Der Öffentlichkeit muss weiterhin vermittelt werden, dass die Lernstandserhebungen als Ansatzpunkte für individuelles Lernen mit Förderplanung und Unterrichtsgestaltung zu sehen sind. Aus diesem Grund ist es zweckmäßig, regelmäßige und relativ frühe Erhebungen durchzuführen und diese direkt von der Notenfindung abzukoppeln. Die Forderung nach regelmäßiger Erhebung darf aber nicht dazu führen, dass wir die Schüler und Lehrer mit PISA, TIMSS, Lernauslagen und KESS überschütten. Eine gesunde Mischung von Freiwilligkeit und flächendeckender Untersuchung mit geringen belastenden Durchführungsfaktoren muss unser Ziel sein. Wir sollten auch Erfahrungen des Auslands nutzen und die dort wachsende Skepsis vor zentralen Abschlussarbeiten genauer untersuchen. Ich denke, wir sollten nicht dem Beispiel englischsprachiger Länder folgen, die Abschlussarbeiten im Mai oder Juni eines jeden Jahres anfertigen lassen und die die Ergebnisse landesweit erst zwei oder drei Monate später durch die Presse veröffentlichen. Die Gewichtung bei Abschlussarbeiten des mittleren Bildungsweges muss gegenüber den letzten Jahren verringert werden. Es ist sicherlich sinnvoll darüber nachzudenken, ob nicht diese Leistungsüberprüfung in der Klasse 10 so rechtzeitig geschieht, dass nach Bekanntgabe der Ergebnisse noch Zeit für eine intensive Förderung von Schülerinnen und Schülern bleibt. Die Hebung der Schulund Unterrichtsqualität ist Kernanliegen dieser Koalition. Dazu dient der Umbau der Grundschule zur Primarschule, dazu dient aber auch die Erweiterung des Blickwinkels von Notengebung hin zur Kompetenzerfassung und Kompetenzorientierung.
Die CDU begrüßt die in der vergangenen Legislaturperiode schon begonnene engere Kooperation zu Schleswig-Holstein und anderen Bundesländern. Wir unterstützen die Bildungssenatorin in ihrem Streben nach aussagefähigen Untersuchun
gen und in ihrer Auffassung, dass Lernstandsmessungen kein Selbstzweck sind, sondern sich ihr Inhalt und ihr Aufwand für Schüler und Lehrer als ergiebige Quelle zur Leistungsförderung erweist. – Vielen Dank.
Herr Präsident, meine Damen und Herren! Vergleichsarbeiten und Lernstandserhebungen finden wir auch gut. Wir sind der Meinung, dass die auch notwendig sind, denn wir wollen alle selbstständige, selbstverantwortete Schulen. Wenn wir das wollen, dann brauchen wir auf der anderen Seite auch Sicherheiten für Kinder, Schüler, Eltern und Lehrer, die darüber Aussage geben, wie sich die Schulen entwickeln. Wir brauchen es auch, um den Schulen zu helfen weiterzukommen. Insofern sind wir uns da vollkommen einig.
Aber, Herr Freistedt, die Befassung im Schulausschuss hatte einen eher traurigen Anlass, nämlich die Tatsache, dass immer wieder Vergleichsarbeiten und schriftliche Überprüfungen schlicht in die Hose gehen. Dieses Mal war es wieder der Fall. Im März haben die Schülerinnen und Schüler – mehrere Tausend – zehnter Klassen eine Vergleichsarbeit in Mathematik geschrieben, die so schwer war, dass diese Schülerinnen und Schüler hinterher in Panik und auch die Eltern sehr aufgeregt waren, weil sie mit dieser Arbeit nicht zu Rande gekommen sind.
