Hamburgs Kultur hat in den vergangenen Jahren einen hohen Stellenwert bekommen. Die Akzeptanz nach außen wollen wir selbstverständlich erhalten und weiter ausbauen.
Umso schöner ist es, wenn sich Möglichkeiten bieten, zusätzlich interessante Highlights zur kulturellen Basisarbeit nach Hamburg holen zu können.
Zunächst zur Echo-Verleihung. Dieser weltweit zweitgrößte Musikpreis wurde zuletzt im Jahre 2000 im CCH in Hamburg verliehen. Da aber die Platzkapazitäten in Hamburg nicht mehr ausreichten, gingen die Veranstalter damit nach Berlin.
Spätestens nach der am letzten Samstag aus der Color Line Arena übertragenen Fernsehshow „Gold, Gold, Gold“ ist es klar geworden, dass der Musikpreis Echo nach Hamburg zurückgeholt werden muss und auch kann.
Auch die Bewerbung um die Verleihung des Echo-KlassikPreises sollte sich Hamburg wieder bemühen, da die Musikhalle einen stilvollen Rahmen für diesen Musikpreis darstellt. Zweimal konnte Hamburg dieses auch schon beweisen. Eines steht für uns aber fest: Es wird keinen Subventionswettlauf geben. Hamburg ist die Musikhauptstadt Deutschlands; so soll es auch bleiben.
Diese Chance, den Musikstandort Hamburg zu stärken und durch die Echo-Verleihung aufzuwerten, wollen wir natürlich beim Schopfe packen.
Ein weiteres Highlight für das kommende Jahr wird die Terrakotta-Ausstellung sein. Diese Ausstellung hat ihre Berechtigung neben den kulturpolitischen Aspekten auch auf der wirtschaftspolitischen Ebene. So wird Hamburg als führendes China-Kompetenzzentrum Europas gestärkt, das China-Engagement des neuen Hamburger Senats gefördert und werden die städtepartnerschaftlichen Beziehungen zwischen Shanghai und Hamburg intensiviert.
Diese Ausstellung, die in Frankfurt in sieben Wochen 160 000 Besucher anzog, wird nicht nur auf Norddeutschland, sondern auch auf Skandinavien eine Magnetwirkung haben. Die touristischen Betriebe in Hamburg freuen sich schon auf den Umsatzzuwachs.
Dies alles sind Meilensteine auf dem Weg zur Bewerbung als europäische Kulturhauptstadt sowie für die hoffentlich erfolgreiche Bewerbung für die Olympischen Spiele. Eine Überweisung in den Kulturausschuss halte ich nicht für erforderlich, da der Sachverhalt eindeutig ist. – Danke.
Herr Präsident, meine Damen und Herren! Nachdem die Terrakotta-Armee Deutschland erreicht hatte, schrieb eine große deutsche Zeitschrift: Wer die Ausstellung bislang sehen wollte, musste nach Asien reisen. Diese Aussage trifft auf Hamburg nur bedingt zu, denn bereits im September 1995 ist es dem Museum für Kunst und Gewerbe gelungen, einzelne Originale in der viel beachteten Ausstellung „Krieger des Jenseits“ zu zeigen.
Wir nehmen natürlich positiv zur Kenntnis, dass auch die Regierungsparteien bemüht sind, kulturelle Glanzlichter zu setzen.
Ralph Grüneberger und Burkard Pfrenzinger haben in China die jetzt mit gigantischem Aufwand der Veranstalter auf Europatournee geschickte Ausstellung konzipiert und damit einen großen kulturellen Beitrag geleistet. Ob im Frankfurter Palmengarten – um nur einige Stationen der Europatournee zu benennen –, wo die Ausstellung wegen des großen Interesses um eine Woche verlängert wurde und der „Wiesbadener Kurier“ sie als Achtes Weltwunder am Main bezeichnete, oder im Münchener Olympiapark: Das überwältigende Interesse der Öffentlichkeit gibt ihnen Recht.
In diesem Sommer hatte ich Gelegenheit, die TerrakottaArmee, die erst 1974 wieder entdeckt wurde, in China im Original zu besichtigen. Ich kann Ihnen versichern, dass es unglaublich beeindruckend war.
Um auch der Hamburger Öffentlichkeit einen Eindruck von der monumentalen Grabstätte des ersten Kaisers Quin Shi in China zu vermitteln, würden wir es begrüßen, wenn es gelingen würde, die Terrakotta-Ausstellung der Replikate nach Hamburg zu holen. Wir erwarten aber, dass bei der Umsetzung kein Porzellan – in diesem Fall kein Terrakotta – zerschlagen wird. Das heißt, eine Realisierung darf nicht zu Kürzungen bei anderen Hamburger Kultureinrichtungen führen.
Dies gilt im Übrigen genauso für Ihren Antrag zur Echo-Verleihung. Darauf nimmt der Antrag der GAL Bezug. Auch hier darf die Umsetzung nicht zu Lasten des knappen Kulturhaushaltes gehen, zumal die allgemeine Musikförderung bereits drastische Kürzungen hinnehmen musste.
