Protokoll der Sitzung vom 20.11.2013

Es gibt aber auch einfache erprobte Lösungen - Aktionen in den Kommunen -: Die wild lebenden Katzen fängt man in Lebendfallen, bringt sie zur Katzenhilfe, und dort werden sie - natürlich unter Betäubung - kastriert, aber wir müssen sie auch kennzeichnen und danach freilassen.

(Zuruf Peter Eichstädt [SPD])

- Es leben schon welche draußen. 75.000 Katzen müssen wir erst einmal einfangen.

Das wäre eine gute praktikable Maßnahme. Bei dem Problem mit den wild lebenden Katzen hilft es nicht, nur Geld in den Haushalt einzustellen, sondern es müssen alle praktisch und zielorientiert mitarbeiten. Ich würde mich freuen, wenn der Minister

bei diesem Thema sprichwörtlich die Katze aus dem Sack ließe. - Vielen Dank.

(Beifall)

Frau Abgeordnete Sandra Redmann von der SPDFraktion hat das Wort.

(Dr. Heiner Garg [FDP]: Nun red man los!)

Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich mache das jetzt ganz ernst.

(Hauke Göttsch [CDU]: Ich auch!)

- Das glaube ich. Das Thema ist heikel. Als ich es in meiner Fraktion angesprochen habe, wurden viele meiner männlichen Fraktionskollegen blass um die Nase,

(Heiterkeit)

bis ich ihnen hoch und heilig versprochen habe, dass es wirklich um Katzen geht. Auch bei meinen Kollegen von FDP und SSW war eine gewisse Verunsicherung spürbar. Ich möchte hier - im wahrsten Sinne des Wortes - nicht weiter in die Tiefe gehen. Selbst beim Martinsgans-Essen ließ das Thema meinen Kollegen Martin Habersaat einfach nicht los. Er hat darauf ganz besonders sensibel reagiert und machte zahlreiche Vorschläge, wie man eine Kastration verhindern könnte. - Aber, lieber Martin, man kann Katzen eben nicht zu Enthaltsamkeit erziehen, es tut mir leid.

Bei den Piraten hätte das vielleicht noch funktioniert,

(Heiterkeit und Beifall SPD)

- ihr müsst erst das Ende des Satzes abwarten -, weil die meistens nur eine Bordkatze hatten, um die Ratten knapp zu halten. Der blieb gar nichts anderes übrig, als zölibatär zu leben.

Entscheidend ist für die Küstenkoalition, dass sie keine Entscheidung über die Köpfe der Betroffenen hinweg fällen will.

(Dr. Heiner Garg [FDP]: Katzen?)

Darum gilt für uns das Prinzip: Kastration im Dialog,

(Heiterkeit und Beifall)

Kastration durch Dialog - für ein starkes SchleswigHolstein.

(Hauke Göttsch)

(Heiterkeit und Beifall)

Aber nun ganz im Ernst, und das kann ich uns nicht ersparen, denn der Antrag hat natürlich seinen Grund. Nach Schätzungen gibt es bundesweit 2 Millionen herrenlose Katzen. Allein in Schleswig-Holstein - das ist erwähnt worden - leben 75.000 Katzen wild. Es werden immer mehr. Die Tierheime quellen über. Machen wir uns nichts vor - Frau Beer hat es angesprochen -: Kastration ist keine billige Angelegenheit. Sie kostet einschließlich Vor- und Nachversorgung zwischen 110 und 140 €.

(Dr. Heiner Garg [FDP]: Aber es gibt Men- genrabatte!)

Eine nicht kastrierte Katze kann ihren Weg nach draußen finden, und die Freude über ein halbes dutzend Kätzchen hält sich dann leider nicht lang. Andere Länder sind juristisch viel weiter. Ich nenne hier nur Österreich und die Schweiz. Sie können die Zitate in meiner Rede nachlesen. Baden-Württemberg hat ganz aktuell beschlossen, Kommunen zu erlauben, Halterinnen und Halter zur Kastration der Tiere zu zwingen. Nach dem Stand von August dieses Jahres haben 180 Städte und Gemeinden in Niedersachsen und Bremen sowie vereinzelt Städte in einigen anderen Bundesländern Kastrationspflichten beschlossen. Schleswig-holsteinische Gemeinden sind bisher in dieser Liste nicht zu finden.

Deshalb bin ich den PIRATEN sehr dankbar, dass sie dieses Thema auf die Tagesordnung gesetzt haben. Allerdings können wir uns mit der Lösung, die Sie vorgeschlagen haben, nicht einverstanden erklären. Wir reden von Schuldenabbau, und gleichzeitig verlangen Sie, dass das Land Aufgaben an sich zieht und mitfinanziert, die nicht die seinen sind. Wir wollen uns trotzdem der Diskussion nicht verschließen und finden es richtig, das im Ausschuss zu diskutieren.

Wir sind ohne Frage auch gern bereit, bei der Suche nach geeigneten Fördertöpfen zu helfen. Natürlich muss es auch Möglichkeiten geben, beispielsweise Hartz-IV-Empfänger in irgendeiner Form zu unterstützen. Darüber werden wir eine Diskussion führen.

Den Flyer unseres Umweltministers, der Tipps zur Kastration von Katzen gibt, kann man draußen in den Regalen finden. Ich bitte Sie, davon reichlich Gebrauch zu machen.

(Heiterkeit und Beifall Dr. Heiner Garg [FDP])

Wir haben in der SPD eine Befragung über Katzen durchgeführt. Die hat ergeben, dass unsere Kolleginnen und Kollegen genau 16 Katzen haben. Fast alle sind selbstverständlich kastriert oder sie werden kastriert, es sei denn, sie dienen der Zucht.

(Dr. Heiner Garg [FDP]: Sind das Kater oder Kätzinnen?)

- Unterschiedlich.

Zum Schluss danke ich allen, die sich bei Facebook an der Diskussion zum Thema beteiligt haben. Es hat sich in dieser Diskussion allerdings herausgestellt, dass Herr Dr. Garg noch ein bisschen Nachhilfeunterricht in Sachen Kastration benötigt.

(Heiterkeit und Zurufe)

Mein Kollege Kai Dolgner, der zu allem etwas zu sagen weiß, hat sich bereit erklärt, mit uns gemeinsam einen Kaffee zu trinken und das dann zu erklären. - Vielen Dank.

(Beifall)

Meine Damen und Herren, wir setzen den Dialog fort. Herr Abgeordneter Detlef Matthiessen von der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hat das Wort.

Meine Damen und Herren, angesichts der fortgeschrittenen Zeit und der herrschenden Stimmung im Hohen Haus gebe ich meine Rede zu Protokoll.

(Beifall)

Für die FDP-Fraktion hat der Kollege Oliver Kumbartzky das Wort.

Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Die Latte liegt wirklich sehr hoch bei diesem Thema.

(Beifall und Heiterkeit)

Ich gebe meine Rede zu Protokoll. - Vielen Dank.

(Anhaltender Beifall und Heiterkeit)

(Sandra Redmann)

Für die Abgeordneten des SSW hat Herr Abgeordneter Flemming Meyer das Wort.

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Mit dem letzten Beitrag ist die Latte ja noch höher gelegt worden.

(Heiterkeit)

Ich muss ganz ehrlich sagen: Es war kein leichtes Thema. Es tat weh. Trotzdem haben wir uns Mühe gegeben und das alles sehr souverän behandelt. Ich werde aber meinen souveränen Redebeitrag lieber zu Protokoll geben, bevor ich die Latte ganz kaputt mache.

(Beifall und Heiterkeit)