Protokoll der Sitzung vom 29.08.2013

(Beifall bei der CDU und bei der FDP)

Herr Ministerpräsident, bitte schön!

Ich kann es noch einmal sagen: Ich erinnere ein Gespräch vor Regierungsbildung. Meines Erachtens ist in diesem Gespräch das Stichwort „A8“ nicht gefallen, sondern es ging um Rückenprobleme und um die Frage, ob entsprechende DienstKfz zur Verfügung stehen.

Zweitens habe ich gesagt: Was nach der Regierungsbildung irgendwo noch besprochen worden sein könnte, werde ich gern anhand der Unterlagen prüfen. Mir ist derzeit nichts erinnerlich.

(Zuruf von der CDU: Das ist der ent- scheidende Punkt!)

- Ja, damit habe ich übrigens auch kein Problem. Wenn ein Kollege Rückenschmerzen hat und viel im Auto unterwegs ist, weshalb er ein entsprechendes Auto braucht, dann ist das meines Erachtens sachlich ohne Weiteres vertretbar.

(Widerspruch bei der CDU)

- Hören Sie erst einmal zu!

(Jens Nacke [CDU]: Das wird ja im- mer doller!)

- Hören Sie doch erst einmal zu. - Sie wissen, dass die Autoflotte der Landesregierung typischerweise aus Produkten der VW-Gruppe besteht. Wenn ein solches Auto aus der VW-Gruppe nicht zur Verfügung stehen sollte, dann kann man auch darüber reden, ob eine andere Automarke angeschafft werden kann.

(Jens Nacke [CDU]: Das hätte ich auch als Zustimmung gewertet!)

- Na gut, Herr Nacke. Dann ticken wir nicht nur in diesem Punkt unterschiedlich.

(Beifall bei der SPD und bei den GRÜNEN - Jens Nacke [CDU]: Wohl wahr! Das ist ja ein absolutistisches Gebaren!)

Der Punkt ist ganz einfach: Dieser Vermerk sagt, ich hätte der Anschaffung eines Audi A8 zugestimmt. Das habe ich aber nicht, und das kann ich auch nicht, weil ich gar nicht zuständig bin.

(Beifall bei der SPD und bei den GRÜNEN - Jens Nacke [CDU]: Das hat er aber so verstanden!)

Ihre zweite Zusatzfrage stellt die Kollegin Almuth von Below-Neufeldt, FDP-Fraktion. Bitte!

(Jens Nacke [CDU]: Es ist ja span- nend, dass für den Grünen das Wich- tigste sein dickes Auto war! - Weitere Zurufe - Unruhe - Glocke des Präsi- denten)

- Geben Sie Ihrer Kollegin bitte die Chance, ihre Frage zu stellen!

Herr Präsident, vielen Dank. - Liebe Kolleginnen und Kollegen! Herr Ministerpräsident, ich frage Sie zum Dienstwagen und zu diesem Vermerk. Sie kennen den Vermerk in seinem Wortlaut durch weitere Informationen von Herrn Minister Wenzel und von Herrn Minister Meyer erst seit gestern.

(Anhaltende Unruhe - Detlef Tanke [SPD]: Aufpassen!)

Sie kennen diesen Vermerk und den Zusatz von Herrn Minister Wenzel und von Herrn Meyer.

(Johanne Modder [SPD]: Frage!)

Heute aber erinnern Sie nach vielen Fragen, dass bereits vor dem Wechsel ein Gespräch über die Rückenprobleme des künftigen Staatssekretärs stattgefunden hat, was der künftige Staatssekretär möglicherweise als Zustimmung zu einer Frage aufgefasst hat, die noch nicht einmal im Raum stand. Trotzdem ist das Ganze für mich ein Widerspruch.

Frau von Below-Neufeldt, Sie geben eben Kommentare ab. Stellen Sie bitte Ihre zweite Frage ganz konkret!

Ich stelle die Frage. - Vor diesem Hintergrund sage ich, dass Sie dieses Gespräch erst nach vielen

Fragen erinnern. Deswegen frage ich Sie, Herr Ministerpräsident: Können Sie diesen Widerspruch erklären?

