Protokoll der Sitzung vom 20.03.2013

Ihren heutigen Antrag, liebe Fraktion der LINKEN, sehe ich nur als lauwarmen Aufguss Ihres Antrages aus der Dezembersitzung. Alle bisherigen Ermittlungsergebnisse – sowohl im Land als auch in anderen Bundesländern – zeigen, dass der Informationsaustausch zwischen den Behörden, also dem Verfassungsschutz, Polizei und Justiz, verbessert werden muss. Das ist nicht neu. Damit hat der Innenminister in Mecklenburg

Vorpommern bereits begonnen. Die vom Innenminister bisher vorgelegte Aktenlage halte ich deshalb für schlüssig und nachvollziehbar. Für mich ergeben sich dort keine Ungereimtheiten.

Für mich ist eins wichtig, und das will ich auch ausdrücklich betonen: Es bringt nichts, die Ängste der Bevölkerung zu schüren und diese vielleicht unter Umständen noch mit populistischen Anträgen anzuheizen.

(Dr. Mignon Schwenke, DIE LINKE: Das ist immer die letzte Waffe, zu der Sie greifen.)

Aus diesem Grund, das mag Ihnen nicht gefallen, wird meine Fraktion Ihren Antrag ablehnen. – Danke für die Aufmerksamkeit.

(Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und CDU)

Das Wort hat der Abgeordnete Herr Pastörs von der Fraktion der NPD.

Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren!

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Die ist viel zu lang, die Rede. Das können Sie doch nie schaffen.)

Mir ist leider erst vor zwei Minuten der Brief des Herrn Innenministers vom Innenministerium auf den Tisch gekommen. Ich habe mir zwei, drei Notizen gemacht, möchte aber vorab mal Folgendes feststellen: Wer glaubt, dass ein Mann vom Schlage wie dieser rote Ritter, der da drüben sitzt,

(Helmut Holter, DIE LINKE: Immer noch Herr Ritter.)

hier lautere Absichten gehabt habe, wenn er hier Aufklärung fordert, der irrt gewaltig, meine sehr verehrten Damen und Herren.

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Wissen Sie überhaupt, was das ist, lautere Absichten?)

Ideologisch motivierter Hass, Herr Ritter, hat noch nie dazu geführt, dass man ein Verbrechen aufklären konnte.

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Das sagt der Richtige. – Silke Gajek, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Das sagen Sie! Das sagt der Richtige.)

Die Motivation Ihres ideologischen Hasses hat man so richtig gespürt

(Johann-Georg Jaeger, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Das ist Ihre Spezialstrecke: Hass.)

und ich bin dankbar,

(Zuruf von Ulrike Berger, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

dass ein Vorredner hier aus den sich selbst demokratisch schimpfenden Fraktionen Ihnen das deutlich ins Stammbuch geschrieben hat.

(Peter Ritter, DIE LINKE: Sie sehen mich zutiefst erschüttert, Herr Pastörs.)

Wenn Sie hier sich hinstellen, wie Sie das vorhin getan haben, und fragend Unterstellungen ausbreiten, der Form, als Sie sagten, war denn Mecklenburg-Vorpom- mern von Lageberichten des Bundeskriminalamtes abgeschnitten,

(Peter Ritter, DIE LINKE: Falsch zitiert, Herr Pastörs.)

dann sage ich Ihnen, in Kenntnis dieses Berichtes des Innenministers

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Ich denke, den haben Sie noch gar nicht gelesen?)

hätten Sie doch wissen müssen, dass das Mordopfer von 1997 bis zum Jahre 2002 nicht weniger als fast eine halbe Million D-Mark,

(Zuruf von Barbara Borchardt, DIE LINKE)

offensichtlich aus der Tätigkeit eines Imbisses in Rostock, in die Türkei überwiesen hat.

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Nicht als Mordopfer. Spinnen Sie jetzt?)

Das steht hier in diesem Bericht,

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Das steht da nicht drin. Lesen Sie ihn mal!)

450.000 Euro

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Ja. – Zuruf von Ulrike Berger, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

von 1997 bis 2002 sind aus der Familie des Ermordeten in die Türkei überwiesen worden, ohne dass das die Polizei klären konnte, wo dieses Geld herstammt.

(Barbara Borchardt, DIE LINKE: Und deswegen darf man ihn umbringen? – Stefan Köster, NPD: Schwachsinn!)

Es ist auch aktenkundig, Herr Ritter, dass es Informationen gab, dass nach dem Mord die Familie eine sogenannte SMS erreicht hat, wo mitgeteilt wurde, dass der Bruder des Opfers, der sich auch ungesetzlich in Deutschland aufhielt, wohl das nächste Opfer sein könnte. Und es ist auch aktenkundig, Herr Ritter, dass in der Familie und im Bekanntenkreis bekannt gegeben wurde, dass unbekannte Personen wohl wegen Geld auch in Rostock vorgesprochen hätten.

Das sind Fakten. Was Sie daraus machen, ist nämlich das, was man Ihnen zu Recht eben vorgeworfen hat: Sie wollen ganz einfach in Ihrer Verblendetheit und in Ihrem Wahn, dass alles, was nationale Lebensäußerungen von sich gibt, kriminell sei, Ihr rotes Süppchen gegen nationale Oppositionelle auch hier in diesem Parlament betreiben. Nichts anderes, Herr Ritter, ist das, was Sie hier abgezogen haben.

(Beifall vonseiten der Fraktion der NPD – Dr. Norbert Nieszery, SPD: Uh!)

Es hat 2005 – auch das müsste Ihnen bekannt sein, also wie gesagt, ich hatte nur wenige Minuten, gerade mal drüberzuschauen –, 2005 Hausdurchsuchungen gegeben, bei der Frau des Opfers, bei der Steuerberaterin in Berlin …

(Helmut Holter, DIE LINKE: Reden Sie doch mal zur Sache!)

Das ist die Sache, Herr …,

(Helmut Holter, DIE LINKE: Es geht um den NSU-Mord und es geht nicht um andere kriminelle Delikte.)

das ist die Sache und Sie werden mich nicht dazu ver- leiten,

(Zuruf von Ulrike Berger, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

von den Fakten, die hier der Innenminister aufgeschrieben hat, abzuweichen.

(Dr. Norbert Nieszery, SPD: Sie versuchen, sich selbst zu entlasten, Herr Pastörs.)

Während dieser Hausdurchsuchungen waren Indizien vorhanden, dass man annehmen musste, dass es sich hier um eine Mordtat innerhalb eines ausländischen kriminellen Milieus handeln müsste.

(Helmut Holter, DIE LINKE: Es hat sich aber herausgestellt, dass ein anderer Mörder es war.)

Und es hat sich bis heute nicht gerichtsfest klären lassen, wer dieses Opfer umgebracht hat. Das sind die Fakten. Und sehen Sie sich vor, direkt, ohne dass wir eine höchstrichterliche Entscheidung haben,

(Zuruf von Peter Ritter, DIE LINKE)

einseitig irgendwelchen Nationalen oder nicht Nationalen oder Einzeltätern die Schuld zuzuweisen, mein lieber Freund! Das schreiben Sie sich mal hinter die Ohren!