Protokoll der Sitzung vom 13.12.2006

Herr Dr. Dressel, man kann sehr gut Polizeiwachen und vieles andere fordern. Sie fordern nur und machen ab und zu einige recht gute Vorschläge,

(Beifall bei der SPD)

aber eins sollte man bitte immer berücksichtigen:

(Zuruf von der SPD: Jawohl!)

Eine moderne Politik gestaltet man richtig, wenn sie sich an Wirklichkeit und Wirtschaftlichkeit orientiert. Das tun Sie nicht.

(Beifall bei der CDU – Dr. Mathias Petersen SPD: An den Menschen! Orientieren Sie sich an den Menschen!)

Für die breite Zustimmung zu unserer Linie bin ich natürlich sehr dankbar, aber ich weiß auch, dass die SPD einen starken linken Flügel hat. Auch daran soll der Wähler immer wieder erinnert werden. Dieser Flügel schweigt zurzeit. Ich wüsste nicht – falls Sie einmal in 20 oder 30 Jahren wieder an die Regierung kommen sollten –,

(Zurufe von der SPD: Oh, oh!)

was dann in dieser Stadt passieren würde. Das sollte man wissen.

(Beifall bei der CDU)

Das führt mich gleichzeitig zu Ihrem Haushaltsantrag.

(Dr. Till Steffen GAL: Haben Sie den gelesen?)

Natürlich verzichten die werten Genossen als gute Hanseaten auf einen Deckungsvorschlag für ihre Forderung, denn über Geld …

(Zurufe von Dr. Andreas Dressel SPD)

Herr Dr. Dressel, seien Sie doch einmal ruhig.

… spricht man natürlich nicht. Das ist das, was ich eben gesagt habe: Die Wirklichkeit und die Wirtschaftlichkeit haben Sie nie gelernt. Sie haben über vier Jahrzehnte diese schöne Stadt in den Ruin gebracht.

(Beifall bei der CDU – Zurufe von der SPD)

Seien Sie doch nicht so unruhig.

In sachlicher Hinsicht enthält Ihr Antrag nichts Neues, noch nicht einmal etwas, was der Zielsetzung entspräche oder der Wirklichkeit nahe käme.

(Dr. Mathias Petersen SPD: Aber der menschli- chen Metropole kommt er nahe!)

Natürlich. – Herr Dr. Dressel, lernen Sie doch einmal etwas von mir. Hören Sie doch einmal zu!

(Lachen bei der SPD)

Herr Dr. Dressel, denken Sie immer daran, was ich Ihnen schon einmal im Innenausschuss gesagt habe: Sie müssen noch viel lernen, um auf das Niveau Ihres Vorgängers zu kommen.

(Beifall bei der CDU – Lachen bei der SPD)

Natürlich hätte man die Leistungskraft unserer Polizei noch weiter erhöhen können, indem man auf jeden Ausgleich der Arbeitszeitverkürzung auf 40 Stunden verzichtet hätte. Das ist klar. Das sehe ich auch ein. Aber, Herr Dr. Dressel – und Sie sind der einzige, der bei der SPD offenbar noch Innenpolitik betreibt …

(Dr. Mathias Petersen SPD: Aber die macht er gut!)

Sie sind doch noch gar nicht gefragt, Herr Petersen. Mensch, Sie kommen doch nie an die Macht. Bleiben Sie doch einmal ruhig.

(Beifall bei der CDU)

Aber auch als Innenpolitiker trägt man eine gewisse Verantwortung für den Gesamthaushalt, das sollten wir nicht vergessen.

Was auch schon gesagt wurde: Die Sicherheit war noch nie so gut wie heute. Wir haben über 700 Polizisten mehr, vergessen Sie das doch nicht. Das sorgt doch für Sicherheit.

(Beifall bei der CDU)

Jeder Mitarbeiter der Polizei arbeitet mehr als jemals zuvor.

(Zurufe von der SPD)

Das mag den Einzelnen nicht gefallen, aber diese Stunden bringen mehr Sicherheit und die Polizisten sind auch gewillt das mitzumachen, weil man sie durch einen guten Senator, der eine entsprechende Menschenführung hat, überzeugen konnte. Das ist wichtig und das hat er gezeigt.

(Beifall bei der CDU)

Der werte Kollege, Dr. Dressel, meint, Hamburg brauche einen ganzheitlichen Ansatz in der Sicherheitspolitik.

(Dr. Mathias Petersen SPD: Ja, keinen halbherzi- gen!)

Ich frage Sie, Herr Dr. Dressel: Meinen Sie Yoga als verbindlichen Teil des Dienstsportkonzeptes unserer Polizei oder was meinen Sie? Ich kann mir nichts darunter vorstellen. – Nein, Sie wollen ein konsequentes Vorgehen der ganzen Gesellschaft gegen Kriminalität.

(Dr. Mathias Petersen SPD: Sie nicht?)

Das klingt nett und schön.

(Zuruf von der SPD: Das ist notwendig!)

Aber zurück zur Wirklichkeit, und die können Sie leider nicht einschätzen. Deswegen dürfen Sie niemals an die Regierung kommen. Wir müssen diesen Weg weitergehen und das wird uns letztlich den Erfolg bringen.

(Beifall bei der CDU)

Sehr geehrte Frau Möller, auch noch ein Wort zu Ihnen:

(Zurufe von der GAL – Claudius Lieven GAL: Sie haben fertig!)

Sie wollen das Polizeiorchester abschaffen. Ich persönlich, das muss ich Ihnen sagen, bin recht emotional mit diesem Polizeiorchester verbunden. Ich kann mir nur wünschen, dass dieses Orchester noch lange Musik macht, damit Sie nach unseren Melodien unter dem Dirigenten, Senator Nagel, noch lange tanzen. – Vielen Dank.

(Beifall bei der CDU – Thomas Böwer SPD: Helau, helau!)

Frau Özoguz, hatten Sie sich zu Wort gemeldet? – Nein. Gut, dann erhält Frau Möller das Wort.

(Unruhe im Hause – Glocke)