Protokoll der Sitzung vom 14.12.2016

(Zuruf Tobias Koch [CDU])

- Das ist weniger, Herr Kollege Koch!

(Wortmeldung Tobias Koch [CDU])

Der Unterschied ist: Während von 2005 bis 2012 knapp 6 Milliarden € Schulden gemacht worden sind, werden wir in dieser Legislaturperiode, wenn überhaupt, weniger Schulden machen. - Das ist weniger. Das eine ist mehr, das andere ist weniger.

(Beifall SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und SSW)

Wir haben auch die Risiken bei der HSH Nordbank minimiert.

Herr Abgeordneter Dr. Stegner, gestatten Sie eine Bemerkung des Herrn Abgeordneten Koch?

Nein, das tue ich nicht. Der Kollege hat sich hier so ausgebreitet, dass wir darauf verzichten können, das noch einmal zu hören.

Die CDU kann nicht mit Geld umgehen. Wir können Haushalt, wie Lars Winter immer sagt. Drei Jahre früher als vorgeschrieben planen wir mit dem Haushalt für 2017 ohne neue Schulden und können sogar eine Schuldentilgung von über 47 Millionen € fest einplanen. - Herzlichen Glückwunsch, Monika Heinold, das ist eine großartige Leistung!

(Beifall SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und SSW)

Der Oppositionsführer hat uns schon häufig eine schlechte Finanzpolitik vorgeworfen. Haushaltskonsolidierung sei der Markenkern der CDU. Sie haben behauptet, wir könnten nicht regieren, weil wir die Schuldenbremse nicht einhielten. Finanzpolitik war Ihr zentrales, wenn nicht sogar einziges Argument gegen den Politik- und Regierungswechsel 2012.

Sie haben behauptet, Ihre Politik sei alternativlos. Wir haben das Gegenteil bewiesen. Wir haben

(Dr. Ralf Stegner)

schwarze Zahlen geschrieben, aber nicht mit Ihrer traurigen und ungerechten schwarz-gelben, sondern mit unserer progressiven, gerechten und fröhlichen rot-grün-blauen Politik. - Liebe Monika Heinold, vielen Dank für die gute Regierungsarbeit im Bereich der Finanzpolitik!

(Beifall SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und SSW)

Fazit ist, die Küstenkoalition steht für gutes Regieren. Die Menschen werden am 7. Mai 2017 entscheiden können, ob sie denjenigen vertrauen, die ihr Wort gehalten haben, oder denjenigen, die das Land fast kaputtgespart haben und es jetzt schlechtreden und jedem alles versprechen.

(Rainer Wiegard [CDU]: Kaputtgespart? Ka- putt verschuldet!)

Wer ist eigentlich glaubwürdiger? Die, die vor der Wahl sagen, was sie tun werden und nach der Wahl tun, was sie gesagt haben, oder die, die den Wählerinnen und Wählern versprechen, es diesmal ganz anders als beim letzten Mal zu machen? Ich biete den Bürgerinnen und Bürgern nur an, der Logik zu folgen und sich zu entscheiden, was wohl glaubwürdiger ist.

(Rainer Wiegard [CDU]: Scheinheiliger Pha- risäer!)

Liebe Kolleginnen und Kollegen, im Namen meiner Fraktion möchte ich meiner lieben Kollegin Eka von Kalben und ihren Kolleginnen und Kollegen von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN danken. Ich möchte dem kampfstarken Kollegen Lars Harms und dem SSW ganz herzlich für die vertrauensvolle Zusammenarbeit in diesem Haus danken. Der SSW hat - erstmals als Regierungspartei - eine ganz besondere Arbeit abgeliefert.

(Beifall SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und SSW - Hans-Jörn Arp [CDU]: Das ist ei- ne Abschiedsrede!)

In den Dank schließe ich selbstverständlich meine Kolleginnen und Kollegen von der SPD-Landtagsfraktion ein. Das war und ist ein Regierungsbündnis, das auf einem breiten gemeinsamen inhaltlichen Fundament steht und menschlich hervorragend zusammenarbeitet. Dieses Regierungsbündnis hat noch viel für die Zukunft vor. - Das sage ich, weil ich Ihre Zwischenrufe sehr wohl gehört habe.

(Beifall SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und SSW - Zurufe CDU und FDP)

Liebe Kolleginnen und Kollegen, der Politikwechsel fand ganz besonders auch in der Regierungszen

trale und der Staatskanzlei statt. Ich danke unserem Ministerpräsidenten Torsten Albig, der diese Koalitionsregierung seit 2012 erfolgreich geführt hat.

(Zuruf CDU)

Lieber Torsten Albig, du hast den Schleswig-Holsteinerinnen und Schleswig-Holsteinern vor fünf Jahren eine andere Regierung und einen Politikwechsel, aber auch einen anderen Ministerpräsidenten versprochen. Gerade in schwierigen Fragen ist es nicht immer leicht, einen offenen, dialogorientierten Kurs durchzuhalten. Du hast gezeigt, wie man gutes Regieren mit Leben erfüllt.

(Zurufe CDU: Oha!)

Landesregierung, Regierungsfraktionen und Regierungsparteien haben eine gute Gemeinschaftsleistung abgeliefert.

(Beifall SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und SSW)

Wir haben den Politikwechsel 2012 eingeleitet. Wir sind uns der sozialen Verantwortung bewusst, die die Landesregierung für den sozialen Zusammenhalt des Landes trägt.

(Wolfgang Kubicki [FDP]: Genau!)

Wir haben es uns nicht leicht gemacht. Wir tun, was wir sagen. Wir betreiben Politik nicht als Selbstzweck, sondern um das Leben der Menschen besser zu machen. Wir wollen eine am Gemeinwohl orientierte Politik.

(Rainer Wiegard [CDU]: Schöne Abschieds- rede!)

Das ist ein großer Unterschied zur Rede des Kollegen Koch. Diese Haushaltsrede bot Gelegenheit, die Fakten einmal zu prüfen, Rechenschaft abzulegen, zu zeigen, welche Bilanz wir haben. Gerechtigkeit kann man in der Haushaltspolitik ausdrücken, wenn man hält, was man versprochen hat. Wir haben den Haushalt mit Humanität verbunden.

Solide Finanzen, klarer Kurs, dafür steht die Küstenkoalition!

(Zuruf Wolfgang Kubicki [FDP])

Die Unterschiede in Schleswig-Holstein sind glasklar. Die Menschen haben die Wahl zwischen dem progressiven Küstenkoalitionsbündnis und dem schwarz-gelben Bündnis von gestern.

(Zuruf Wolfgang Kubicki [FDP])

Das ist gut so - übrigens auch deswegen, weil es wirklich keine Parteien braucht, die mit dem Argu

(Dr. Ralf Stegner)

ment werben, die da oben seien alle gleich. Erstens sind wir nicht „die da oben“, und zweitens sind wir nicht alle gleich. Das ist in dieser Haushaltsdebatte sehr deutlich geworden.

(Beifall SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und SSW - Zurufe FDP)

- Brüllen Sie ruhig, ich beschränke mich auf meine Argumente.

Haben wir alles richtig gemacht? - Sicher nicht.

(Wolfgang Kubicki [FDP]: Nein!)

Sind wir schon fertig? - Ganz gewiss auch nicht.

(Zuruf CDU: Sie haben fertig!)

Aber: Wir haben gehandelt.

(Unruhe)

- Sie können noch so viel Lärm machen: Einen guten Eindruck machen Sie auf die Besucher auf der Tribüne nicht. Dazu waren Ihren Argumente zu schwach.