Wie üblich hat die Schulbehörde zunächst einmal gesagt, die Schüler und die Lehrer seien selber Schuld, die haben nicht ordentlich Mathematikunterricht gemacht. Erst nach einer gewissen Diskussionszeit war die Behörde bereit, noch einmal hineinzugucken und kam zu der Erkenntnis, dass die Arbeit viel zu schwer war. Genauer gesagt, war sie nicht zu schwer, wie Herr Vieluf immer toll erklärt, sondern sie war zu lang. Sie konnte nicht in der Zeit geschafft werden. Das ist jetzt Semantik, aber sie war nicht zu bewältigen. Dann hat man gesagt, da ist etwas daneben gegangen, regt euch nicht auf, wir ändern nachträglich die Notensysteme, um das irgendwie aus der Grütze herauszubekommen. Die Ergebnisse sind trotzdem düster. 3,78 war die Durchschnittsnote bevor die Schulbehörde eingegriffen und noch einmal nachkorrigiert hat. Dann waren es 3,45 Notendurchschnitt. Man kann nur sagen, schlecht genug.
Nur, was nützen uns solche Zahlen, solche Aussagen, wenn wir gar nicht wissen, ob dieser Test überhaupt angemessen ist? Da es nicht das erste Mal ist, dass Tests danebengegangen sind, muss man sich doch fragen, wie wir dieses an sich hilfreiche System in Zukunft zum Laufen bekommen wollen. Es war ja nicht das erste Mal. Ich erinnere
an das letzte Jahr. Da musste die Schulbehörde die Klassenarbeiten in Deutsch in der dritten Klasse zurückziehen. 13 000 Schüler hatten diese Klassenarbeit geschrieben, als deutlich wurde, dass die Aufgaben zu schwer waren. Ebenfalls im letzten Jahr kamen wenige Stunden, bevor die Schülerinnen und Schüler die Deutscharbeiten an den Gymnasien in Klasse 10 geschrieben haben, von der Behörde Notfaxe "Bitte Seiten und Aufgaben austauschen". Es geht ständig daneben. Das ist ja nun keine Kleinigkeit, dass man nur mal ein Fax schreibt. Da sind Tausende von Schülern, die mit einem gewissen Herzklopfen vor diesen Arbeiten stehen, die man jedes Mal mit diesen Fehlern der Schulbehörde in Angst und Schrecken versetzt. Wenn wir das System wollen, dann müssen wir es zum Laufen bekommen. Um dieses in Gang zu bekommen, haben wir uns im Schulausschuss damit beschäftigt. Jetzt hat die Behörde tatsächlich einen Vorschlag gemacht. Bisher war es so, dass die Mathematikarbeiten in Klasse 10 zu 40 Prozent in die Note einfließen. Da diese häufig nicht passten, war das schon eine gewisse Dramatik. Bisher war es so, dass diese Mathematikarbeiten in der Behörde selbst erfunden wurden. Diese Erfindung ging nicht selten daneben. Deswegen haben wir im Schulausschuss diskutiert und gefragt, was die Behörde nun machen will. Jetzt liegt die Antwort der Behörde auf dem Tisch und die lautet: Nicht zu 40 Prozent soll sie in die Note einfließen, sondern zu 30 Prozent, und man werde diese Arbeit in Zukunft vorher einmal testen. Die Aufgaben der nächsten Arbeit, die im Mai komme, habe man schon an einem Gymnasium in Schleswig-Holstein vor den Herbstferien ausprobiert. Da kann man sagen, dass dies besser ist als das bisherige Provisorium, aber eine Lösung ist es nicht. Wir brauchen ein vernünftiges und besseres Konzept und deswegen auch keine freihändigen Tests. Wir wollen stattdessen, dass diese Arbeiten endlich vernünftig durchgeführt werden. Das heißt, dass sie durch Lernstandserhebungen ersetzt werden, die von einer Universität vorbereitet