Protokoll der Sitzung vom 29.01.2014

Meine Fraktion hat zur gleichen Problematik hier in diesem Hause bereits mehrmals das Wort ergriffen und entsprechende Lösungen, die auch wirklich als solche bezeichnet werden können, ausgiebig erläutert. Ich kann mich noch sehr gut an die Drucksache 5/4268 vom März 2011 erinnern.

(Heinz Müller, SPD: Ganz langsam!)

Es ging um die Forderung nach einer Einführung eines freiwilligen Streifen- und Ordnungsdienstes in Mecklenburg-Vorpommern.

(Beifall vonseiten der Fraktion der NPD)

Die Landesregierung wurde aufgefordert, erstens, gemeinsam mit den Kommunen im Land zu prüfen, ob ein Bedarf und eine Bereitschaft von Bürgern besteht, durch ehrenamtliche Tätigkeit die Landespolizei MecklenburgVorpommern in der Ausführung ihrer Aufgaben aktiv zu unterstützen, zweitens, sich mit Kommunen außerhalb des Bundeslandes in Verbindung zu setzen, die bereits über Erfahrungen mit freiwilligen Streifen- und Ordnungsdiensten, kommunalen Ordnungsdiensten mit Bürgerbeteiligung und anderen hilfspolizeilichen Bürger- organisationen verfügen, und drittens, die Ergebnisse beider Prüfungsvorgänge unter der Zielvorgabe auszuwerten, Handlungsmöglichkeiten zur Optimierung der inneren Sicherheit zu erarbeiten.

Wie alle bisherigen von der NPD-Fraktion gestellten Anträge zur Bekämpfung der Grenzkriminalität ist auch der eben genannte nach wie vor brandaktuell, vor allem vor dem Hintergrund, dass gegenwärtig sogar Grenzgemeinden ganz offiziell in das gleiche Horn stoßen und eine öffentliche Diskussion über die Aufstellung einer Bürgerwehr führen. Nichts anderes stand damals in unserem Antrag. Hätte man diesen nicht so laienhaft und arrogant abgelehnt, würde bei den hiesigen Landwirtschaftsbetrieben vielleicht noch der eine oder andere Traktor mehr in den Hallen stehen.

(Beifall Udo Pastörs, NPD)

Wahrscheinlich würde manch ein Hausbesitzer heute mit einem sicheren Gefühl seinen Hof verlassen.

Gino Leonhard von der FDP schloss damals seine substanzlose Gegenrede im Namen der Demokraten mit folgenden Worten, Zitat: „Unser Augenmerk gilt der Verbesserung der Bedingungen für eine leistungsfähige Polizei jetzt und in Zukunft, alles andere sind nichts als Phrasen.“ Zitatende. Es folgte Pflichtbeifall von den Abgeordneten der Fraktionen der SPD, CDU, DIE LINKE und FDP.

Und heute? Welche Verbesserungen der Bedingungen für eine leistungsfähige Polizei gab es seitdem? Die Evalution der Polizeistrukturreform 2010

(Heinz Müller, SPD: Evaluierung oder Revolution? – Julian Barlen, SPD: Evaluation, ja? – Heinz Müller, SPD: Jedenfalls ein Fremdwort.)

und die entsprechenden Stellungnahmen zeigen es mehr als deutlich, Herr Müller,

(Zuruf von Peter Ritter, DIE LINKE)

zum Beispiel vonseiten der Gewerkschaft der Polizei,

(Zuruf von Udo Pastörs, NPD)

Zitat: „Immer weniger Polizeibeamte müssen immer mehr Aufgaben erledigen. Der Krankenstand der Landespolizei steigt stetig. Immer jüngere Kolleginnen und Kollegen werden krank.“ Und weiter heißt es in Bezug auf das einstmals von einigen Dienststellenleitern und dem Innenministerium als Allheilmittel gefeierte BSM, Zitat: „Der Gewerkschaft der Polizei ist keine Dienststelle bekannt, in der die“

(Zuruf von Peter Ritter, DIE LINKE)

„Dienstpläne am Monatsende noch so aussehen wie am Planungstag“, Herr Ritter.

