Protokoll der Sitzung vom 05.04.2019

Sie schnarchen in der Parlamentsreformkommission vor sich hin und hier stellen Sie solche Anträge.

(Zustimmung bei der LINKEN, bei der CDU und bei den GRÜNEN)

In der Parlamentsreformkommission widersprechen Sie nicht, wenn es um den Schutz von Minderheitenrechten geht, und hier stellen Sie solche Anträge. Und dann wundern Sie sich, wenn das Parlament darüber amüsiert ist.

(Wulf Gallert, DIE LINKE: Nicht mehr lange! - Zuruf von Robert Farle, AfD)

Noch zwei Anmerkungen zu dem, was Herr Roi gesagt hat. Wir als Oppositionsfraktion haben mit Sicherheit nicht viele Übereinstimmungen mit der Landesregierung. Aber das, was hier noch einmal zitiert wurde zum Verein Miteinander und auch zu Herrn David Begrich, findet unsere volle Unterstützung. Ich stelle selten eine Übereinstimmung mit unserer Landesregierung fest.

(Zuruf von der AfD: Das wundert uns nicht!)

Dazu will ich für meine Fraktion noch einmal klar sagen: Es ist gut, dass es den Verein Miteinander e. V. gibt.

(Beifall bei der LINKEN)

Und jedes Gebrüll von Ihnen in Richtung Miteinander e. V. ist eine Bestätigung dafür, wie notwendig dieser Verein auch in Zukunft sein wird. - Herzlichen Dank.

(Beifall bei der LINKEN)

Herr Abg. Gebhardt, es gibt eine Wortmeldung. - Herr Abg. Farle, bitte, Sie haben das Wort.

Herr Gebhardt, ich stelle fest, dass Sie das Parlament hier jetzt eindeutig beschwindelt haben.

(Lachen bei der CDU)

In der Sitzung am Mittwoch habe ich Folgendes formuliert, und Frau Brakebusch, die Präsidentin, war dabei.

Es waren mehrere dabei.

Ja, aber die unter anderem auch.

(Cornelia Lüddemann, GRÜNE: Die unter anderem auch! - Zurufe von der CDU)

Ich habe dort klipp und klar formuliert, dass sich die AfD-Fraktion gegen jede Beschneidung der Minderheitenrechte einsetzt. In dieser Diskussion der Reformkommission ist zum ersten Mal die Rede darauf gekommen, dass man den parlamentarischen Untersuchungsschuss anders behandeln will als Enquete-Kommissionen und dass man für die Enquete-Kommission eine entsprechende Gesetzesänderung bzw. sogar eine Verfassungsänderung vorsieht. Das war dort Gegenstand.

Sie versuchen nun durch eine ganz primitive und schäbige Art, andere Leute als Schnarchtanten oder sonst etwas hinzustellen, und nehmen eine vollständig falsche Wiedergabe dessen vor, was tatsächlich passiert ist.

Zur Sache ist Ihnen Folgendes zu sagen. Es geht entscheidend um das Minderheitenrecht des Zwischenberichtes einer Enquete-Kommission. Wenn man diese nicht mehr als Minderheitenrechte ausgestaltet sehen will, dann werden wir einen PUA beantragen, aber wir werden nicht darauf verzichten, dass wir unsere Erkenntnisse an die Öffentlichkeit bringen.

Da Sie bei der Enquete-Kommission durch Mehrheitsbeschlüsse verhindern wollen, dass die Zusammenhänge zwischen Regierungsmitgliedern und der LINKEN sowie linksextremistischen Vereinigungen in der Öffentlichkeit aufgedeckt wer

den, wenn Sie also die Rechte der Enquete-Kommission beschneiden, müssen wir diese Rechte in einem parlamentarischen Untersuchungsaus

schuss durchsetzen; denn das ist grundrechtlich geschützt. Das können Sie nicht so einschränken, wie Sie wollen.

Wir lassen uns auch von Ihnen nicht verbieten, auch wenn es die Mehrheit ist, diese Dinge aufzuklären.

Herr Farle, Ihre Redezeit von zwei Minuten ist jetzt um.

Ja, aber das ist die Antwort auf diese - -

Nein, Herr Farle, Ihre Redezeit ist jetzt um.

Danke sehr.

(Zustimmung bei der AfD)

Herr Gebhardt, Sie dürfen noch einmal sprechen.

Herr Farle, „Tante“ habe ich nicht gesagt. Das weise ich an der Stelle zurück.

Zweitens - es waren mehrere Kollegen anwesend - kann ich mich nicht an einen Widerspruch von Ihnen erinnern,

(Zuruf von Alexander Raue, AfD)

als es um diese Frage ging. Im Moment sind die Minderheitenrechte, die bei einer Enquete-Kommission verankert sind, nach unserer Geschäftsordnung nicht beschnitten,

(Zuruf von Robert Farle, AfD)

überhaupt nicht. Man hat darüber diskutiert und Sie haben dort keinen Widerspruch angemeldet.

Ich bleibe auch bei meiner Darstellung, dass die Forderung, die Sie jetzt hier beantragen, in der Parlamentsreformkommission bisher keine Rolle gespielt hat und Sie diese dort nicht eingebracht haben. Davon habe ich nichts zurückzunehmen.

(Zustimmung bei der LINKEN - Robert Far- le, AfD: Aber allgemein zu den Minderhei- ten!)

Herr Gebhardt, es gibt noch eine weitere Wortmeldung. - Herr Abg. Roi.

Herr Gebhardt, erst einmal ein Tipp: Wenn Sie wollen, dass diese Punkte in die Kommission eingespeist werden,

Nein, das will ich nicht, das wollen Sie.

dann müssen Sie einfach dem Antrag zustimmen.

Nein. Wenn Sie das wollen, dann müssen Sie das in die Kommission einspeisen.

Lassen Sie mich erst einmal zu Ende reden. - Dann haben Sie gesagt, wir würden uns nicht für die Bürger einsetzen. Also, die Aufdeckung des Linksextremismus ist im Sinne vieler Bürger.

(Zuruf von Silke Schindler, SPD)

Denn die haben nämlich die Nase voll davon, wie Sie und Ihre linksextremistischen Freunde die Leute draußen beeinflussen und in den Organisationen und an den Unis Ihre Umtriebe verbreiten.

Dann wollte ich Ihnen noch einmal sagen, dass es Ihre Fraktion in der Enquete-Kommission war, die trotz der Aussage des GBD, es sei rechtlich nicht möglich, in einer Enquete-Kommission Anträge auf Befassung zu behandeln, argumentiert hat - Sie persönlich und auch Ihre Kollegin Quade -, dass sei ja alles nicht möglich. Wir haben das jetzt deshalb aufgenommen, um das einmal zu regeln. Denn wenn keine Fraktion etwas zur Befassung mit aktuellen Themen, die sich auf den Einsetzungsbeschluss beziehen, einbringen kann, dann können wir uns die ganze Geschichte auch sparen. Wir wollen die Enquete-Kommission stärken. Das ist der Sinn und Zweck, Herr Gebhardt.

(Zustimmung bei der AfD)

Herr Gebhardt, Sie dürfen darauf natürlich erwidern.

Herr Roi, einem Halbsatz von Ihnen kann ich durchaus zustimmen: Wir könnten uns die ganze Sache sparen; das stimmt.

Denn das, was Sie bisher eingebracht haben, hat entweder nichts mit Linksextremismus zu tun gehabt oder es hatte keinen Bezug zu Sachsen-Anhalt. Wenn es darüber nichts zu debattieren gibt, dann brauchen wir auch keine Sitzung anzuset