und begleitet werden. Wir wollen darüber hinaus, dass die Noten nicht in die Zeugnisse einfließen. Wozu denn eigentlich? Es ist keine Vergleichsarbeit, die einen Abschluss bedeutet, sondern es ist mitten im laufenden Schulbetrieb. Es soll uns einen Aufschluss darüber geben, welche Schulen besser werden müssen. Deswegen braucht es keine Zensurenrelevanz zu haben. An der Stelle wünsche ich mir, dass Senatorin Goetsch von Ihrer Vorgängerin, Frau Dinges-Dierig, lernt. Frau Dinges-Dierig hat nämlich ebenfalls jede Menge dieser Pannen in ihrer Behörde erlebt, aber Sie hat dann zum Nothebel gegriffen und Schluss gemacht mit den selbst entwickelten Aufgaben, die das eine ums andere Mal danebengingen. Sie hat auch Schluss gemacht mit der Zensurenrelevanz und ist einem Vorschlag der SPD gefolgt und hat entschieden, dass das jetzt die Universität macht. Tatsächlich hat Frau Dinges-Dierig
im Herbst 2007 gesagt, dass die bis dahin normalen, improvisierten Vergleichsarbeiten, die die Behörde selbst erfunden hat, jetzt in den dritten, sechsten und achten Klassen durch eine wissenschaftliche Lernstandserhebung ohne Benotung ersetzt werden. Das funktioniert gut. Die dritte Klasse macht die Universität Landau, die sechste Klasse das Institut für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen der Humboldt-Universität Berlin und die achte Klasse macht die Universität Jena, so ist jedenfalls der letzte Stand. Das ist vernünftig, das klappt, da muss man nicht herumimprovisieren. Es ist zwar nett, dass man jetzt versucht, die bestehenden Probleme ein Stück weit zu mildern. Aber man geht weiter auf diesem Trampelpfad mit den vielen Pfützen und Stolpersteinen, statt sich endlich auf einen geraden Weg zu begeben.
Deswegen wollen wir nicht, dass an dem alten Konzept weiter herumgedoktert wird. Wir wollen auch nicht auf die absehbar neuen Pannen warten, dass im nächsten Jahr wieder irgendetwas daneben geht und Tausende von Schülern als Versuchskaninchen missbraucht werden. Frau Goetsch, zeigen Sie da doch die gleiche Weitsicht wie Ihre Vorgängerin, führen Sie ein neues Konzept ein mit Wissenschaftlern, ohne Noten und vor allem ohne Pannen. – Vielen Dank.
Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Damen und Herren! Wenn ich jetzt eine Aufmerksamkeitsstandserhebung mache, fällt die angesichts der fortgeschrittenen Zeit wahrscheinlich relativ schlecht aus,
was weniger an der Ruhe liegt als mehr an der Müdigkeit. Ich werde mir und Ihnen ersparen, dass ich all das, was der Kollege Freistedt schon ausgeführt hat, noch einmal wiederhole.
Dankenswerterweise hat der Kollege Rabe auch darauf hingewiesen, was der Auslöser für diese Ausschussberatung über Vergleichsarbeiten war, nämlich die Mathematik-Vergleichsarbeit in den Klassen 10 aus dem letzten Schuljahr, die bekanntermaßen schlecht ausgefallen ist. Bei dieser Arbeit wurde auch entsprechend gut nachgesteuert. Das zeigt Ihnen der Ausschussbericht. Die Gewichtung wurde verringert, es wurden Konsequenzen gezogen, den Zeitpunkt der Durchführung dieser Vergleichsarbeiten nach vorne zu verlegen, damit auf die Ergebnisse reagiert werden kann, was sinnvoll und wichtig ist, um überhaupt mit diesem Instrument etwas Wichtiges anzufangen. Der Bewertungsschlüssel wurde flexibler gehandhabt.
