Ich bitte Sie, stimmen Sie deshalb unserem Änderungsantrag zu! Zum Änderungsantrag der Fraktion BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN werden wir uns enthalten, weil unter anderem die Aussaat von Leguminosen gemeinsam mit dem Raps unter unseren Bedingungen nicht ausreichend erprobt ist. – Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit.
Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es ist ja schon viel gesagt worden, deswegen können wir das jetzt kurz halten. Die Bedeutung des Rapses – lassen Sie es mich nur noch schlaglichtartig machen –:
Umso problematischer ist es, wenn wir jetzt feststellen, dass wir auf dem Acker Probleme mit Schädlingsbefall haben und die Landwirte diesem Schädlingsbefall nicht wirklich Herr werden können. Bereits in der letzten Landtagsdebatte haben wir darüber gesprochen, als es hier um die Bienen ging. Auch da habe ich gesagt, dass erste Landwirte ihre Äcker haben umbrechen müssen.
Was ist passiert? Wir haben seit den 1990er-Jahren die Entwicklung, dass Raps mit einer Beizschicht überzogen worden ist. Wenn Sie Raps in die Hand nehmen, sieht das so ein bisschen aus wie Kaviar, schwarze Körner. Wenn die Körner gebeizt sind, dann haben Sie das Ganze farbig. Das ist ein Schutz für die Pflanze, der systemisch wirkt, das heißt, der von der Wurzel aufgenommen über die Pflanzen bis in den Pollen wirkt.
Diese Möglichkeit besteht jetzt nicht mehr. Wir haben jetzt ein zweijähriges Moratorium. Hintergrund ist – das ist hier bereits erläutert worden –, dass der Wirkstoff bienengefährlich ist beziehungsweise sein soll.
Ich kann das nicht wirklich beweisen. Ich habe etliche Studien gefunden, etliche, muss ich sagen, die davon ausgehen, dass die Neonicotinoide bis in den Pollen hinein vorhanden sind und auch geringe Einträge in den Bienenstock durchaus für die Bienen gefährlich sein sollen.
Das Problem ist jetzt, wir haben Schädlinge, die bisher nicht die große Rolle spielten, das ist hier alles bereits gesagt worden – Erdfloh, Kleine Kohlfliege. Der Erdfloh ist bekämpfbar, allerdings haben wir das Problem, dass jetzt ein deutliches Mehr an Pflanzenschutz aufgewendet werden muss, als vorher nötig war. Gegen die Larve der Kleinen Kohlfliege gibt es keine wirkliche Bekämpfungsstrategie. Die Situation für die Landwirte, die betroffen sind, ist sehr schwierig. Sie mussten zum Teil ihre Äcker
umbrechen. Wie groß das Ausmaß der Schäden ist, werden wir wirklich erst im Frühjahr sehen, wenn wir unseren Bericht haben, vielleicht sogar erst später, je nachdem, wie die Vegetation dann ist.
Ja, meine Damen und Herren, jetzt kann ich, glaube ich, hier einen Großteil übergehen, weil die Dinge längst von meinen Vorrednern gesagt worden sind.
Für uns ist das Verbot der Neonicotinoide ein Problem, das will ich mal ganz klar sagen, weil wir glaubten, mit diesen Beizmitteln ein Mittel gefunden zu haben, mit dem man Pflanzenschutzmittel deutlich einsparen kann. Das können wir jetzt nicht mehr. Deshalb ist es wichtig, dass wir möglichst schnell zu Ersatzstoffen kommen. In unserem zweiten Punkt ist das ja entsprechend aufgeführt.
Zudem ist – da kann ich mich hier nur anschließen – eine Fruchtfolge aus Gerste, Raps, Weizen, wie sie vielfach praktiziert wird, allein wohl nicht ausreichend. Wir müssen hier zu einer Erweiterung der Fruchtfolgen kommen, um auch den Schädlingsdruck zu minimieren, deshalb unser dritter Punkt.
Meine Damen und Herren, wir haben zwei Änderungsanträge. Auf den Änderungsantrag von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN will ich kurz eingehen. Für mich ist dieser Antrag ein bisschen widersprüchlich, darauf will ich verweisen. Erst fordern Sie, die Dinge sollen hier wissenschaftlich begleitet überprüft werden. Zum Zweiten schreiben Sie das, was ja eigentlich die Wissenschaftler als Maßnahmen vorgeben sollten, vor. Das habe ich nicht verstanden, vielleicht erklären Sie dies noch mal.
Dann schreiben Sie als Maßnahme die Verringerung der Schlaggrößen. Ich weiß nicht, meinen Sie die durchschnittlichen Schlaggrößen? Die Schlaggrößen sind ja sehr unterschiedlich. Das müssten Sie vielleicht noch mal erklären, was Sie damit meinen.
Die Erweiterung der Fruchtfolge haben wir bereits in unserem Antrag drin. Der teilweise Ersatz von Raps in der Fruchtfolge durch Körnerleguminosen – dazu müssten natürlich die Körnerleguminosen auch nachgefragt und gebraucht werden, wenn Sie meinen, dass das als Futtermittel gemeint ist über Rapsschrotextrakt, dann ist das ja in aller Regel ein Nebenprodukt, denn der Raps an sich wird ja gebraucht und der Schrotextrakt ist das, was zusätzlich anfällt. Dazu müssten Sie vielleicht auch mal was sagen. Dass wir Körnerleguminosen in Zukunft stärker angebaut haben wollen, das ist richtig, das haben wir im Rahmen der GAP auch entsprechend durchgesetzt.
Ich muss zugestehen, dass ich zu den Untersaatmischungen bei den Leguminosen gemeinsam mit Raps nicht wirklich aussagefähig bin. Ich habe eben im Internet, als ich Ihren Änderungsantrag gesehen habe, mal nachgeguckt – so etwas gibt es in Frankreich und Großbritannien mit Klee und Wicken. Das müsste man sicherlich mal prüfen, dazu kann ich im Moment fachlich überhaupt nichts sagen.
Na, doch! Man muss es überprüfen, Herr Kollege Kokert. Ich finde schon, wenn die Opposition solche Anträge stellt, muss man mal nachgucken, was dahintersteckt.
Im ersten Punkt wird beantragt, dass bestimmte Berichte, die wir mit unserem Antrag bereits eingefordert haben,
dass diese Berichte gemeinsam mit dem in unserem Antrag versehenen Termin auch gehalten werden. Das macht durchaus Sinn, weil es bei beiden auch um Eiweißpflanzen geht.
Dem zweiten Punkt möchten wir nicht zustimmen. Beim Anbau auf rapsfähigen Ackerflächen ist die Frage, wie man rapsfähige Ackerflächen definiert. Da gibt es eine Definition, das hat Herr Kollege Tack auch gesagt. Ich habe mich zwischenzeitlich aber erkundigt, es gibt inzwischen Rapssorten, die auf deutlich leichteren Böden wachsen. Insofern, glaube ich, gibt es hier den Bedarf, einfach noch mal zu reden. Vielleicht stellen Sie den Antrag auf Selbstbefassung im Ausschuss.
ein kurzes Wort, der Titel des Antrages: sehr kurz. Meine Rede hat dieses Mal auch nicht so viele Seiten. Seien Sie also gespannt!