Protokoll der Sitzung vom 14.11.2002

(Beifall bei allen Fraktionen)

Aber falls Sie gemeint haben, ob ich bereit bin zu kooperieren, wenn es darum geht, gute Ideen zu sammeln, um die Bewerbung voranzubringen, dann kann ich Ihnen zustimmen. Ich würde es auch gut finden, wenn wir eine Regelung fänden, im Jugend- und Sportausschuss regelmäßig über einen Austausch über solche Dinge zu reden und dann gleich direkt in die Kanäle zu bringen, wo die hingehören, und nicht dafür zu benutzen, uns hier politisch gegeneinander auszuspielen. Was heißt es denn, wenn eine Regierungsfraktion hier einen Antrag stellt? Das heißt, dass sie etwas tut, was sie meint, gegen die Opposition durchsetzen zu müssen und vielleicht sogar gegen ihren eigenen Senat.

(Bernd Reinert CDU: Ach was! – Dr. Michael Frey- tag CDU: Stimmen Sie doch einfach zu!)

Was für meine Begriffe auch schlecht an diesen Anträgen ist, ist, dass dort implizit drin steckt, dass die Menschen, die bisher an dieser Bewerbung gearbeitet haben, schlecht gearbeitet haben, weil sie offenbar nicht in der Lage waren, die Menschen dieser Stadt richtig zu begeistern, und deshalb müssen sie noch einmal Nachhilfe bekommen. Das finde ich ungerecht und unfair den Menschen gegenüber, die diese Arbeit gemacht haben.

(Vereinzelter Beifall bei der GAL – Norbert Frühauf Partei Rechtsstaatlicher Offensive: Das ist richtig kleinkariert!)

Die haben gut gearbeitet und daran gibt es meiner Ansicht nach auch nichts zu meckern.

Ich glaube auch, dass wir vom Parlament aus nicht in der Lage sein werden, durch Beschlüsse, die quasi wie ein Gesetz von oben herab entschieden werden, die Menschen dieser Stadt für Olympia zu begeistern. Das funktioniert nicht. Überlassen Sie diese Sachen den Leuten, die etwas von Marketing und Kampagnen verstehen. Dann können die diese Ideen weiterbearbeiten und weiterverarbeiten. Ich finde, dass das ein Antrag ist, der eigentlich besser nicht das Licht dieses Parlaments hätte erblicken sollen. Deshalb werden wir ihm auch nicht zustimmen. – Danke.

(Beifall bei der GAL)

Das Wort hat Herr Schrader.

(Unruhe im Hause)

Es wäre schön, wenn es im Raum etwas stiller wäre.

(Wilfried Buss SPD)

Frau Präsidentin, meine Damen und Herren! Hochverehrte Frau Kollegin Dr. Lappe, ich gestehe ja, dass diese Anträge, die hier zusammengefasst sind, vielleicht etwas kürzer sind als viele andere Anträge, die wir hier behandeln. Aber zum einen gönnen Sie doch auch einmal den Regierungsfraktionen,

(Dr. Willfried Maier GAL:... einen Antrag stellen zu dürfen!)

dass wir einen Antrag soweit abspecken, dass er hier den Konsens findet. Mit anderen, aufwendigeren Anträgen ist das ja leider nie möglich, auch wenn sie noch so begründet sind.

Ein Weiteres: Glauben Sie nicht, Frau Dr. Lappe, wir würden es wagen, wenn wir eine Idee haben, einfach beim Senator anzurufen, wie Sie gesagt haben, denn Sie würden sofort eine Kleine Anfrage dazu stellen und sich beschweren, dass Sie nicht informiert worden sind.

(Beifall bei der FDP, der CDU und der Partei Rechtsstaatlicher Offensive)

Deswegen bringen wir diese Anträge auch mal so ein. Ärgern Sie mich nicht, ich bin der letzte Redner heute Abend.

(Uwe Grund SPD: Im doppelten Sinne des Wortes!)

Ihr Feierabend liegt in meiner Hand. Die Anträge sind gut. Wir sollten guten Anträgen in diesem Haus zustimmen. – Danke sehr.

(Beifall bei der FDP, der CDU und der Partei Rechtsstaatlicher Offensive)

Ich habe noch viele Wortmeldungen. Als nächste Frau Weber, bitte.

Frau Präsidentin, meine Damen und Herren! Frau Dr. Lappe, wenn ich geahnt hätte, welche Lawine meine beiden nett gemeinten Anträge auslösen, dann hätte ich Sie vorher gefragt, ob Sie nicht vielleicht auch eine tolle Idee gehabt hätten. Dann hätten wir es zusammen machen können.