Das hat der Kollege Rabe alles erläutert. Man kann jetzt sagen, das war nicht genug, das reicht nicht und die Pilotierung, die jetzt durchgeführt wird, und die Vorbereitung mit der Überprüfung in SchleswigHolstein ist auch nicht genug. Ich halte es allerdings für wichtig zu sagen, dass das Instrument verbessert wird. Wir müssen sehen, was die nächste Runde bringt. Was sicherlich richtig und wichtig ist, ist, dass Lernstandserhebungen und Vergleichsarbeiten und alles weitere kein weiterer Selbstzweck sein dürfen. Was auch wichtig und richtig ist, wie der Kollege Freistedt schon gesagt hat, wir müssen auch sehen, dass wir mit all diesen Arbeiten nicht eine Datenflut produzieren, die am Ende nur erhoben, aber nicht weiter berücksichtigt wird. Insofern ist es auch wichtig und gut, im Ausschussbericht zu lesen, dass die Lernausgangslagen- und die Lernentwicklungserhebungen immer mehr in den Schulen angewandt werden, um unmittelbare Konsequenzen aus den Ergebnissen umzusetzen, zum Beispiel die verstärkte Durchführung von Lesewerkstätten an Schulen, wenn erhoben wird, dass die Deutschleistungen schlechter sind. Es zeigt sich dadurch, dass derartige Erhebungen ein wichtiges Instrument sind, um individuelles, zielgenaues Fördern der Schülerinnen und Schüler an den Schulen zu verbessern.
Grundsätzlich ist es wichtig zu vergleichen, ist es wichtig, dass seit einigen Jahren Empirie an den Schulen betrieben wird und dass die Lehrer bessere Informationen über die Entwicklung ihrer Schülerinnen und Schüler bekommen im Vergleich. Da die Senatorin auch noch sprechen wird
und die Debatte noch weitergeführt wird, werde ich an der Stelle meine Rede beenden und Ihnen den Abend nicht weiter vermiesen.
Herr Präsident, meine Damen und Herren! Ich habe mich bei diesem Tagesordnungspunkt gefragt, warum die CDU das diskutieren will, weil wir das bereits im Ausschuss diskutiert haben und die Beteiligung dort nicht so überwältigend war.
Wenn wir über Tests sprechen und Herr Gwosdz hat eben gesagt, es sei gut und wichtig, dass wir vergleichen, dann ist das Wichtigste, bevor man irgendwelche Tests durchführt, dass man sich einmal überlegt, warum man das macht. Wir sind in Deutschland auf dem Weg, sehr stark das angelsächsische Modell zu übernehmen. Das zeigt sich in den Universitäten mit Bachelor und Master und
das zeigt sich in den Schulen, dass wir messen und testen bis zum Umfallen. Das Wichtigste hierbei ist die Frage, warum wir das machen. Bei all den Vorlagen, die wir hatten, müssen wir zwei Dinge unterscheiden. Es gibt einmal die Vergleichsarbeiten, die bisher benotet wurden und eingeflossen sind, und es gibt die Lernstandserhebungen. Die Vergleichsarbeiten sind verpflichtend und die Lernstandserhebungen nicht.
Das Problem ist natürlich, in welcher Form das in die Noten einfließen kann. Wir wissen aus den angelsächsischen Ländern, dass dort der aktuelle Unterricht kaum noch eine Rolle spielt, sondern nur noch die Tests. Das lehnen wir ab und finden wir falsch. Die Frage ist natürlich, warum das gemacht wird? Diese Vergleichsarbeiten sind eine Folge unserer hervorragenden Ergebnisse bei PISA. Daraufhin hat man sich überlegt, dass man messen muss, wie die aktuellen Kompetenzen und Fähigkeiten der Schüler in bestimmten Klassenstufen sind und wie sie im internationalen und nationalen Vergleich sind und genau da haben wir ein Problem. In den meisten PISA-Ländern, bis auf zwei, haben wir ein einheitliches Schulsystem. In Deutschland haben wir ein gegliedertes Schulsystem. Da gibt es Kritik aus wissenschaftlichen Bereichen, dass diese Vergleichsarbeiten in Deutschland, weil wir ein gegliedertes Schulsystem haben, in erster Linie die Funktion haben, weiter auszulesen und auch zu disziplinieren und das kann nicht der Sinn von Vergleichsarbeiten sein.
