33. - Ich werde mich in Zukunft bemühen, die Fragen so zu stellen, dass sie Sie ausreichend herausfordern. Was ich Ihnen auf jeden Fall empfehlen kann, ist die neueste Studie der GEW zur Eigeneinschätzung
- die kann ich trotzdem empfehlen - von Erzieherinnen, die sehr wohl erkannt haben, dass auf sie die Hochschulausbildung zukommt, was sie auch bewusst wollen, weil sie persönlich einschätzen - davor ziehe ich den Hut -, dass ihre Ausbildung nicht mehr ausreicht. Es ist also schon ein Fortschritt zu entdecken, was mich hoffnungsfroh stimmt. - Danke für die Aufmerksamkeit.
Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Ich denke, wir sind uns alle darin einig, dass die Ausbildung zur Erzieherin bzw. zum Erzieher eine qualitativ hochwertige Ausbildung sein muss, wollen wir doch unsere Kinder von gut ausgebildeten Erzieherinnen und Erziehern betreut wissen.
Die Struktur sowie einige inhaltliche Aspekte der derzeitigen Ausbildung sind von meinen Vorrednern bereits ausführlich dargestellt worden. Wir sind uns sicherlich auch darin einig, meine Damen und Herren, dass jede und jeder, der oder die sich dieser Ausbildung unterzieht, dies in vollem Bewusstsein der hohen Verantwortung für die Erziehung unserer Kinder tut und ihm bzw. ihr damit auch eine angemessene, qualitativ hochwertige Ausbildung in Theorie und Praxis abgefordert werden kann.
Liebe Kolleginnen und Kollegen! Das Gymnasium hat zum Ziel, eine Hochschulzugangsberechtigung zu erlangen. Es steht jedem Absolventen und jeder Absolventin gleichermaßen zu, sich für den Erzieherberuf zu entscheiden. Gerade einem Abiturienten mute ich es aber zu, sich intensiv über seinen Berufswunsch und die dazugehörige Ausbildungsstruktur zu informieren.
Wenn er oder sie sich trotz seines bzw. ihres Abschlusses für eine Fachschulausbildung entscheidet, dann liegen dafür sicherlich berechtigte Gründe vor.
„Die Landesregierung wird aufgefordert, durch eine Veränderung der Ausbildungsvorschriften dafür Sorge zu tragen, dass bei der Ausbildung zum staatlich anerkannten Erzieher Abiturienten die Möglichkeit eingeräumt wird, eine Verkürzung der Fachschulzeit in Relation zu Sekundarschülern in Anspruch zu nehmen.“
(Zustimmung bei der CDU - Herr Gürth, CDU: Richtig! Die sollen studieren! - Herr Tullner, CDU: Abenteuerlich!)
Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Frau Gorr, dass Sie den Antrag ablehnen, kann ich nachvollziehen.
Ich habe mit Frau Feußner, glaube ich, in der letzten Legislaturperiode schon mehr als einmal darüber diskutiert. Dass Sie der Auffassung sind, dass Erzieher mit Sekundarschulbildung völlig ausreichend sind, darüber haben wir oft genug gesprochen. Das ist Ihre Position und Herr Olbertz hat sie ja auch gerade noch einmal dargestellt. Das ist eine Position, die man haben kann.
Was mich aber wundert, ist, dass auch Sie, Frau Reinecke, sich dieser Position annehmen. Gerade Frau Mittendorf hat immer die Auffassung vertreten, dass die fachliche Qualifikation nicht ausreichen würde. Ich hätte eigentlich erwartet, dass man in diesem Bereich versucht, das Loch gerade im theoretischen Bereich durch mehr Abiturienten zu schließen, weil es relativ unaufwendig wäre und das Land auch nicht die Summen kosten würde, die ich persönlich befürchte, wenn wir auf Hochschulabsolventen übergingen. Deshalb wundert mich das ein bisschen.
Ich weiß nicht, was ich im Endeffekt in diese Position hineininterpretieren soll. Ist Ihre Aussage, dass Sie eigentlich vor allem Hochschüler in den Kindereinrichtungen haben wollen, wirklich nur ein Lippenbekenntnis und sähen Sie das doch nicht so gerne, oder wie soll man das Ganze sonst verstehen? Ich glaube, das müssen Sie im Endeffekt mit sich selbst auswerten.
Es wundert mich, dass Sie nicht gesagt haben, wir versuchen den Weg einmal. Das würde mittelfristig sicherlich dazu führen, dass die theoretische Kompetenz in den Einrichtungen steigen würde. Das müssen Sie aber mit sich selbst ausmachen.
Ich möchte an dieser Stelle intervenieren. Wir sind uns schon darüber bewusst, dass wir hier über zweierlei Sachen reden. Zur Akademisierung gibt es einen Landtagsbeschluss; ich denke, dass ich das in meiner Rede auch deutlich gemacht habe.
Wenn man die Abiturienten nach Ihrem Antrag besser stellen würde, weil sie Abitur haben, änderte dies nichts an der Ausbildung. Ich denke, es geht um Inhalte. Die Inhalte würden sie dann verpassen. Das hat Herr Professor Olbertz sehr gut zusammengefasst. Ich denke, dass man dem gut folgen kann.
