Protokoll der Sitzung vom 10.12.2010

Mir läuft die Zeit davon, vielleicht im Anschluss.

(Olaf Lies [SPD]: Der gesamten Re- gierung läuft die Zeit davon!)

Ihr Antrag ist fachlich sehr flach.

(Zustimmung bei der CDU und bei der FDP)

Erklären Sie mir doch bitte einmal die folgende Passage aus Ihrer Antragsbegründung - jetzt wird es interessant -:

(Andrea Schröder-Ehlers [SPD]: Ja!)

„Mittlerweile gibt es Forschungsergebnisse, die zeigen, wie auch kurzfristig zu einer deutlichen Verbesserung der Tiergesundheit beigetragen werden kann. Dazu gehören als Maßnahmen“

- ich betone: als Maßnahmen; jetzt muss man einmal den vorletzten Spiegelstrich betrachten:

„eine deutliche Absenkung der Mortalitätsrate.“

Frau Schröder-Ehlers, die Mortalitätsrate ist ein statistischer Wert. Die Absenkung der Mortalitätsrate kann man gerne als Ziel formulieren. Aber das als Maßnahme in die Begründung eines solchen Antrags zu schreiben, zeugt nicht gerade von Fach- und Sachkompetenz.

(Beifall bei der CDU und bei der FDP - Glocke des Präsidenten)

Ich will das aber gerne als Beitrag im Hinblick auf Maßnahmen zur Verbesserung von Tiergesundheit akzeptieren, wenn es in Richtung Ihres tierschutzpolitischen Sprechers, des gelernten Schlachters Schminke, gemeint ist.

(Heiterkeit bei der CDU und bei der FDP)

Letzter Satz, bitte!

Wenn der gelernte Schlachter Schminke, wenn er den Bolzenschuss beim Schlachten einer Sau ansetzt, von Ihnen hört: „Wir wollen bitte die Mortalitätsrate senken“ und dann zurückweicht, dann haben Sie in der Tat einen Beitrag zur Senkung der Mortalitätsrate und in die Zukunft gerichtet einen Beitrag zur Verbesserung der Tiergesundheit dieser Sau geleistet.

(Beifall bei der CDU und bei der FDP)

Ihre Redezeit ist abgelaufen, Herr DammannTamke, Sie haben sie schon reichlich überschritten.

(Beifall bei der CDU und bei der FDP - Olaf Lies [SPD]: Das bedauern wir sehr, aber es lässt sich nicht ändern!)

Herr Kollege Meyer hat sich zu einer Kurzintervention gemeldet. Dann hat auch Herr Dammann

Tamke noch eine Chance, zu reden. Herr Kollege Meyer, Sie haben anderthalb Minuten zur Kurzintervention. Bitte sehr!

Danke, Herr Präsident. - Herr Kollege DammannTamke, Sie müssen sich irgendwie entscheiden. Wenn Sie unseren Antrag ordentlich gelesen haben, dann wird Ihnen aufgefallen sein, dass das allermeiste darin der Originalton Ripke ist. Also müssen Sie entweder den Staatssekretär entlassen - dann können Sie unseren Antrag ablehnen. Oder Sie stimmen ihm zu - dann müssen Sie unserem Antrag auch zustimmen. Beides gleichzeitig wird nicht funktionieren.

(Beifall bei der SPD - Frank Oesterhelweg [CDU]: Er formuliert präziser!)

Ich erteile jetzt Herrn Dammann-Tamke das Wort für die Antwort auf die Kurzintervention.

(Wolfgang Jüttner [SPD]: Er muss aber auch nicht antworten!)

Lieber Kollege Meyer, ich bin lange genug im Niedersächsischen Landtag, um nicht in diese plumpe Falle hineinzutappen. Wenn Sie allerdings ehrlich wären, dann hätten Sie umfassend darüber informiert, was der Staatssekretär Ripke, insbesondere im Ausschuss, gesagt hat. Er hat explizit darauf hingewiesen, dass das ein langer Weg sein wird -

(Olaf Lies [SPD]: Dann muss er mal loslaufen!)

und nicht von Schnellschüssen getragen.

