Protokoll der Sitzung vom 17.04.2002

Wenn Sie mehr wissen, kann ich Ihnen aus den genannten Gründen nicht widersprechen.

(Michael Neumann SPD: Es ist aber auch nicht schwer, mehr zu wissen!)

Die GAL hat wahrscheinlich versehentlich ihre Maske fallen lassen. Sie fordert mit einem interessanten Antrag eine verstärkte Verkehrsüberwachung, aber nicht etwa, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen, sondern um Zuwendungsempfänger finanziell durch den Staat fördern zu können. Das werden wir nicht durchgehen lassen, damit ist nun endgültig Schluss.

(Beifall bei der Partei Rechtsstaatlicher Offensive, der CDU und der FDP – Michael Neumann SPD: Das ist doch Quatsch!)

Anträge der Opposition, mit denen die Einsatzfähigkeit der Sicherheitsorgane erneut und weiterhin geschwächt werden sollen, sind verantwortungslos und werden mit der Mehrheit der Regierungsfraktionen abgelehnt. Der Senat setzt seinen Weg der Stärkung der Einsatzfähigkeit der Sicherheitskräfte auch in den nächsten Jahren fort. Die Bürger merken tagtäglich die Erfolge auf dem Gebiet der Inneren Sicherheit. – Ich danke Ihnen.

(Anhaltender Beifall bei der Partei Rechtsstaat- licher Offensive, der CDU und der FDP)

Gibt es weitere Wortmeldungen? – Der Abgeordnete Neumann bekommt das Wort.

(Oh-Rufe bei der CDU, der Partei Rechtsstaatlicher Offensive und der FDP – Gegenruf von Ingo Egloff SPD: Das müssen Sie jetzt aushalten!)

Herr Präsident, meine sehr geehrten Damen, meine Herren!

(Dr. Michael Freytag CDU: Schweigen ist Gold!)

Nach der Rede ringt man teilweise um Fassung. Ich wende mich direkt an den Bürgermeister. Herr Bürgermeister! Pfeifen Sie Ihre Kettenhunde zurück!

(Lachen bei der CDU, der Partei Rechtsstaatlicher Offensive und der FDP)

Gestern entgleiste Ihr Senator Kusch und verhielt sich nicht

(Vizepräsidentin Rose-Felicitas Pauly übernimmt den Vorsitz.)

so, wie es einem hamburgischen Senator gebührt.

(Beifall bei der SPD und Zurufe von der Partei Rechtsstaatlicher Offensive)

Heute versucht Herr Schill, Herrn Kusch wiederum den Rang abzulaufen und mit den Worten „Blut an den Händen“ das alte Bild aufzugreifen, mit dem er schon im Wahlkampf gescholten hat. Das ist nicht in Ordnung. Hier ist der Bürgermeister in der Verantwortung.

(Zweiter Bürgermeister Ronald Barnabas Schill)

Lachen Sie nicht, denn Sie wissen genau, mit wem Sie sich ins Bett gelegt haben. Jetzt müssen Sie die Suppe auch auslöffeln.

(Beifall bei der SPD)

Lachen Sie nicht, sondern hören Sie lieber zu.

(Dr. Michael Freytag CDU: Wir müssen die Suppe auslöffeln, die Sie angerichtet haben!)

Ich will Sie einmal zitieren. Sie haben im Wahlkampf über Herrn Schill und seine Partei gesagt:

„Aus diesem Herrn, aus dieser Partei wird nichts. Schaum vor dem Mund ersetzt keine Substanz.“

Wie kann ich dem Bürgermeister da widersprechen?

(Beifall bei der SPD – Norbert Frühauf Partei Rechtsstaatlicher Offensive: Das gilt für Sie auch, Herr Neumann!)

Ich möchte noch etwas zu dem Misstrauen – das war für mich erschreckend – gegenüber unserer Polizeiführung sagen,

(Dirk Nockemann Partei Rechtsstaatlicher Offen- sive: Dafür sind Sie gar nicht qualifiziert!)

über das Kollege Vahldieck gesprochen hat. Sie setzten, sobald Sie in der Verantwortung standen, jedwede Kritik mit Illoyalität gleich.

(Wolfgang Drews CDU: Woher wissen Sie das?)

Dass die Kollegen keinen Betriebsstoff haben, können Sie hier nicht schönreden und auch nicht als Illoyalität verkaufen.

(Beifall bei der SPD)

Das mag ja Ihr Regierungskonzept sein, denn Sie hatten einmal ein Wahlplakat, auf dem unsere Polizei mit einem Dreirad abgebildet war.

(Burghardt Müller-Sönksen FDP: Das braucht we- nigstens kein Benzin!)

Vielleicht ist dies das Ziel, das Sie jetzt bei unserer Polizei verfolgen. Dann haben Sie Ihr Wahlversprechen gehalten. Aber das verstehen die Sozialdemokraten nicht unter Innenpolitik.

(Beifall bei der SPD und Zurufe von der Partei Rechtsstaatlicher Offensive)

Herr Nockemann, gerade hat mich Ihr Arbeitgeber, bei dem Sie Büroleiter spielen, gelobt, dass ich derjenige sei, der bei der Inneren Sicherheit einen richtigen Kurs einschlagen würde. Jetzt sagen Sie, ich hätte keine Ahnung. Zu guter Letzt möchte ich das Stichwort „keine Ahnung“ aufgreifen. Heute wurde so viel darüber gesprochen, auch Herr Schill hat das getan, ohne es zu wissen. Ich habe Ihnen mein Thesenpapier mitgebracht, das zehn Seiten umfasst. Lesen Sie es sich einfach einmal durch. Sie werden überrascht sein, welche Unterschiede es zwischen Ihnen und uns gibt.

(Beifall bei der SPD)

Herr Bürgermeister, ich will Ihnen einmal deutlich machen: Gehen Sie in sich.

(Dr. Michael Freytag CDU: Was wollen Sie uns ei- gentlich sagen?)

Ihre Aufgabenteilung, die beiden Herrschaften für das Grobe und hinterher kommen Sie für die Konsenssoße,

nehmen wir nicht hin. Sie stehen in der Verantwortung, denn Sie sind der Bürgermeister und haben die Richtlinienkompetenz. Pfeifen Sie die Jungs zurück!

(Beifall bei der SPD)

Gibt es weitere Wortmeldungen? – Herr Nockemann.

(Walter Zuckerer SPD: Müssen Sie reden oder dür- fen Sie?)

Herr Kollege Grund, ich habe Ihnen vorhin schon gesagt: Lassen Sie sich einmal etwas Neues einfallen, der Büroleiter ist mittlerweile überholt.

(Michael Neumann SPD: Was sind Sie denn?)

Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich danke zunächst den Kollegen von der FDP für die zwei bis drei Minuten Redezeit, die Sie mir geliehen haben.

Gestern hat Herr Maaß hier gesagt, mit dem neuen Senat sei das Demokratieverständnis in Gefahr. Heute hat Herr Mahr gesagt, er sorge sich um das liberale Klima.

(Unruhe im Hause – Glocke)

Meine Damen, meine Herren! Ich darf Sie um ein wenig mehr Ruhe bitten. Hier oben kommt nur noch ein Geräuschbrei an.