(Peter Ritter, DIE LINKE: Ja, ja, ich war dabei, bei dieser Ausschusssitzung, Sie nicht.)

„Im Gegenteil, die Dienstpläne, die uns vorliegen, werden von roter Farbe dominiert.“

(Peter Ritter, DIE LINKE: Ich habe Fragen gestellt, Sie nicht, Herr Müller. – Heiterkeit bei Udo Pastörs, NPD)

Abschließend fasst die GdP die Situation mit einer besorgniserregenden Offenheit zusammen:

(Peter Ritter, DIE LINKE: Ich weiß überhaupt nicht, warum der da drüben lacht.)

„Die Polizeipräsenz ist rückläufig.“

(Zuruf von Peter Ritter, DIE LINKE)

„Indikatoren dafür sind beispielsweise rückläufige Kontrolldelikte, die in der Regel bei Streifenfahrten festgestellt werden. Die Polizeireviere sind mit den zusätzlichen Aufgaben überlastet und müssen immer mehr Prioritäten setzen.“ Zitatende.

Anstatt hier in diesem Hause dankbar zu sein über diesen, man muss schon sagen, Mut zur Ehrlichkeit und entsprechende Konsequenzen daraus zu ziehen, feilen Sie weiter an Ihrem Blendwerk.

(Peter Ritter, DIE LINKE: Und Sie können mal sehen, dass Sie nichts mitgekriegt haben in der Ausschusssitzung. Nichts haben Sie mitgekriegt!)

Caffier wird auch in diesem Jahr wieder die Polizeiliche Kriminalitätsstatistik, Herr Ritter, vorstellen.

(Peter Ritter, DIE LINKE: Wir sind schon fünf Schritte weiter.)

Wieder wird es heißen, die Kriminalität sei gesunken und vor allem im Grenzgebiet gebe es keine bedeutsame Erhöhung des Kriminalitätsaufkommens.

(Zuruf von Dr. Hikmat Al-Sabty, DIE LINKE)

Wie lange wollen Sie dieses Spielchen noch treiben, wie lange die Leute an der Nase herumführen?

(Zuruf von Dr. Hikmat Al-Sabty, DIE LINKE)

Die Situation vor Ort spricht eine andere, eine sehr deutliche Sprache. Auch Sie scheinen das erkannt zu haben, sind aber zu feige, Ihre eigenen Fehler einzugestehen.

(Beifall vonseiten der Fraktion der NPD – Peter Ritter, DIE LINKE: Ha, ha, ha!)

Im Ältestenrat wurde eine Aussprache mit einer Dauer von bis zu 90 Minuten vereinbart. Ich sehe und höre keinen Widerspruch, dann ist das so beschlossen. Ich eröffne die Aussprache.

Das Wort hat der Abgeordnete Herr Ritter von der Fraktion DIE LINKE.

(Heiterkeit bei Udo Pastörs, NPD – Heinz Müller, SPD: Hau rein!)

Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wenn ich mir um die NPD Sorgen machen würde,

(Jochen Schulte, SPD: Das würde ich nicht tun.)

würde ich mir jetzt Sorgen machen: Der Möchtegernführer darf seine Kameraden nicht nach Europa führen,

(Heiterkeit bei Udo Pastörs, NPD – Heinz Müller, SPD: Nee.)

der Kamerad Köster muss eine Zeitstrafe absitzen,

(Heinz Müller, SPD: Och!)

für einen Phantommitarbeiter muss Geld zurückgezahlt werden.

(Heiterkeit bei Udo Pastörs, NPD – Zuruf von Heinz Müller, SPD)

Die NPD verliert den Wettstreit am offenen Mikrofon

(Michael Andrejewski, NPD: Jaja.)

und inhaltlich hat die NPD nichts mehr zu bieten. Ausländerhass und Grenzkriminalität sind die letztlich verbliebenen Themen für diese Fraktion.

(David Petereit, NPD: Oooh!)