Uns Scheinheiligkeit vorzuwerfen oder - ich habe es nicht richtig verstanden - verwundert zu sein, das verwundert mich wiederum. - Danke.
Frau Reinecke, es ist zwar eher eine Intervention gewesen, aber um es noch einmal kurz darzustellen: Es ist vonseiten der Einrichtungen vorgetragen worden, dass theoretisches Know-how fehlen würde, und auch dargestellt worden - dem ist auch, glaube ich, bei unserem Fachgespräch nicht widersprochen worden -, dass man dies bei einer größeren Zahl von Abiturienten etwas leichter vermitteln könnte.
Frau Reinecke, wenn Sie meinen Ausführungen zuhören würden, dann würde das auch Sinn machen. Ansonsten kann ich mir das vielleicht sparen.
Der Punkt ist halt immer, was man im Endeffekt an Vorbildung voraussetzt oder nicht. Ich glaube, wir haben in allen anderen Fachberufen - das haben wir ja nicht gerade erst erfunden - auch den Umstand, dass man davon ausgeht, dass die theoretischen Teile von Abiturienten deutlich schneller zu bewerkstelligen sind.
Es wird von jungen Erzieherinnen, mit denen ich mich unterhalten habe, auch gesagt, dass sie sich häufig unterfordert fühlten, sodass einiges dafür spricht, einmal zu prüfen, ob man die Ausbildung für Abiturienten nicht deutlich verkürzen kann.
Die Frage ist jetzt, was ich möchte. Ich kann natürlich überlegen, welche Wege ich gehen kann, wenn ich mehr theoretisches Wissen und mehr theoretische Bildung in diesen Bereich vermitteln will. Man kann wie Sie sagen, dass die alle gleich ein Hochschulstudium haben sollten. Das halte ich weder für finanzierbar noch für erstrebenswert. Oder man kann überlegen, ob man solche Mittelwege wie in dem Antrag geht. Ich halte den für sinnvoller und für leichter umsetzbar von den Kommunen.
Frau Dr. Hüskens, jetzt bin ich wieder ein bisschen unsicher. Ich habe Ihre Rede vorhin so verstanden, dass Sie eigentlich etwas anderes vorgetragen haben, als es jahrelang Herr Kley vorgetragen hat. Herr Kley war ja durchaus der Auffassung, dass ganz andere Zugangsvoraussetzungen genügten, um hinterher eine ordentliche Erzieherin oder Kinderpflegerin sein zu können. Das heißt, der Akademisierung dieses Berufes hat er überhaupt nicht das Wort geredet.
Herr Scharf, über Akademisierung habe ich überhaupt nicht geredet. Jemand, der ein Abitur hat, ist noch kein Akademiker. Wir müssen aber auch schlicht und ergreifend sehen - dazu können Sie auch in unsere Parteibeschlüsse gucken; die haben sowohl Herr Kley als auch ich beschlossen -, dass wir mit dem Programm „Bildung elementar“ natürlich auch einige andere Anforderungen an die Einrichtungen stellen und diese zumindest in größeren Einrichtungen auch mit der entsprechenden Vorbildung bewältigt werden müssen. Dem müssen wir uns stellen. Ich bin jemand, der dann für praktikable Wege und Lösungen ist. Ich denke mir nicht irgendetwas aus, was wir vielleicht in zehn oder 15 Jahren erreichen können.
Wir stimmen jetzt ab. Es ist beantragt worden, den Antrag der FDP-Fraktion in Drs. 5/1455 an den Ausschuss für Soziales sowie an den Ausschuss für Bildung, Wissenschaft und Kultur zu überweisen. Wer stimmt diesem Antrag zu? - Die Antragsteller, die FDP-Fraktion. Wer stimmt dagegen? - Die Koalitionsfraktionen. Damit ist der Überweisungsantrag abgelehnt worden.
Wir stimmen jetzt über den Antrag selbst ab. Wer stimmt dem Antrag zu? - Die Antragsteller. Wer stimmt dagegen? - Die Koalitionsfraktionen. Wer enthält sich der Stimme? - Die Fraktion DIE LINKE. Damit ist dieser Antrag mehrheitlich abgelehnt worden und der Tagesordnungspunkt 15 ist beendet.
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Am 19. August dieses Jahres wurde der Kommunalfinanzbericht 2008 im Kabinett vorgestellt und anschließend veröffentlicht. Der Innenminister nannte diesen Bericht ein Dokument einer echten Konsolidierungspartnerschaft.
Nachzufragen ist, ob man vor dem Hintergrund der tatsächlichen Situation insbesondere der Landkreise von einer echten Konsolidierungspartnerschaft sprechen kann. Nach Auffassung unserer Fraktion wohl eher nicht. Zwar wurden in den Jahren 2004 bis 2007 deutliche Mehreinnahmen insbesondere bei den Gewerbesteuern erreicht, aber diese Mehreinnahmen konnten das strukturelle Defizit der Kommunen nicht ernsthaft verringern.