Wir stimmen mit Ihnen überein, dass in Hamburg als Multimedia-Standort zumindest eine der wichtigsten Musikpreisverleihungen ausgetragen werden sollte. Der EchoPreis gehört zu den drei begehrtesten Auszeichnungen der Musikszene. Es wäre gut, wenn die Austragung der Deutschen Phono-Akademie wieder in Hamburg stattfinden würde. Mit der Fertigstellung der Color Line Arena verfügt Hamburg jetzt über eine Halle, die dafür die räumlichen Grundvoraussetzungen erfüllt, die sich selbst trägt und nicht von staatlichen Zuschüssen abhängig ist. – Ich danke Ihnen.
Herr Präsident, meine Damen und Herren! Es geschieht relativ selten, dass einem kulturelle Veranstaltungen von großem Rang quasi kostenfrei angeboten beziehungsweise aufdrängt werden, um sie in eine Stadt zu holen. Es ist ausgezeichnet, dass wir diese Chance nutzen und sich die Senatorin an die Spitze dieser Bewegung gesetzt hat, um zu versuchen, diese beiden Ereignisse – das eine ist die Ausstellung der TerrakottaArmee – nach Hamburg zu holen.
Hamburg ist der Schnittpunkt der deutsch-chinesischen Beziehungen. Deswegen steht es dieser Stadt gut an zu versuchen, Teile dieses chinesischen Weltkulturerbes in Hamburg auszustellen. Der Kulturaustausch ist eine gute Möglichkeit, die Beziehungen Hamburgs zu China und auf eine unverfängliche, elegante, aber ausgesprochene wichtige Art weiter zu verbessern.
Diese Ausstellung wird in vier Hallen auf nur 2000 Quadratmetern stattfinden. Es werden circa 1000 verkleinerte Repliken und immerhin 122 in Originalgröße nachgebildete Krieger dieser Terrakotta-Armee gezeigt. Das ist schon, Herr Maier, ein bisschen mehr als das, was Sie als Gastspiel einer Wanderausstellung bezeichnet haben. Sie sollten als jemand, der sich so vehement für die Wanderausstellung der Wehrmachtsausstellung eingesetzt hat, davon etwas mehr begreifen.
Frau Schade, Sie haben gesagt, dass Sie in China gewesen seien und sich die Terrakotta-Armee angeschaut haben. Ich hatte diese Gelegenheit vor 20 Jahren auch, als man gerade dabei war, diese auszugraben. Die Betonung
liegt auf „Armee“. Das heißt, der Kaiser, der sich von tausenden dieser Soldaten – übrigens alle mit individuellen Gesichtszügen – umgeben hat, hat dieses nicht getan, um Krieger zu individualisieren, sondern er tat es, um einen Eindruck über die sein Grab bewachende Armee zu vermitteln. Das können Sie leider nicht nachvollziehen – so verdienstvoll diese Ausstellung im Museum für Kunst und Gewerbe auch war, die von Herrn Hornbostel initiiert wurde –, wenn man nur drei oder vier dieser Figuren ausstellt. Das ist eben die Wirkung einer Armee: Sie wird durch die Menge der Menschen erzielt.
Es ist toll, dass diese Ausstellung nach Hamburg kommt und dass die Partei Rechtsstaatlicher Offensive diesen Antrag gestellt hat.
Das gilt auch für die Bemühungen, den Echo-Preis nach Hamburg zurückzuholen. Wir sind auf einem guten Weg, zunächst den Echo-Klassik zurückzubekommen. Als der Echo aus Hamburg abgezogen wurde, signalisierte uns Herr Professor Hay – Geschäftsführer der Phono-Akademie –, dass der Grund dafür nicht bei Hamburg liege, sondern dass es in dieser Stadt keine entsprechende Veranstaltungslocation gebe, die die Möglichkeit biete, über das CCH hinaus, das dafür nicht mehr geeignet war, einen solchen Event stattfinden zu lassen. Diese Möglichkeit haben wir jetzt mit der Color Line Arena. Hamburg hat damit die Voraussetzungen, die beim Abzug des Echo nicht vorhanden waren, Gott sei Dank neu geschaffen.
Frau Senatorin, es kann losgehen. Sie bekommen für Ihre Bemühungen jede Unterstützung. Herr Maier, weil diese Veranstaltungen nicht aus dem Kulturhaushalt gefördert werden – sie tragen sich selbst –, brauchen wir Ihren Antrag nicht. Wir werden ihn deshalb nicht annehmen. Falsch ist im Übrigen auch die Darstellung in Ihrer Presseerklärung, dass das Asterix- und Obelix-Festival mit Gérard Depardieu in Hamburg aus dem Kulturhaushalt gefördert worden sei. Richtig ist vielmehr, dass es von Sponsoren bezahlt wurde. Und das ist auch gut so.
Herr Präsident, meine Damen, meine Herren! Herr Hardenberg, Ihr Antrag zur TerrakottaArmee stammt vom 13. November diesen Jahres. Am 14. Oktober, also einen Monat vorher, teilte der Veranstalter Terra Präsenta mit:
„Nach der erfolgreichen Eroberung Frankfurts marschiert die Armee des Quin Shi Huang Di jetzt Richtung Süden. Schlachtformation müssen Generäle, Offiziere, Bogenschützen und Infanteristen dann noch einmal vom 26. Oktober bis zum 8. Dezember 2002 im Münchner Olympiapark einnehmen.“
Das heißt, einen Monat bevor Sie den Antrag gestellt haben, teilten die Veranstalter mit, dass sie nach Hamburg kommen wollen.