(Von der Rednerin nicht autori- siert) Zunächst möchte ich kurz feststellen, dass das Protokoll über die heutige Abschlusssitzung eine zweite Musteraufgabe für das Internet liefern könnte, nämlich eine Aufgabe über die problematische Verwendung des Possessivpronomens im Zusammenhang mit der Formulierung "ihre/Ihre Probleme".
(Von der Rednerin nicht autori- siert) Ich gehe davon aus, dass Sie das Schreiben des Philologenverbands vom 15.12. kennen. Dieses Schreiben enthält Forderungen, die mit Forderungen aus dem Antrag der GRÜNEN und aus dem Antrag der SPD absolut deckungsgleich sind. Es ist also nicht so, dass der Verband, der dauernd mit dieser Sache zu tun hat, Lob spendet, sondern er übt sehr konkrete Kritik und stellt konkrete Forderungen.
(Von der Rednerin nicht autori- siert) Dann könnte man natürlich semantische Überlegungen zum Wort "grundsätzlich" anstellen.
Ich habe "grundsätzlich" gesagt und ausgeführt, dass die Bitten an das Ministerium um Begleitung auch be
deuten, dass man genau hinschaut, wo noch Defizite bestehen, und das wirklich ernst nimmt. Mir ist das Thema viel zu ernst, als dass ich das am letzten Tag vor der Weihnachtspause so ins Leere laufen lassen will. Es wäre sehr schade, wenn man das täte. Die Probleme sind da und ernst zu nehmen, aber ich möchte zurückweisen, was hier immer wieder gesagt und gefordert wird: alles Mist, nicht gelungen, alles zurücknehmen. Wenn Sie sagen - - Ich weiß gar nicht: Was war genau Ihre Frage? Haben Sie eigentlich eine Frage gestellt?
Abschließend möchte ich feststellen: Die Fachleute sagen, es ist grundsätzlich gelungen, und da, wo es Defizite gibt, muss nachgebessert werden. Da werden wir genau hinschauen. Mir ist das Thema viel zu ernst, als dass ich es lächerlich machen wollte.
- Nur kein Neid! - Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Frau Kollegin Will, nachdem ich die Debatte verfolgt habe, kann ich nur feststellen: Zwischen Ihrem Anspruch, dass man ernst nimmt, was die Eltern sagen, und Ihrem Handeln hier im Parlament besteht ein himmelweiter Unterschied.
Wie wollen Sie den Eltern erklären, dass Sie die Arbeit der Oberstufe lediglich begleiten wollen? Das ist doch tägliches Geschäft. Was ist das denn für eine Wortmeldung: Wir wollen die Oberstufe begleiten? Herzlichen
Wir brauchen konkrete Maßnahmen. Wenn Sie übrigens heute den Antrag der Opposition ablehnen, dann lehnen Sie auch die Forderung der Verbände ab. Es stimmt einfach nicht, was Sie hier immer wieder erklären, dass alle zufrieden sind.
Herr Eisenreich, ich höre immer nur ein Wegdiskutieren und ein Wegreden. Sie reden immer alles schön. Jede Ihrer Reformen in den letzten Jahren ist schiefgegangen, und trotzdem stellen Sie sich hier immer wieder hin und reden alles schön. Hören Sie damit endlich auf, damit helfen Sie den Schülerinnen und Schülern überhaupt nicht!
Es wurde gesagt, dass man vor einer Oberstufenreform die Überarbeitung der Lehrpläne abwarten müsste. Wie lange sollen wir denn abwarten? Es ist schon gesagt worden: Die Schüler erleben konkret jeden Tag in der Klasse Leistungsdruck und Leistungsstress, und Sie wollen hier abwarten, bis die Überarbeitung greift. Das ist Hilflosigkeit pur. Sie wollen den Leuten nicht helfen, weil Sie Angst haben, dass das ohne eine Verbesserung der Rahmenbedingungen schlechthin nicht funktioniert. Wir brauchen um Himmels willen keine Berichte mehr. Sie können als Berichte die Meldungen der Eltern betrachten; das sind Berichte genug, Kolleginnen und Kollegen, Sie müssen nur endlich darauf reagieren.
Vielen Dank, Herr Kollege Pfaffmann. Es gibt noch eine Zwischenintervention von Herrn Kollegen Güller. Bitte sehr.