(Zustimmung bei der CDU und bei der FDP)

Um meine Rede zu Ende zu führen: Wir werden im 21. Jahrhundert auch in Niedersachsen eine Teilung der Nahrungsmittelproduktion erleben. Es wird für ein kleines, gut situiertes Klientel, das bereit ist, für eine Dienstleistung mehr zu bezahlen, hochwertige und relativ teure Nahrungsmittel geben,

(Olaf Lies [SPD]: Sie haben eine merkwürdige Vorstellung von Ernäh- rung! Und die anderen kriegen den Rest? Ist ja schön, dass wir das mal hören! Das ist doch unglaublich!)

und wir werden eine andere Produktionslinie erleben, die gesunde Lebensmittel zu bezahlbaren Preisen erzeugt. Wir, die auf dieser Seite sitzen, wollen eine Nahrungsmittelproduktion für alle hier in Niedersachsen.

(Beifall bei der CDU und bei der FDP - Olaf Lies [SPD]: Das ist wirklich mal zitierfähig!)

Jetzt hat Frau Ministerin Grotelüschen das Wort. Bitte sehr!

(Unruhe)

- Ich möchte Sie um etwas mehr Aufmerksamkeit bitten.

(Zurufe von der SPD: Letzte Rede!)

- Meine sehr verehrten Damen und Herren, ich bitte um etwas Anstand. - Bitte sehr!

Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Niedersachsen hat eine bundesweite Bedeutung als Kerngebiet der Nutztierhaltung. Niedersachsen, meine Damen und Herren, ist sich seit jeher der damit verbundenen moralischen und ethischen Verantwortung sehr wohl bewusst.

(Beifall bei der CDU und bei der FDP)

Um diesem Anspruch gerecht zu werden und auch in der Zukunft die Nutztierhaltung zu sichern, beschreitet das Land den sogenannten niedersächsischen Weg, meine Damen und Herren,

(Christian Meyer [GRÜNE]: Führt der zum Schlachthof?)

einen Weg, den bereits meine Vorgänger - im Übrigen auch die von der SPD - sehr erfolgreich gegangen sind. Aufgrund fehlender EU- und Bundesvorschriften haben wir den Weg eingeschlagen, gemeinsam im Dialog mit den Tierhaltern, mit den Tierschützern, mit Behördenvertretern und Wissenschaftlern Haltungsbedingungen für Nutztiere zu erarbeiten und weiterzuentwickeln.

(Christian Meyer [GRÜNE]: Tierschüt- zer sehen das aber anders!)

Damit, meine Damen und Herren, können wir ganz gezielt auf wissenschaftliche Erkenntnisse und

Praxiserfahrungen zurückgreifen und flexibel Maßnahmen ergreifen, die wir vom Ministerium Ihnen bereits mehrfach angekündigt haben, z. B. - mit langfristiger Perspektive - den Ausstieg aus der Schnabelkürzung.

(Beifall bei der CDU und bei der FDP)

Mit mehr als 20 Tierschutzleitlinien zur Nutztierhaltung, meine Damen und Herren, hat Niedersachsen eine Vorreiterrolle in Sachen Tierschutz übernommen. Sehr geehrte Opposition, Sie werden es nicht schaffen, diese Vorreiterrolle Niedersachsens totzureden, weil die Realität etwas anderes zeigt.

(Beifall bei der CDU und bei der FDP - Christian Meyer [GRÜNE]: Schluss- licht!)

Unsere Tierschutzleitlinien sind nämlich so gut, dass sie auch in anderen Ländern und in anderen Staaten sowie vor Gerichten genutzt und herangezogen werden und Bestand haben. Damit leistet das Land einen großen Beitrag zur Durchsetzung des Tierschutzes und zu Tierschutzanliegen. Darin ist unsere hohe Reputation, die Niedersachsen in anderen Ländern und in Fachkreisen genießt, begründet.

(Beifall bei der CDU und bei der FDP - Zurufe von der SPD: Wo denn?)

Meine sehr geehrten Damen und Herren, wir haben von der Opposition ja schon vieles um ihren Antrag drum herum gehört, so will ich einmal sagen. Aber es ist nicht auf die sachlichen und fachlichen Details eingegangen worden.