FDP/DVP, dass wir noch ein mal über den Nationalpark reden. Das gibt uns, der CDU, die Möglichkeit, ein paar Zerrbilder, die in der Öffentlichkeit viel leicht immer noch vorherrschen,

(Abg. Andreas Stoch SPD: Die Sie selbst produziert haben!)

ein Stück weit geradezurücken. Aber das Thema ist nicht da zu geeignet, einen Keil zwischen uns zu treiben.

(Lachen bei Abgeordneten der SPD – Abg. Hans-Ul rich Sckerl GRÜNE: So ist es!)

Denn wenn es etwas gibt – Achtung, das ist wichtig; da kön nen Sie etwas lernen –, was diese zwei Fraktionen miteinan der vereint, dann ist es

(Abg. Wolfgang Drexler SPD: Zedernholz aus Alas ka!)

die Verantwortung vor Gott und den Menschen, die Schöp fung zu bewahren.

(Beifall bei der CDU und den Grünen – Abg. Andre as Stoch SPD: Dann lesen Sie einmal die Plenarpro tokolle! – Zuruf des Abg. Reinhold Gall SPD)

Wir mögen uns über die Wege nicht immer einig sein, wohl aber über die Ziele. Ich möchte einmal daran erinnern, dass von neun Umweltministern dieses Landes – der erste war Herr Vetter – acht von der CDU waren. Der jetzige ist Herr Unter steller von den Grünen. Es war keiner von der SPD

(Abg. Gernot Gruber SPD: Doch! Harald B. Schä fer!)

und keiner von der FDP/DVP darunter.

(Zuruf des Abg. Wolfgang Drexler SPD)