Meine Damen und Herren! Frau Präsidentin! Lieber Herr Garg, ich glaube, wir sollten uns in dieser Debatte wieder ein bisschen abregen. Wir debattieren hier schließlich zum zweiten Mal in diesem Jahr über eine Änderung des Schulgesetzes. Wir haben etwas beschlossen. Ich glaube, dass wir uns da nicht so in Rage bringen müssen.
Ich möchte gern mit einem Zitat aus unserem Koalitionsvertrag anfangen, weil Sie uns mehrfach unterstellt haben, wir wollten etwas anderes, nämlich
Liebe FDP, was ich nicht verstehen kann, ist, dass Sie in der Debatte so tun, als ob G-8-Gymnasien der Untergang des Abendlands seien, dass Sie uns unterstellen, dass wir Gymnasien schwächen oder gar abschaffen wollen,
Ich erinnere mich noch an die Zeit, als G 8 eingeführt wurde. Ich war damals Mutter eines Gymnasialkindes. Ich kann mich nicht an die Stimmen der FDP erinnern, die sich damals kritisch zur Einführung gemeldet hätten. Ich kann mich aber sehr wohl an Presseäußerungen auch von Herrn Klug - das wurde hier schon genannt - erinnern, in denen gefordert wurde, das müsse schneller eingeführt werden, die SPD sich im Schildkrötentempo als Partei der Langsamkeit entpuppe, weil sie G 8 nicht schnell genug einführe. Auch das gehört zur Realität, meine Damen und Herren.
Wenn Sie uns vorwerfen, dass wir Retropolitik machten und uns nicht dem Trend der Länder anpassten, kann ich nur sagen: Damals wollten Sie sich unbedingt dem G-8-Trend anpassen, und heute, wo der Trend Ihrer Meinung nach eine andere Richtung angenommen hat, sollen wir uns G 9 anpassen.
Unsere Partei hat von Anfang an gesagt: Wir brauchen Ruhe im System, um bessere Schule zu machen. Herr Krumbeck hat das vorhin deutlich gesagt.
und wir brauchen auch nicht jeden Monat eine Debatte darüber, sondern wir können uns über gute Schule unterhalten, aber nicht über Schulsysteme.
Frau Klahn, ein letzter Satz: Wenn Sie Schule und Ganztagsschule hier als „verschenkte Lebenszeit“ bezeichnen, tut es mir wirklich leid, wenn das von einer bildungspolitischen Sprecherin kommt. - Danke.
Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Am 16. Juni 2010 hat der damalige Ministerpräsident Carstensen von dieser Stelle aus eine Regierungserklärung gehalten und hat unter anderem angekündigt, dass die Unterrichtsverpflichtung für die Lehrerinnen und Lehrer in diesem Land erhöht wird und alle Stellen im Schulbereich abgebaut werden, die durch den demografischen Wandel abgebaut werden können. Das ist der eine Messpunkt, den wir für den Vergleich heranziehen müssen.
Wenn Sie nun unser Regierungshandeln im Vergleich dagegensetzen - das ist natürlich das gute Recht und die Aufgabe der Opposition -, dann habe ich dazu zwei Bitten. Zum einen betrachten Sie bitte die Legislaturperiode von 2012 bis 2017, und legen Sie zum anderen doch bitte unseren Koalitionsvertrag zugrunde und nicht Entwürfe von vorvergangenen Jahrzehnten. - Leicht im Internet zu finden; Frau von Kalben hat dazu schon Wesentliches gesagt.
Wenn ich dieser Tage Gymnasien besuche - das räume ich ein -, wird mir da oft von einem diffusen Unbehagen berichtet, das an den Gymnasien herrsche, und von Sorgen um die Zukunft dieser Schulform. Das mag daran liegen, dass Fadenkreuze in Lehrerzimmern aufgehängt werden, und das hängt
Wenn ich dann konkret nachfrage, welche Maßnahmen es denn sind, ist das gar nicht so eine lange Liste von „gymnasialfeindlichen Maßnahmen“. Das ist eigentlich in erster Linie etwas, was in Ihrer Fantasie besteht.
Was die Frage G 8 oder G 9 angeht, bin ich persönlich der Auffassung, dass beides geht, eigentlich relativ undramatisch. Als Lehrer in Hamburg - da wurde ja früher umgestellt - habe ich beides erlebt. Beides war möglich, und in beiden Fällen kamen am Ende glückliche junge Menschen dabei heraus, die ins Leben starten konnten. Das geht generell immer.
Ich möchte Frau Klahn allerdings bitten - auch weil es um Bildungspolitik geht -, auf ihre Wortwahl zu achten. Schleswig-Holstein sei isoliert, SchleswigHolstein werde eine Insel. Für mich definiert sich eine Insel dadurch, dass sie quasi solitär liegt.
Wenn ich mit Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern zwei Länder nenne, die mit G 8 und G 9 Schleswig-Holstein nicht zur Insel machen, ist doch der Beweis angetreten, dass wir keine Insel sein können.
Wenn Sie behaupten, eine überwältigende Mehrheit der Menschen sei für G 9 - wie erklären Sie dann, dass gleichzeitig die Initiative „Pro G 9“ in Schleswig-Holstein scheitert?
Wie erklären Sie dann, dass sich die gewählten Schülervertreter in unserem Bildungsdialog für das Modell G 9 an Gemeinschaftsschulen und G 8 an Gymnasien ausgesprochen haben?
Wie erklären Sie sich, dass sich die Landeselternvertretungen - auch der Gymnasien - für dieses Modell ausgesprochen haben?
Wie erklären Sie sich denn, dass sich einige der Lehrerverbände unserer Position angeschlossen haben, auch wenn der Philologen-Verband - das räume ich ein - eine andere Position vertritt?
(Beifall SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und SSW - Anita Klahn [FDP]: Dann erzäh- len Sie doch einmal, wie es in Hessen ist!)
- Ich halte es für gefährlich, Frau Klahn, dass Sie sich hier hinstellen und sagen, G 8 sei unzumutbar, Gemeinschaftsschulen seien unzumutbar. Wohin führt denn das, wenn Sie in diesem Ton anfangen?