Dennoch wird es natürlich irgendeine Bewertung geben. Auch wenn eine Universität diese Tests durchführt, wird es Bewertungen geben.
Lernstandserhebungen machen nur Sinn – und das ist teilweise auch im Ausschuss von Herrn Vieluf so beantwortet worden –, wenn ich versuchen will herauszufinden, wo es in Hamburg unterschiedliche Schwerpunkte und Zusammensetzungen gibt. Lernstandserhebungen sollten dazu führen, dass eine individuelle Förderung des einzelnen Schülers stattfindet und dass eine Verbesserung von bestimmten Kompetenzen an bestimmten Schulen stattfindet. Herr Gwosdz hat eben ein Beispiel aus der Luft gegriffen. So etwas könnte zum Beispiel das Ergebnis einer Lernstandserhebung sein. Wenn man feststellt, dass in den vierten Klassen einer Schule die Lesekompetenz sehr schwach ist, dann kann man das nutzen und anwenden. Nur dann haben Lernstandserhebungen wirklich einen Sinn, wenn man hinterher damit arbeitet.
Die Gefahr bei beiden Tests ist, dass sie zu einem Ranking führen. Ich habe im Ausschuss gefragt, was mit den Daten passiert. Der Datenschutz ist
schon angesprochen worden. Einzelne Daten von einzelnen Schülern werden elektronisch nicht gespeichert, aber es werden die Ergebnisse der Klassen gespeichert. Ich habe gefragt, ob es möglich ist, dass in Hamburg quasi auf Knopfdruck ein Ranking stattfinden kann. Die Antwort war, dass auf Knopfdruck sofort ein Ranking stattfinden kann. Wenn Lernstandserhebungen und Vergleichsarbeiten mit dem Ziel eines Rankings durchgeführt werden, dann müsste man das absolut ablehnen, weil es eigentlich dazu dienen soll, die Fähigkeiten und Kompetenzen der Schüler zu verbessern. Wenn wir das in dem Rahmen sehen, dann sollte man das in ein Konzept einbinden. Durch mehrfaches Messen und viele Tests werden die Schüler nicht schlauer und bekommen auch nicht mehr Kompetenzen. Die Tests müssen auch einen Sinn haben. In diesem Sinne haben wir im Ausschuss diskutiert. Ich denke, dass da einiges in dieser Richtung bewegt wird, aber ich möchte ausdrücklich vor dem Datenschutz warnen.
Sehr geehrter Herr Präsident, meine Damen und Herren! Im Bundestag könnte man die Rede zu Protokoll geben, aber ich denke, dass nicht alle diese Debatte im Schulausschuss mitbekommen haben. Deshalb muss man ein paar Dinge noch einmal klarstellen und deutlich machen, dass wir alle kein Ranking wollen. Dieses angelsächsische Modell, das sehr viele Jahre hochgelobt wurde, hat sich nicht als das effektivste gezeigt. Eines müssen wir wirklich aus unserem Vokabular streichen: Es gibt keine Vergleichsarbeiten mehr. Dieser Begriff Vergleichsarbeit ist unscharf geworden und nicht mehr als solcher zu gebrauchen. Es gibt noch schriftliche Überprüfungen, von denen eben die Rede war, im Gymnasium in der zehnten Klasse in Deutsch, Englisch und Mathematik. Es gibt die Abschlussarbeiten mit zentraler Aufgabenstellung, die in allen Abschlüssen – Hauptschul-, Realschulabschluss und im Abitur – geschrieben werden und die viel zitierten Lernstandserhebungen in der dritten, sechsten und achten Klasse.
