Aber auch beim Bereich Lehrerbildung verfolgen Sie jetzt ein Ziel, ideologisch begründet, bloß weil es im Koalitionsvertrag steht, und das muss jetzt von der Ministerin umgesetzt werden - egal wie teuer das ist.
Immer wieder einmal gab es ja Einigung. Die Ministerin hat dann öfter darüber berichtet. Mal hat sie sich mit den Flensburgern getroffen und hat ein Ergebnis verkündet; dann waren die Kieler beleidigt. Beim nächsten Mal hat sie sich mit den Kielern getroffen und hat ein Ergebnis verkündet; da waren die Flensburger beleidigt. Sie rühmen sich ja in jeder Diskussion, wenn wir zusammensitzen, immer damit, dass Sie noch nicht so lange in der Politik sind und deswegen noch nicht so verdorben sind.
Es gibt definitiv Doppelstrukturen, die Sie hier einrichten werden. In Kiel werden zukünftig auch Gemeinschaftsschullehrer ausgebildet. In Flensburg wird für alle Stufen ausgebildet, auch im naturwissenschaftlichen Bereich. Wenn Sie sich dort mit den Experten unterhalten, sofern Sie dorthin noch gute Kontakte haben, dann wissen Sie auch, dass das das Land Schleswig-Holstein richtig viel Geld kosten wird.
Wir haben eine gut strukturierte Lehramtsausbildung. Deswegen habe ich eben die Rede der Frau Ministerin auch überhaupt nicht verstanden. Diese Rede war völlig rückwärtsgewandt und hat auch mit den Realitäten überhaupt nichts mehr zu tun.
Wir haben doch, CDU und FDP gemeinsam, in der letzten Wahlperiode ein Versäumnis ausgeräumt, was tatsächlich die Große Koalition nicht hinbekommen hat. Wir haben damals Gemeinschaft- und Regionalschulen eingeführt und haben - da ist die SPD genauso wie die CDU mit in der Verantwortung - damals schon die Lehramtsausbildung -
- Nein, in der Großen Koalition war das mit Sicherheit nicht so. Das ist damals ein Versäumnis gewesen. Jetzt haben CDU und FDP genau das umgesetzt. Es gibt eine Lehramtsausbildung, die die Ansprüche erfüllt, die der Kollege Habersaat genannt hat. Ich darf ihn zitieren:
„... dass Lehrerinnen und Lehrer so gut wie möglich darauf vorbereitet werden müssen, real existierende junge Menschen in real existierenden Schulen und real existierenden Schulstrukturen zu unterrichten, und zwar in denen, die sie nach Beendigung ihres Studiums vorfinden.“
„Schleswig-Holstein bildet weiterhin Lehrer für Schulformen aus, die es gar nicht mehr gibt. Auf der anderen Seite gibt es Schulfor
Wir werden in Zukunft, denke ich, wenn das denn ernst von Ihnen gemeint ist, weiterhin Gymnasien haben. Aber Sie wollen doch die Gymnasiallehrerausbildung hier in Schleswig-Holstein abschaffen. Genau das, was Sie damals eingefordert haben und was Schwarz-Gelb umgesetzt hat, nämlich dass wir für die Schulformen in Schleswig-Holstein ausbilden, führen Sie derzeit ad absurdum.
(Ines Strehlau [BÜNDNIS 90/DIE GRÜ- NEN]: Sie haben nichts Neues gefragt! Dann kann man auch nichts Neues berichten!)
- Wir haben sechs Fragen dazu gestellt. Davon wurde keine einzige Frage beantwortet. Das hätte uns schon auch interessiert.
Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Das Wesentliche hat Herr Günther schon in meinem Namen vorgetragen.
Man muss vorsichtig sein: „Ironie erst ab Klasse 10“ habe ich meinen Referendaren immer empfohlen. Ich gebe zu: Manchmal habe ich mich selbst nicht daran gehalten.
Mein Einstieg passt zu der möglicherweise ironischen Diskussion über die Frage, wie oft wir uns hier schon mit diesem Thema befasst haben.
Am 9. August 2012 gab es einen Antrag vom Kollegen Günther. Dieser Antrag war überschrieben mit „Neuordnung der Lehramtsstudiengänge“. Er besagte im Wesentlichen, dass vor allem an der Universität Flensburg alles so bleiben soll, wie es ist. Kollege Vogt hatte das durch einen Änderungsantrag ergänzt. Er wollte zurück zum Staatsexamen.
Die Regierungskoalition hat damals mitgeteilt: Wir befinden uns mit den Universitäten in einem Dialog über die Modernisierung der Lehramtsstudiengänge.
Am 29. November 2012 hat der Kollege Dr. Garg einen Antrag unterschrieben, der einen Bericht zur Zukunft der Lehrerausbildung forderte. Am gleichen Tag hat der Kollege Günther den Antrag gestellt, die schulamtsbezogene Lehramtsausbildung zu erhalten. Wir haben das dann im Landtag debattiert, und unser Tenor war, dass wir uns mit den Universitäten im Dialog befinden, um die Lehramtsausbildung zu modernisieren.
Am 8. Februar 2013 kam nun ein Antrag vom Kollegen Vogt, der keine Gefährdung der Studienplätze in Kiel und Flensburg durch eine Reform der Lehramtsausbildung verlangte. Am 6. März 2013 wollte Kollege Günther nicht nachstehen und hat einen Berichtsantrag zur Zukunft der Lehrerausbildung vorgelegt. Diesen Bericht haben wir eben gehört.
Was mir gut gefallen hat, Herr Kollege Günther, war, dass in Ihrem Berichtsantrag heute erstmals zumindest die Zukunft der Lehrerausbildung in der Überschrift vorkam. Insofern haben wir gemeinsam einen Schritt nach vorne gemacht.
Ich hätte die Rede vom 13. Dezember 2012 heute wieder halten können. Kollege Günther hat Teile daraus zitiert. Insofern kann ich mir das an dieser Stelle ersparen. Das Wesentliche ist, dass Gespräche mit den Hochschulen geführt werden und dass auch großer Konsens in vielen Bereichen besteht. Da geht es um die Verbesserung der Praxisanteile, früher und besser integriert. Da geht es um Stufenbezug statt Schulbezug. Da geht es um Umgang mit Heterogenität und um künftige Herausforderungen für den Lehrerberuf, wo durchaus die eine oder andere Neuerung in der Lehrerausbildung hilfreich ist.
Wir können uns auch gern mit der Frage beschäftigen, wie das denn 2007 in der Großen Koalition war. Ich war nicht dabei; ich bin auf Erzählungen angewiesen. Meine Variante der Geschichte war immer, dass es eine Bedingung der CDU für die Modifizierung des Schulgesetzes war, dass man an die Lehrerausbildung nicht herangeht. Vielleicht ist das falsch. Dann bin ich gespannt zu hören, wie es denn tatsächlich war.