Und das ist genau Ihr Problem. Lesen Sie sich einfach mal Ihr Wahlprogramm durch! Da haben Sie größte Probleme damit,
Aber auch der nächste Punkt: Ist es denn ein wirkliches Problem zurzeit? Die Elektroautos, die wir im Moment in Deutschland haben, werden zu weit über 90 Prozent zu Hause oder bei der Arbeitsstelle geladen. Das ist tatsächlich das Prinzip, mit dem wir in den nächsten Jahren auch noch – vor allen Dingen im Bereich der Elektromobilität – vorankommen werden und auch müssen. Ich glaube nicht, dass es uns hilft, im Moment überall die Ladestationen aufzubauen für Autos, die noch nicht vorhanden sind, weil die Elektroautos, die momentan rein mit Strom fahren, Reichweiten haben von etwa 150 Kilometern. Sehr viel mehr schaffen die im Moment noch nicht. Und das heißt: Leute, die sich Elektroautos momentan anschaffen, fahren nicht von Rostock nach Thüringen und trinken dann drei Stunden lang Kaffee auf irgendeiner Autobahnraststätte,
sondern sie fahren in dem Fall selbstverständlich mit der Bahn und sie nutzen das Elektroauto vor allen Dingen für die Fahrt von zu Hause zur Arbeit, da ist es sinnvoll genutzt.
Und deswegen laden sie es zu Hause in ihrer Garage und fahren dann zum Arbeitgeber und laden es unter Umständen für den Rückweg. Das ist also eine sinnvolle Form.
Elektrotankstellen, so wie Sie sie gerade, Herr Petereit, genannt haben – also eher die kleinen, wo ich an die
ganz normale Netzsteckdose gehe –, gibt es natürlich weit mehr als diese fünf, die Sie aufgezählt haben.
Es gibt deutlich mehr. Ich habe heute zum Beispiel gesehen, im Speicher-Hotel gibt es eine Elektrotankstelle für das Elektroauto, was vorm Speicher-Hotel steht, was Sie natürlich ganz normal an eine normale, handelsübliche Steckdose stecken können und über Nacht laden können, und da hat die WEMAG eine schöne Elektrotankstelle eingerichtet.
Aber es gibt auch den Tourismusverband zum Beispiel, der sich um das Thema „Elektromobilität bei Pedelecs“ kümmert. Und es gibt einen wunderschönen Reiseführer durch Mecklenburg-Vorpommern, wo Sie die einzelnen Übernachtungsbetriebe sozusagen aufgezählt bekommen, wo Sie problemlos Ihr Elektrofahrrad und mit Sicherheit auch Ihr normales Elektroauto aufladen können, um dann am nächsten Tag weiterzufahren. Das heißt: Es gibt im Moment genügend Anstrengungen, das Thema Elektromobilität voranzubringen.
Im Thema Automobilbereich gibt es ein zentrales Problem, das ist zugegeben, das ist momentan die Reichweite bei Elektroautos. Und es hat nicht so sehr mit den Tankstellen zu tun. Die Automobilindustrie – informieren Sie sich – stellt sich momentan darauf ein, deswegen gibt es das von Opel oder GE, das ist eine Kooperation, oder das Auto von Volvo, wo die Idee dahintersteckt zu sagen: Ich mache eine relativ geringe Reichweite mit der Batterie, etwa im Bereich von 30 bis 50 Kilometern, das deckt einen Großteil der Alltagsfahrten ab. Für den Rest gehe ich aber ganz normal an die Tankstelle und habe sogenannte Reichweitenverlängerer – Range Extender –, mit denen ich dann durchaus auch mal 500 Kilometer insgesamt fahren kann. Das scheint mir momentan auch das sinnvolle Modell zu sein.