Jetzt noch einmal zu der Mathe-Überprüfung. Ich will da nach vorne gucken und möchte mich nicht noch ausführlich über den Koalabären und dessen Fortpflanzungsverhalten auslassen. Wir sind aber, wie ich bereits Herrn Ciftlik sagte, in einer neuen Zeitrechnung, in einer neuen Legislatur. Lassen Sie mich nach vorne schauen. Es ist so, dass wir in 2009 noch einmal schriftliche Überprüfungen machen werden. Es ist selbstverständlich, dass diese Aufgaben vorher pilotiert werden. Das ist so üblich und macht man so, wenn man ein Verfahren sorgfältig durchführt. Das haben wir in Schleswig
Holstein gemacht, um diesem Fehler in diesem Jahr aus dem Weg zu gehen, und – da sind wir bei Ihnen, Frau Heyenn – es wird dieses Mal zwischen dem 25. Februar und 2. März stattfinden, sodass die Lehrerinnen und Lehrer sehen können, was sie noch verbessern müssen, damit sich das zweite Schulhalbjahr noch lohnt, um gezielt zu fördern und zu trainieren. Das ist auch der ausdrückliche Wunsch der Kammern und vieler Lehrer gewesen. Außerdem werden wir in der neuen Ausbildungsund Prüfungsordnung die erbrachten Leistungen des Unterrichts entsprechend in die Benotung und die mündliche Überprüfung einfließen lassen.
Lassen Sie mich noch zu den Lernstandserhebungen kommen. Das ist wirklich die Gesamtstrategie aller Bundesländer. Es entspricht dem Bildungsmonitoring, das die Kultusministerkonferenz festgelegt hat. Insofern sind wir da auf dem richtigen Weg und die Lernstandserhebungen dienen dazu. Übrigens haben daran auch die katholischen Schulen, die Wichern-Schulen und die Brechtschulen freiwillig in Hamburg teilgenommen. Ich denke, das ist auch gut, um einmal zu sehen, wie die Schulen in freier Trägerschaft entsprechende Standards erbringen. Wir messen nicht mehr nur punktuell. Es ist nicht so, dass wir die Noten abschaffen, aber dass wir mehr und mehr dazu übergehen, Kompetenzen zu messen, wie das bundesweit nach den geltenden Bildungsstandards entwickelt wird. Wir sind da auf dem richtigen Weg.
Es geht nicht um Ranking. Ranking ist nicht das Ziel. Damit kommen wir nicht weiter. Es geht um Diagnose und entsprechende Förderung. Wir haben in den letzten Jahren die Erfahrung mit der systematischen Lernstandserhebung gemacht, was erst einmal Neuland war, dass die Lehrer und Schulen besser mit den Daten umgehen und dann gezielter Konsequenzen ziehen. Das ist auch ein Training für die Schulen gewesen. Insofern werden wir das konsequent weiter fortführen. Natürlich passt das auch gut zusammen mit dem individualisierten Unterricht, mit der Fortbildungsoffensive für die Lehrerinnen und Lehrer und unterstützend ist der Schulversuch Kompetenzmessung, woran sich jetzt über 50 Schulen beteiligen. Die werden auch die Pioniere sein, wenn sie die ersten Auswertungen haben und mit weiteren Schulen im Tandem diese moderne Art der Leistungsmessung weiter fortführen. Das zunächst als Schnelldurchritt durch die verschiedenen Formen der Überprüfungen. Wir werden die nächsten Jahre noch viel damit zu tun haben, aber immer in Richtung mehr Leistung, die die Kinder bringen und die gezielte Förderung der Schulen. – Vielen Dank.
Ich rufe Tagesordnungspunkt 56 auf, Drucksache 19/1355, Antrag der CDU-Fraktion: Praktiker-Qualifizierung ausweiten.
Diese Drucksache möchte die SPD-Fraktion an den Schulausschuss überweisen. Wer möchte so beschließen? – Gegenstimmen? – Stimmenthaltungen? – Das ist einstimmig beschlossen.