(Beifall bei der Partei Rechtsstaatlicher Offensive, der CDU und der FDP)

Vielleicht hätten wir noch einen Schwimmwettbewerb für Schwule und Lesben oder für Hausfrauen oder ich weiß nicht was. Ich nehme diese Anregung von Ihnen auf jeden Fall entgegen, um nächstes Mal im Ausschuss und in Zukunft noch kreativer zu sein, und würde mich dann freuen, wenn wir das alle gemeinsam bejubeln

(Dr. Andrea Hilgers SPD: Halleluja!)

und das mit Freude auch durchführen. – Danke.

Das Wort hat Herr Schmidt.

Frau Präsidentin, meine Damen und Herren! Zunächst einmal möchte ich darauf hinweisen, dass dieser Antrag, was das Schwimmen und Malen anbelangt, eben eine Art von Öffentlichkeitsarbeit ist. Das kann man so oder so machen. Die Bewertung, wie wichtig das ist, hält sich in Grenzen. Wir haben schon angekündigt, dass wir diesem Antrag unsere Zustimmung geben werden. Olympia gibt es in der Luft: Gate to the games, wie es am Flughafen heißt. Der HVV fährt mit dem großen Logo

(Dr. Michael Freytag CDU: Was wollen Sie uns eigentlich sagen, Herr Schmidt?)

und nun machen wir es dann auch zu Wasser und bringen Olympia voran. So weit, so gut, hoffen wir nur, dass dabei keiner baden geht. Ich hätte nur die Anregung, dass Sie doch noch einmal prüfen, wenn Sie in Ihrem Antrag von Weltrekord reden – Sie meinen wahrscheinlich das Guinnessbuch der Rekorde –, ob wir da nicht möglicherweise falsch liegen. Nachher hat das so etwas alles schon gegeben. Ich finde, der Personenkreis, der daran teilnimmt, sollte doch ein klein wenig erweitert werden. Ich denke, alle hier im Raum werden dann sicherlich daran teilnehmen.

(Vereinzelter Beifall bei der Partei Rechtsstaatlicher Offensive)

Nachts um 3 Uhr werden wir anstehen und dann entsprechend schwimmen.

(Beifall bei der SPD, der CDU, der Partei Rechts- staatlicher Offensive und der FDP)

Aber um der Sache ein wenig ernsthafteren Touch zu geben, Herr Senator, wenn man das zum Beispiel mit den Maßnahmen in Nordrhein-Westfalen vergleicht, so läuft bereits an den nordrhein-westfälischen Schulen das Spezialprojekt „Olympische Erziehung“ mit der Kreativaktion „Olympische Wochen“.

(Stephan Müller Partei Rechtsstaatlicher Offensive: Höher, schneller, weiter!)

Das sind doch alles Dinge, worüber sich doch auch Ihr Haus Gedanken machen könnte und so etwas weitertragen könnte.

Ein weiterer Punkt. Ich weiß nicht, ob das schon in der Behörde an der Hamburger Straße angekommen ist, dass es Unterrichtsmaterialien zur Förderung der olympischen Erziehung gibt, die man sich aus dem Internet runterladen kann. Inwieweit sind die Hamburger Schulen darüber informiert worden? Ich denke, das sind Dinge, die man nun ernsthaft betreiben kann.

(Beifall bei der SPD)

Eine letzte Bemerkung, meine Damen und Herren. Ich fand das sehr angenehm, Herr Drews, was Sie eben zu den gemeinsamen Anträgen gesagt haben. Ich finde, nachdem die Diskussion so gelaufen ist, ist es auch nicht an der Zeit, nun noch einmal wieder olle Kamellen auszupacken,

(Dr. Michael Freytag CDU: Dann lassen Sie das ein- fach, Herr Schmidt!)

aber erkundigen Sie sich einmal, wie das in unserem Ausschuss gelaufen ist. Das muss dort besser laufen. Gleichwohl – ich habe es schon gesagt –, wir ziehen bei Olympia mit und gemeinsam schaffen wir das auch. – Vielen Dank.

(Beifall bei der SPD, der Partei Rechtsstaatlicher Offensive und der FDP)

Das Wort hat Frau Dr. Lappe.

Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich sage jetzt nichts Böses.

Ich wollte Sie einladen, Ihre Begeisterung für Olympia am kommenden Sonntag zu zeigen. Eigentlich müsste in allen Fraktionen eine Einladung zum Landesschwimmfest des

Behinderten- und Rehabilitationssportverbandes vorliegen.

(Petra Brinkmann SPD: Liegt bei uns auch vor!)

Es ist ein sehr interessanter Event, der einmal im Jahr stattfindet und bei dem Prominentenstaffeln und auch die Vertreter der Bürgerschaftsfraktionen eingeladen werden. Die SPD- und die GAL-Fraktionen werden anwesend sein; also sollten Sie auch kommen.