Aber ich kann nicht verstehen, wie Sie auf diesen Antrag letztendlich kommen, weil Klimaschutz war wirklich bisher noch nie Ihr Thema. Lesen Sie sich das Bundestagswahlprogramm durch von der NPD, also das ist eine krude Mischung. Auf der einen Seite sind Sie ganz klar gegen Atomkraft – das allerdings erst dann, wenn die Regenerativen ausgebaut sind, die Sie allerdings erst ausbauen, wenn die Netze vorhanden sind – und schreiben dann aber im hinteren Teil, dass Sie auch für die Forschung sind, um also Kernenergie ohne radioaktiven Müll hinzubekommen. Das ist alles Quatsch, das ist alles zusammengegossenes Zeug, von irgendwelchen Verschwörungstheorien geleitet.
Wir lehnen Ihren Antrag ganz klar ab. Wir stehen ganz klar zum Thema Elektromobilität und glauben, dass wir das in guter internationaler Zusammenarbeit auch in unserem Bundesland voranbringen. – Ich danke Ihnen.
Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Auf das Letzte will ich gleich zuerst eingehen: Also, Herr Jaeger, mit der Befürwortung von der Forschung zur Kernfusion stehen wir nicht alleine da, also da haben Sie ja gleich die Hälfte hier, über die Hälfte hier im Raum …
(Johann-Georg Jaeger, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Ich hab gar nicht „Kernfusion“ geschrieben im Wahlprogramm, da steht „Kernenergie“. Reden Sie mal mit den Leuten von der Kernfusion!)
Und es sollte für Sie vielleicht überraschend sein, vielleicht auch für den Rest im Raum, aber auch in der NPD gibt es pluralistische Meinungen. Also da geht das schon manchmal auseinander.
Na gut, dann habe ich ja einen Beitrag zu Ihrer Erheiterung geleistet. Nehmen Sie es zur Kenntnis, dem ist so.
Wenn Sie vorhin richtig zugehört haben, als ich auf die Tankstellen einging: Es ging um die öffentlich zugänglichen, Stand Mitte 2012. Also meiner Kenntnis nach sind es jetzt ganze 17, also mit der noch nicht gelisteten von letzter Woche in Grevesmühlen 17 öffentlich zugängliche Stromtankstellen in Mecklenburg-Vorpommern, mehr nicht.
Und gebraucht werden bundesweit bis 2020 mindestens 150.000 Stück. Bei den Reichweiten gebe ich Ihnen recht, Forschungsstand: 150 Kilometer im Moment. Bei den meisten sind es sogar nur 100. Die Industrie hat zugesagt, bis 2020 auf 400 Kilometer zu kommen. Aber die Autos wollen dann auch betankt werden. Und dann dauert das auch keine drei Stunden mehr, sondern dann ist man mit einer Stunde dabei. Dann sind es nur noch zwei Kaffees und nicht so viel.
Also, in unserer Antragsbegründung – die Zahlen hatte ich jetzt schon. Dass Infrastruktur Geld kostet, ist natürlich kein Problem. Die Politik im Land muss sich natürlich nur überlegen, wo dies am sinnvollsten eingesetzt wird, ob das eben bei der Subvention, wie es auch kürzlich in
der Presse stand, von privaten Sportfliegern liegen soll oder eben beim Aufbau eines E-Tankstellennetzes. In die 21.000 Flughäfen des Landes sind seit 1990 immerhin 31 Millionen geflossen. Über die andere Millionenverschwendung in den Anti-Rechts-Netzwerken haben wir vorhin schon ausführlich was gehört.
2010 sprach sich bereits eine Mehrheit der Befragten dafür aus, dass ein Elektroauto für sie infrage käme, wenn sie es sich denn leisten könnten und wenn die Bedingungen stimmen würden und so weiter und so weiter.
Mecklenburg-Vorpommern wird dieses Jahr darüber hinaus rein rechnerisch auf die 100-Prozent-Deckung des Energiebedarfs aus erneuerbarer Energie kommen. Das sind auch beste Voraussetzungen für die Direktvermarktung der Energie an den Verbraucher, ebenso bei EMobilität.
Aber was ich wiederum interessant finde, ist, wie Sie es immer wieder schaffen, Anträge von uns abzulehnen, ohne dabei tatsächlich die Anti-Rechts-Keule zu schwingen. – Vielen Dank.