(Zustimmung bei der FDP und bei der CDU)

Eigentlich war das, wenn ich das, mit Verlaub, sagen darf, ein geschickt getarnter Redebeitrag. Aber der Herr Ministerpräsident antwortet.

(Jens Nacke [CDU]: Eigentlich dürfen Sie das nicht sagen, Herr Bachmann!)

Es tut mir leid. Da ich keinen Widerspruch in meinen Aussagen zu erkennen vermag, kann ich Ihnen diesen Widerspruch auch nicht erklären. Es gibt keinen Widerspruch.

(Beifall bei der SPD und bei den GRÜNEN)

Zu Ihrer zweiten Frage hat das Wort die Kollegin Annette Schwarz.

Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Es hat heute vom Ministerpräsidenten vielfältige Vertrauensbekundungen gegenüber dem Landwirtschaftsminister gegeben.

(Ulrich Watermann [SPD]: Nicht vorle- sen!)

Wenn man sich das mal vergegenwärtigt, frage ich - angesichts der Nichtbeantwortung meiner ersten Frage durch Herrn Landwirtschaftsminister Meyer, der nur darauf verwiesen hat, man könne ja bei den weiteren Untersuchungen die Vermerke sichten - die Landesregierung: Wie geht sie damit um, falls noch weitere brisante Vermerke auftauchen?

(Beifall bei der CDU und bei der FDP - Zurufe von der SPD: Och!)

Herr Finanzminister Schneider kommt zur Beantwortung nach vorn. Bitte schön!

Ich beantworte die Frage wie folgt: Sachgerecht.

(Beifall bei der SPD und bei den GRÜNEN - Johanne Modder [SPD]: Super!)

Zu Ihrer ersten Zusatzfrage hat das Wort die Kollegin Astrid Vockert.

(Ulrich Watermann [SPD]: Die weiß, wie es geht! - Johanne Modder [SPD]: Aber ohne Vorbemerkung!)

Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich frage die Landesregierung vor dem Hintergrund, Herr Ministerpräsident Weil, dass es Sie ja mehr als nur verärgert haben muss, dass Sie einen Vermerk zumindest zur Kenntnis bekommen haben, dass ein Vermerk existiert, auf dem steht, dass Sie etwas wissen, von dem Sie angeblich nichts gewusst haben - das interessiert mich einfach mal -: Wann hat durch wen und in welcher Form der Staatssekretär a. D. Paschedag eigentlich von seiner Entlassung erfahren?

(Jens Nacke [CDU]: Das ist eine sehr gute Frage! - Reinhold Hilbers [CDU]: Beim Frisör!)

Der Herr Landwirtschaftsminister hat das Wort.

(Jens Nacke [CDU]: Wissen Sie das nicht, Herr Ministerpräsident?)

Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Nachdem ich mich mit dem Ministerpräsidenten und dem stellvertretenden Ministerpräsidenten über die heutige Entscheidung verständigt habe, habe ich selbstverständlich mit meinem Staatssekretär darüber gesprochen, und von daher habe ich ihn dann nach der Entscheidung, die wir gemeinsam getroffen haben, darüber informiert.

(Zuruf von der CDU: Wann?)

- Nach der Mittagspause muss es gewesen sein - ich kann Ihnen die Uhrzeit jetzt nicht genau nennen -, nach der Entscheidung, die wir getroffen haben, aber kurz bevor wir diese Entscheidung heute im Parlament bekannt gegeben haben.

(Reinhold Hilbers [CDU]: Sie haben ihn nicht mehr dazu gehört? Vizepräsident Klaus-Peter Bachmann: Frau Bertholdes-Sandrock, Sie dürfen Ihre erste Zusatzfrage stellen. Bitte schön! Karin Bertholdes-Sandrock (CDU):

Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Nachdem wir vom Ministerpräsidenten erfahren haben, dass es bereits vor Regierungsantritt ein Gespräch mit Hinweisen auf die Rückenbeschwerden und das dafür sinnvolle Dienstauto gegeben hat, frage ich die Landesregierung, und zwar frage ich den Ministerpräsidenten,

(Ulrich Watermann [SPD]: Nein, die Landesregierung!)