Protokoll der Sitzung vom 09.09.2010

Herr Minister, Sie haben das Wort.

Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Dr. Sohn, Sie machen das ganz geschickt: Die Frage nach dem Personennahverkehr im ZGB, die Sie stellen, ist eine Mündliche Anfrage, die weiter hinten auf der Liste steht. Ich werde sie natürlich nachher noch beantworten; Sie werden die Antwort zur Verfügung gestellt bekommen.

Es gibt allerdings keinen Zusammenhang zwischen den Regionalisierungsmitteln des Bundes, die auch beispielsweise in den Braunschweiger Raum, an den ZGB, weitergereicht werden, und den Mitteln für investive Schienenmaßnahmen aus dem Bundesverkehrswegeplan. Das eine ist eine Nahverkehrsfrage, das andere ist eine Fernverkehrsfrage. Es hat also definitiv nichts miteinander zu tun.

Warten Sie einen Moment! Dann kriegen Sie die Antwort auf die andere Frage schriftlich.

(Beifall bei der FDP und bei der CDU)

Für die SPD-Fraktion Herr Meyer, bitte sehr!

Vor dem Hintergrund, dass sich auch die Kollegen Langspecht und Adasch Sorgen machen, dass nach einem eventuellen Bau der Y-Trasse der Standort Celle abgehängt werden könnte, frage ich die Landesregierung, wie sie gewährleisten kann,

dass das Oberzentrum Celle als IC- und ICE-Halt dauerhaft erhalten bleibt.

(Karl-Heinrich Langspecht [CDU]: Das ist Bestandteil des Planfeststellungs- verfahrens!)

Herr Minister, Sie haben das Wort.

Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Y-Trasse ist nicht dazu da, Standorte abzuhängen, sondern dazu, Standorte zu verbinden und auch zukunftsfähig zu machen.

Auch im Oberzentrum Celle hat niemand ein Interesse daran, dass durch die gesamte Stadt auf einmal andauernd Güterverkehre fahren, insbesondere nachts. Da ist es wesentlich sinnvoller, dass sie irgendwo fahren, wo nicht gerade eine Innenstadt- oder eine Stadtlage ist. Das sieht der Kollege Langspecht, wie ich gerade sehe, genauso. Ich meine, auch der Oberbürgermeister - zumindest der vorherige - hat es so gesehen. Die Güterverkehre wollte auch er nachts nicht in der Stadt haben.

Was Sie als Sorge damit verknüpfen, sind Dinge, die im Planfeststellungsverfahren berücksichtigt werden müssen.

(Zustimmung bei der CDU - Karl-Hein- rich Langspecht [CDU]: Das schreiben wir rein!)

Für die Fraktion DIE LINKE Frau Zimmermann!

Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Ich will an die Frage von Frau Flauger anknüpfen und sie ein bisschen ergänzen. Im Bundesverkehrswegeplan sind neben der Y-Trasse auch andere Projekte enthalten, die dem Hinterlandverkehr ebenso zugute kommen. Ich will zwei Beispiele nennen: Der Ausbau - - -

Nein, Frau Zimmermann, bitte binden Sie das in die Frage ein.

Vor dem Hintergrund - - -

Ich habe Sie gerade unterbrochen, Frau Zimmermann.

Binden Sie das bitte in die Frage ein! Dann geht es.

Ja. - Vor dem Hintergrund, dass wir diese Beispiele kennen - den Ausbau der Strecke Rotenburg (Wümme) –Verden (Aller) und den Ausbau der sogenannten Amerikalinie zwischen Bremen und Uelzen, die dann weiter nach Stendal führt, frage ich die Landesregierung, warum sie nicht im Rahmen der Möglichkeiten mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln alles fordert und fördert, um diese sehr preiswerten Projekte schnellstmöglich umzusetzen.

(Zustimmung bei der LINKEN)

Herr Minister, Sie haben das Wort.

Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Die Landesregierung fordert alles, was sinnvoll ist.

(Zustimmung bei der FDP und bei der CDU)

Die nächste Zusatzfrage stellt Frau Helmhold von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Bitte schön!

Die Landesregierung hat eben mitgeteilt, dass die UBA-Studie keine Lösung für die Schienenknotenproblematik um Hannover hat. Ich frage die Landesregierung, welche eigenen Lösungen sie anstrebt, um die Probleme dieses Schienenknotens bei Hannover zu beheben.

Herr Minister!

Frau Kollegin Helmhold, ich hatte gedacht, dass das aus meiner Antwort deutlich geworden sei.

(Enno Hagenah [GRÜNE]: Die war sehr allgemein gehalten!)

Bei jeder Planung und Realisierung einer neuen Trasse muss das davor und dahinter liegende Netz daran angepasst werden. Die Maßnahme beim Knoten Hannover werden wir im Planfeststellungsverfahren natürlich ebenfalls berücksichtigen. Sie muss im Anschluss berücksichtigt werden, was den Ausbau und die Weiterentwicklung angeht.

Ich habe jetzt einmal im Kurzüberblick geschaut, weil es ja um die UBA-Studie geht, ob die UBAStudie etwas zum Knoten Hannover und zu den Problemen, die wir hier haben, sagt. Aber ich habe da jedenfalls in der Kurzzusammenfassung nichts gefunden.

(Ursula Helmhold [GRÜNE]: Die Fra- ge war, was Sie anstreben!)

Von daher muss man sagen: Auch die UBAStudie, die von uns in vielen Dingen als sinnvolle Ergänzung zur Y-Trasse gesehen wird, hat diese Frage noch offengelassen.

(Enno Hagenah [GRÜNE]: Sie emp- fiehlt eine Umfahrung von Hannover!)

- Das habe ich jetzt akustisch nicht verstanden, Herr Hagenah. Wir können das gleich beim Kaffee in Ruhe diskutieren.

(Zustimmung bei der FDP und bei der CDU - Heinz Rolfes [CDU]: Mit wem der alles Kaffee trinkt!)

Die zweite Zusatzfrage stellt Frau Weisser-Roelle.

Herr Minister Bode, ich muss noch einmal auf die diversen Studien zurückkommen. Alle mir bekannten Studien sprechen sich gegen das Y aus, aus den hier schon diskutierten Gründen. Vor diesem Hintergrund und da Sie uns kein aktuelles Gutachten und keine aktuelle Studie nennen können, die sich für das Y ausspricht, frage ich Sie: Auf welchem unabhängigen Sachverstand beruht Ihre absolute Befürwortung des Y?

Herr Minister, bitte sehr!

Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Grundannahme ist falsch. Ich habe Ihnen ein Gutachten genannt. Das war die DLRStudie.

(Beifall bei der FDP und bei der CDU)

Ihre zweite Zusatzfrage stellt Frau Twesten von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen.

Herr Präsident! Ich frage die Landesregierung, ich frage Herrn Bode - weil er meine Frage vorhin nicht richtig oder einfach nicht ausreichend beantwortet hat -:

(Was? bei der CDU)

Die Aussage, dass die Y-Trasse für den Güterverkehr geplant ist, ist nachweislich nicht richtig. Woher haben Sie diese Info? - Die Planungen sind zu einer Zeit in Auftrag gegeben worden, als es ausschließlich um Verbesserungen des Hochgeschwindigkeitspersonenverkehrs ging. Es ging um zehn bis zwölf Minuten. Diese Anforderung betraf ausdrücklich den Personenverkehr. Von daher bitte ich Sie, mir zu verraten, woher Sie diese Info haben.

Ich habe aber noch eine weitere Frage.

Nein, eine weitere geht nicht. Sie haben Ihre zweite Frage schon gestellt.

(Heinz Rolfes [CDU]: Mit einem Satz wäre es gegangen!)