Rudolf Augstein schrieb über die Potsdamer Konferenz: Das Besondere „an der Potsdamer Konferenz lag darin, daß hier ein Kriegsverbrechergericht von Siegern beschlossen wurde, die nach den Maßstäben des späteren Nürnberger Prozesses allesamt hätten hängen müssen. Stalin zumindest für Katyn … Truman für die völlig überflüssige Bombardierung von Nagasaki, wenn nicht schon für Hiroshima, und Churchill zumindest als Oberbomber
von Dresden, zu einem Zeitpunkt, als Deutschland schon erledigt war. Alle drei hatten … ‚Bevölkerungsumsiedlungen‘ verrückten Ausmaßes beschlossen, alle drei wussten, wie verbrecherisch diese vor sich gingen.“
In den Staaten, aus denen die Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg vertrieben wurden, wird mit der Thematik heute sehr unterschiedlich umgegangen. Der tschechische Staatspräsident stellt sich gegen den Willen vieler seiner Landsleute, die inzwischen eine echte Aussöhnung auf der Grundlage der historischen Wahrheit wünschen. Erst Anfang Mai dieses Jahres erklärte er zur Vertreibung von drei Millionen Sudetendeutschen, dass die Vertreibung doch moderater war als zum Beispiel die Todesstrafe. Gar nicht erwähnt werden die ab 1945 fast 300.000 ermordeten Sudetendeutschen.
Zwangsarbeit in die Sowjetunion verschleppt wurden. Und absolut vorbildlich und menschlich verhält sich die Republik Ungarn. Dort ist der 19. Januar künftig Gedenktag für die vertriebenen Ungarndeutschen.
Meine Damen und Herren, in Mecklenburg-Vorpommern berücksichtigen die bislang vorhandenen Gedenktage nicht hinreichend das Schicksal der Opfer von Flucht und Vertreibung. Die Lösung besteht aus unserer Sicht in der Einführung eines gesonderten Gedenktages, der jährlich am zweiten Sonntag im September begangen werden soll. Geht es um die Opfer, Zitat: „nationalsozialistischer Gewalt und Willkürherrschaft“, Zitatende, wird in der Bundesrepublik im Allgemeinen und im Land M-V im Besonderen eine äußerst exzessive Gedenkkultur gepflegt.
Das Schicksal der deutschen Opfer von Flucht und Vertreibung und alliiertem Massenmord gerät bei dieser merklich einseitigen Gedenkkultur in Vergessenheit und wird verfälscht dargestellt.
Geistig verwirrte und der alliierten Umerziehung erlegene Linksextremisten versteigen sich gar zu der Behauptung, dass die Deutschen, das Tätervolk, niemals Opfer sein könnten. Menschenverachtende Parolen wie diese verhöhnen die Würde der Betroffenen, woraus sich für den Staat die Pflicht ergibt, derartigen Tendenzen entgegenzuwirken und sich für ein ausgewogenes Gedenken einzusetzen. Diesem Anliegen trägt der vorliegende Gesetzentwurf Rechnung, indem er einen gesonderten Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung im Sonn- und Feiertagsgesetz verankert. – Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit.
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Was für ein Geschichtsvortrag, was für ein Geschichtsverständnis, Herr Petereit!
„Wir gedenken der Soldaten, die in den Weltkriegen starben, der Menschen, die durch Kriegshandlungen oder danach in Gefangenschaft, als Vertriebene und Flüchtlinge ihr Leben verloren.“
Meine Damen und Herren, diese Worte entstammen dem Totengedenken, welches der Bundespräsident Joachim Gauck am 18. November 2012 bei der zentralen Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag im Plenarsaal des Deutschen Bundestages sprach. Am Volkstrauertag gedenken wir der Kriegstoten und Opfer von Gewaltherrschaft aller Nationen. Der Opfer von Flucht und Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg gedenken wir unter anderem an diesem Gedenktag.
Meine Damen und Herren, das Übel, die Ursache für die Flucht und Vertreibung der Deutschen war der Nationalsozialismus.
… die aus den 30er- und 40er-Jahren, deren gefährlichem Gedankengut leider auch heute noch Neonazis, verblendete Anhänger und Mitglieder der NPD in ihrer Verbohrtheit hinterherlaufen.
Die Besetzung weiter Teile Polens und anderer osteuropäischer Länder durch die Nationalsozialisten markierten den Ursprung von Flucht und Vertreibung.
Der völkerrechtswidrigen Landnahme folgte eine grauenhafte, menschenverachtende Massendeportation. Menschen wurden gejagt, in Konzentrationslagern interniert und in den Tod geschickt.
(Udo Pastörs, NPD: Das ist eine Unverschämtheit, was Sie machen. – Zurufe von Michael Andrejewski, NPD, und Stefan Köster, NPD)
(Stefan Köster, NPD: Das ist kommunistische Propaganda, was Sie hier treiben. – Zuruf von Udo Pastörs, NPD)
hören Sie zu! – zu zahlreichen Verbrechen an der deutschen Zivilbevölkerung und Todesfällen in den Internierungslagern, trotz anderslautender Vereinbarungen im Potsdamer Abkommen.