Herr Kollege Pfaffmann, nachdem Sie aus Zeitgründen nicht mehr auf die Wissenschafts- und Praxisseminare in der Oberstufe zu sprechen kommen konnten, ist meine Frage an Sie: Wird im neuen System denn sichergestellt, dass überhaupt alle Schüler diese Wissenschafts- und Praxisseminare besuchen können? Was können Sie uns davon berichten?
Diese Frage muss noch beantwortet werden; Frau Pranghofer hat das auch geklärt. Wir wollen konkret wissen, ob es stimmt, dass an bayerischen Oberstufen W- und P-Seminare verlost werden, dass damit mithilfe der CSU und FDP die Zukunft und das
Abitur unserer Kinder zum Glücksspiel wird. Das wollen wir konkret wissen. Kolleginnen und Kollegen, wenn das stimmt, läuft das so: Schüler in der Oberstufe ziehen ein Los, und davon hängt ab, welches Seminar sie besuchen dürfen.
Kolleginnen und Kollegen, wenn Sie das für eine vernünftige Bildungspolitik halten, dann gute Nacht!
Herr Präsident, Hohes Haus, liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich danke allen Fraktionen dafür, dass sie sich des Themas der Umsetzung der gymnasialen Oberstufe angenommen haben. Die Anträge sind zum Teil gehaltvoller als die Wortbeiträge, aber das ist nun einmal so. Ich danke ausdrücklich allen, die sich bei der Umsetzung dieser zentralen Reform einbringen. Wir haben diese Umsetzung von Anfang an intensiv begleitet. Wir haben eine Umfrage, die auf Repräsentativität angelegt war, durchgeführt. Drei Hauptgründe sind für die Umsetzung dieser Reform bedeutsam: Wir müssen zwei Systeme in zwei Jahrgängen über drei Jahre hinweg fahren. Das bedeutet, dass wir bei der Einführung der Oberstufe, die von allen Fachleuten als qualitativ hochwertig bezeichnet wird, die Allgemeinbildung stärken müssen. Wir müssen das Abitur mit fünf Fächern diversifizieren, darunter drei Kernfächer. Die neuen Seminare sind in dem Konzept eine qualitative Weiterentwicklung.
Erstens. Die zeitlichen Belastungen, die sich über die Pflichtstundenzahl hinaus ergeben, haben ihre Ursache in der Wahlfreiheit und der Wahlbreite. Im April dieses Jahres haben wir über Hinweise diskutiert, dass bei dem vorhandenen Stundenbudget nur eine sehr schmale Möglichkeit der Auswahl oder der Fächerwahl besteht. Daraufhin haben wir nachgesteuert und die Budgets erhöht, wie das Herr Kollege Eisenreich angesprochen hat.
Zweitens. Die Stundenplanorganisation ist ein weiterer Grund für die genannten zeitlichen Belastungen. Die Schulen müssen auf die einzelnen Anforderungen dieser Stundenpläne unterschiedlich reagieren. Dies hängt auch mit der Raumsituation zusammen.
Drittens. Die Schülertransporte in den ländlichen Räumen sind noch nicht mit dem Rhythmus, der sich durch
die neuen Stundentafeln ergibt, abgestimmt. Dies führt dazu, dass die jungen Leute häufig erst am späten Nachmittag nach Hause kommen.
Erstens. Wir haben die individuelle Wahlmöglichkeit bis Februar verlängert. Auf die Oberstufenkoordinatoren zuzugehen sind die Schülerinnen und Schüler gebeten und aufgefordert worden. Wir haben bereits erste Erfolge; individuell konnten hohe Stundenbelastungen korrigiert werden.
Zweitens. Wir müssen die KMK-Vereinbarung einhalten, weil sonst die Anerkennung des bayerischen Abiturs an anderen Standorten gefährdet würde. Wir haben eine Untergrenze an Pflichtstunden, die wir nicht unterschreiten dürfen.
Drittens. Die Frage nach den Leistungsanforderungen in der neuen Oberstufe ist eindeutig beantwortet. Der Leistungskurs wird künftig nicht mehr die Bezugsgröße sein. Das Grundkursniveau, fußend auf dem neuen Lehrplan, wird künftig der Orientierungsmaßstab sein. Das ist eine Konsequenz der höheren Gewichtung der Allgemeinbildung in der gymnasialen Oberstufe.